Hirslanden Kliniken

WAS TUN IM NOTFALL

Notfälle treten plötzlich und unerwartet auf. Notfälle kommen ungelegen und erfordern rasches und richtiges Handeln. Was können Sie tun, wenn etwas passiert?

Bewahren Sie Ruhe. Verschaffen Sie sich einen Überblick und handeln Sie entschlossen.

Rufen Sie in dringenden Fällen die Nummer 144 an, dort sind rund um die Uhr hoch qualifizierte Spezialisten, die Ihnen weiterhelfen. Denken Sie dabei an die "5-W-Regel“:

WER ruft an?
WO ist es passiert?
WAS ist geschehen?
WIE viele Leute sind daran beteiligt?
WARTEN Sie auf Rückfragen - legen Sie nicht einfach auf...

Nachfolgend finden Sie einige Tipps für Notfallsituationen. Diese Tipps können als Richtlinien für Situationen betrachtet werden, in denen Sie mit einem Menschen in Not konfrontiert sind. Sie ersetzen aber in keiner Weise einen Kurs in lebensrettenden Sofortmassnahmen am Unfallort.


WAS TUN BEI ...

WAS TUN BEI ATEMNOT

Atemnot muss immer ernst genommen werden! Zeichen einer Atemnot ist die meist schnelle und flache Atmung. Gelegentlich kann sogar eine Blaufärbung der Lippen und der Haut auftreten.

URSACHEN

  • Lungenerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Angstzustände, Schmerz oder auch Stress
  • Eine Vielzahl anderer Erkrankungen wie zum Beispiel Blutarmut, Wasseransammlungen im Rippenfellraum etc.

WAS TUN

Suchen Sie Ihren Arzt auf.

Akute Luftnot mit Blauverfärbung der Lippen, Fieber, evtl. Blutdruckabfall und schnellem Puls muss notfallmässig durch den Hausarzt oder auf der Notfallstation abgeklärt werden, um eine gezielte Therapie einleiten zu können. Nebst einer genauen Befragung und einer klinischen Untersuchung werden Zusatzuntersuchungen wie Röntgen, Computertomografie, allenfalls Lungenspiegelung und Lungenfunktionsprüfung notwendig sein.

Panik, zusätzliche Stresssituationen und körperliche Anstrengungen sind in dieser Situation unbedingt zu vermeiden.

Rauchen schadet der Lunge.

Autorin

Dr. med. Dominique-Eve Kobel

Weitere Informationen

Schweizerische Lungenliga
Let it be – Rauchen schadet

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WAS TUN BEI BAUCHSCHMERZEN

Der Bauchraum umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Organe und Nebenorgane, welche alle durch krankhafte Veränderung Schmerzen im Bauch auslösen können. Beim erstmaligen Auftreten von Schmerzen geht es darum, die Ernsthaftigkeit des Schmerzbildes abzuschätzen:

  • Unmittelbar einsetzende heftige Schmerzen im Bauch verlangen rasch eine ärztliche Beurteilung.
  • Krampfartige Schmerzen mit oder ohne Begleitsymptome sind meist eine Folge von Passagebehinderungen in Hohlorganen (z.B. Steine in Gallenblase oder Gallenwegen, Niere oder ableitenden Harnwegen, Obstruktion im Darm etc.).
  • Allmählich einsetzende Schmerzen lassen etwas mehr Spielraum bei der Abklärung. Sie dürfen zunächst auch einmal nach entspannenden Massnahmen (warmes Bad, Teepause, Ruhe) beobachtet werden. Eine Schmerzsteigerung, Hinzutreten von Begleitsymptomen oder Stuhl- und Windverhaltung erfordern jedoch ärztlichen Rat und weitere Abklärungen.

Begleitsymptome wie Erbrechen, Durchfall und Fieber lassen an eine infektiöse Erkrankung denken. Eine Blinddarmentzündung oder Entzündung des Dickdarmes müssen ausgeschlossen werden. Perforationen dieser Organe stellen ernsthafte Folgeerscheinungen dar und müssen mit hoher Dringlichkeit chirurgisch versorgt werden. Häufig lassen sich diese Operationen auch im Notfall mit laparoskopischer Technik (Schlüsselloch-Methode) durchführen.

Bei Frauen muss zudem an eine Erkrankung der Eileiter, Eierstöcke oder Gebärmutter gedacht werden.

Autor

Dr. med. Christian Fischer

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WAS TUN BEI FIEBER

Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Es unterstützt die eigene Immunabwehr und ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Reaktion auf eine Vielzahl von Einflüssen: Infektionen, Tumoren, Entzündungen, Medikamente, Flüssigkeitsverlust, Stoffwechselstörungen, Operationen, Stress, Erkältungen, Hitzestau. Bei Säuglingen, Kleinkindern, betagten Menschen, Tumorpatienten, Patienten mit schweren Begleiterkrankungen und Menschen mit einer Immunschwäche sollte das Symptom Fieber aber immer ernst genommen werden und frühzeitig ein Arzt konsultiert werden.

ALLGEMEINE MASSNAHMEN BEI FIEBER

  • Bettruhe (bei eher kühler Zimmertemperatur und wenig Licht)
  • Viel Trinken (Tee; keinen Alkohol!), Schwitzen schafft Kühlung.
  • Ein lauwarmes Bad kann bei leicht erhöhter Temperatur fiebersenkend wirken. Heisse Bäder vermeiden, sie belasten den Kreislauf.
  • Waden- oder Brustwickel (feuchtes, handwarmes Leinentuch, darüber ein trockenes Baumwolltuch sowie eine Plastikfolie als Nässeschutz; zudecken); "Essigwickel" wirken auch bei Erwachsenen.
  • Aspirin und Paracetamol senken das Fieber.

Häufig ist Fieber von Appetitlosigkeit, allgemeinem Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und allgemeiner Schwäche begleitet. In folgenden Fällen sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden:

  • Schwere Begleitsymptome (u.a. starkes Erbrechen, schwerer Durchfall, Benommenheit, Verwirrtheit)
  • Temperatur über 40 Grad
  • Fieber nach einer Reise in tropische Länder
  • Ausbleibende Harnausscheidung
  • Unklare Hautausschläge, Gelenkschwellungen
  • Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit
  • Fieber über Wochen
  • Fieberkrämpfe

Autor

Dr. med. Stefan Messerli

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WAS TUN BEI HERZINFARKT

Die Herzkranzgefässe versorgen den Herzmuskel mit Blut und Energie. Der Verschluss eines Kranzgefässes kann plötzlich und unerwartet durch ein Gerinsel verursacht werden, das sich häufig auf eine schon vorhandene Einengung aufpfropft. Ein solcher Verschluss kann zum Herzinfarkt führen.

Kommt es zum Verschluss eines Kranzgefässes, kann der Infarkt verhindert oder zumindest in seiner Grösse beschränkt werden, wenn das Gefäss schnell wieder eröffnet wird. Ein verschlossenes Kranzgefäss kann entweder mit einem Medikament, welches das Gerinnsel auflöst (Thrombolyse) oder – heute als wirksamer beurteilt – mit Ballon- und Stentbehandlung wieder eröffnet werden. Beide Behandlungsmethoden sind nur in Spitälern verfügbar und umso wirksamer, je schneller sie eingesetzt werden.

Wichtig beim Herzinfarkt: Schnell erkennen und schnell behandeln!

WIE ERKENNEN

Der Schmerz beim Herzinfarkt wird als stark und vernichtend empfunden. Er dauert mehr als 15 Minuten, ist hinter dem Brustbein oder auf der linken Brustseite lokalisiert. Der Schmerz strahlt häufig in die Arme, den Hals, den Oberbauch und den Rücken aus.

Die Schmerzen lösen oft Angst aus und nehmen bei Belastungen noch zu.
Oft wird der Infarktschmerz von Schweissausbrüchen, Übelkeit oder gar Erbrechen, Atemnot und Blässe begleitet.

WAS TUN

  • Ruhig bleiben
  • Den Patienten nicht alleine lassen
  • Sofort den Haus- oder Notfallarzt rufen
  • Falls dieser nicht erreichbar ist oder in schweren Situationen sofort die Sanitätspolizei alarmieren (Tel. 144)
  • Falls verfügbar, 1 Kapsel Nitroglycerin (bei anhaltenden Schmerzen nach 10 Minuten wiederholen) und 500 mg Aspirin (oder Alcacyl) einnehmen

Autor

Dr. med. Christof Noti
Facharzt FMH für Kardiologie

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WAS TUN BEI MISSTRITT

PECH gehabt? Ein Misstritt, ein Fehltritt, ein Umknicken des Fusses. Schnell ist es passiert. Bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport. Was nun? PECH!

PECH bezeichnet die vier Sofortmassnahmen, die jeder selbständig durchführen kann. Auch bei Verletzungen, Prellungen oder Verstauchungen an anderen Körperteilen können sie angewendet werden.

P steht für Pause
Sofort nach dem Umknicken darf keine weitere Belastung mehr erfolgen.

E steht für Eis
So rasch wie möglich für Kühlung sorgen. Eis soll wegen möglichen Erfrierungen nicht direkt auf die Haut gepresst werden. Ein Beutel mit Eiswasser ist optimal. Kaltes Wasser oder kaltnasse Tücher sind eine gute Alternative. Kühlspray ist gefährlich.

C steht für Compression
Nach genügender Kühlung muss ein satter Verband mit einer elastischen Binde von den Zehen her über den Knöchel gewickelt werden. Anschliessend von aussen weiterkühlen.

H steht für Hochlagern
Eine konsequente Hochlagerung wirkt einer zusätzlichen Schwellung entgegen.

Wann soll der Verunfallte den Arzt konsultieren?

  • Wenn er ein Knacken oder Reissen verspürt
  • Wenn eine starke Schwellung oder eine Fehlstellung auftritt
  • Wenn die PECH-Behandlung keinen Erfolg bringt
Der Arzt sucht mittels Röntgenbild einen möglichen Bruch, der oft operativ behandelt werden muss. Findet er keine Knochenverletzung, wird das Sprunggelenk je nach Verletzungsgrad für eine gewisse Zeit ruhiggestellt (Bandage, Gips, Tape) und dann so rasch wie möglich wieder belastet.

Autor

Dr. med. Diethelm Vogel

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WAS TUN BEI NIERENKOLIK

Der Urin wird in den Nieren kontinuierlich produziert und über die Harnleiter in die Blase abtransportiert. Eine akute Unterbrechung dieses Urinabflusses löst die Nierenkolik aus. Der Rückstau des Urins bewirkt eine Drucksteigerung im Nierensystem, was einerseits zu den kolikartigen, wehenähnlichen Schmerzen führt, andererseits weitere Krankheitssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, starkes Krankheitsgefühl und gestörte Darmtätigkeit auslöst. Ursache der Kolik ist meistens ein Nierenstein, welcher sich aus dem Innensystem der Niere gelöst hat, in den Harnleiter hinunterfällt und die Abflussbehinderung auslöst.

Eine Nierenkolik tritt meist überraschend und heftig auf, sodass eine vernünftige Prophylaxe kaum möglich ist. Der akute Schmerz ist leider oft so stark, dass meist ärztliche Hilfe notwendig wird. Eine gewisse Linderung kann lokale Wärmezufuhr oder Bewegung, wie Herumgehen und Hüpfen, bringen. Die Wärme wirkt schmerzlindernd, das Bewegen kann eine Lockerung des Steines im Harnleiter herbeiführen.

Häufig sind jedoch spezielle Kolik-Medikamente nötig, welche am schnellsten und nachhaltigsten wirken, wenn sie über eine Infusion direkt in die Blutbahn gespritzt werden. Führt dies nicht zu einer Besserung oder zum Abgang des Hindernisses, muss mit medizinischen Massnahmen geholfen werden. Mit moderner Technik kann das Hindernis schonend beseitigt werden.

Dazu geeignet sind die Steinzertrümmerung, die endoskopische Entlastung der Niere mittels eines Drainageschlauches (DJ) oder die direkte endoskopische Steinentfernung mit Hilfe von Spezialinstrumenten. Häufig ist der Patient rasch schmerzfrei, wenn die auslösende Ursache behoben ist.

Dank dem UrologieZentrum Bern der Klinik Beau-Site ist eine rasche Hilfe in einer solchen Notfallsituation gewährleistet.

Autor

Dr. med. Daniel Marth

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WAS TUN BEI RÜCKENSCHMERZEN

Bei Schmerzen nach einem Unfall kann es sich um einen Wirbelkörper-bruch handeln. Treten dabei noch Gefühlsstörungen und Lähmungen auf, kann das Rückenmark geschädigt sein. Hier besteht dringender Handlungs-bedarf ohne Zeitverlust. Eine exakte medizinische Abklärung ist nötig, um die richtige Therapie einleiten zu können. Sie besteht in der Regel aus einer Befragung zu den Schmerzen, einer genauen Untersuchung des Rückens, aus einer bildgebenden Diagnostik (Röntgen, Computertomograpie, Magnet-resonanztomographie, Szintigraphie) und aus einer Laboruntersuchung.

WAS TUN BEI HEXENSCHUSS

Richtige Lagerung führt zur Entspannung: Liegend, die Unterschenkel auf mehrere Kissen gelagert und die Hüftgelenke in einer 90 Grad Beuge-position (sogenannte „Böcklilagerung“).

WAS TUN BEI VERSPANNTER RÜCKENMUSKULATUR

Wärme schafft Abhilfe (Umschläge, Wickel, ein warmes Bad oder ein Saunagang).

  • Lokales Einreiben von schmerzmittelhaltigen Salben oder Crèmen.
  • Auch schmerzmittelhaltige Pflaster können die Schmerzen lindern.

Bei der Einnahme von Medikamenten ist Vorsicht geboten. Es gibt eine grosse Palette von Schmerzmitteln mit unterschiedlichsten Wirksubstanzen und unterschiedlichsten Nebenwirkungen. Eine regelmässige Einnahme sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, da viele Substanzen bei längerer Anwendung den Magen-Darm-Trakt, aber auch Organe wie Nieren und Leber schädigen können.

Autor

Dr. med. Dieter Michel

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WAS TUN BEI VERBRENNUNGEN

Anzeichen für Verbrennungen und Verbrühungen sind starke Schmerzen, Rötung und Blasenbildung.

ERSTE HILFE-MASSNAHMEN

Sofortiges Löschen von Kleiderbränden, beispielsweise durch Auflegen einer Wolldecke (keine Synthetikfasern!), durch Löschen mit Wasser oder mit Hilfe eines Feuerlöschers. Hindern Sie eine brennende Person am Davonlaufen, der Luftzug facht das Feuer weiter an.

  • Bei Verbrühungen Kleider schnell entfernen. Wenn möglich Ringe, Gürtel, Uhren und Schuhe möglichst rasch entfernen, da dies später durch das Anschwellen des verletzten Körperteils unmöglich werden kann.
  • Bei Verbrennungen nur die nicht mit der Wunde verklebten Kleiderteile entfernen. Wenn möglich Ringe, Gürtel, Uhren und Schuhe möglichst rasch entfernen, da dies später durch das Anschwellen des verletzten Körperteils unmöglich werden kann.
  • Betroffene Körperteile mindestens 20 Minuten kühlen. Handwarmes Wasser (ca. 18 – 20 Grad) verhindert die Tiefenausdehnung der Hitzeeinwirkung und lindert die Schmerzen.

Vermeiden Sie zu kaltes Wasser oder gar Eis zum Kühlen. Die Schwere der Verletzung könnte dadurch noch zunehmen!

WEITER ZU BEACHTEN

Kleine Verbrennungen ohne Blasenbildung heilen am besten an der Luft ab. Pflaster oder Verbände sind nicht notwendig.

Bei grossflächigen Verbrennungen besteht die Gefahr einer Unterkühlung oder eines Schocks. Achten Sie auf ausreichenden Wärmeerhalt und rufen Sie den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 144.

Absolut gegenteilige Wirkung und entsprechend verboten sind Hausmittel wie Salben, Puder, Öl, Fett oder Desinfektionsmittel. Diese verschlimmern die Verbrennung. Decken Sie die Verbrennungswunde mit nicht haftender Metalline-Folie steril ab und fixieren Sie das Brandtuch locker mit einer Mullbinde oder einem Dreieckstuch. Brandblasen dürfen auf keinen Fall eröffnet werden, da die Haut einen guten Schutz vor Infektionen bietet.

Verbrennungen im Gesicht sind besonders gefährlich. Möglicherweise hat der Patient Rauch eingeatmet. Dadurch können die Schleimhäute anschwellen und die Atmung behindern. Setzen Sie den Patienten aufrecht hin und kontrollieren Sie regelmässig seine Atmung, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Autor

Dr. med. Peter Rupp

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WAS TUN BEI VERGIFTUNGEN

Eindeutige Anzeichen einer Vergiftung fehlen häufig. Die durch die Vergiftung hervorgerufenen Symptome können sehr verschieden sein. Denken Sie bei jeder unklaren Gesundheitsstörung, vor allem bei Kindern, an eine Vergiftung. Ungewöhnliches Verhalten, z.B. Erregungszustände, Zittrigkeit, Gangunsicherheit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Atem- und Kreislaufbeschwerden, unerklärliche Schweissausbrüche, Speichelfluss, Schwindel, Krämpfe, Bewusstseinseintrübung bis hin zu Atem- und Kreislaufstillstand sind nur einige der möglichen Symptome. Häufig hilft nur geduldiges Nachfragen und genaues Beobachten die Ursache zu ergründen.

WICHTIG

Halten Sie Giftstoffe - Chemikalien, Reinigungsmittel, Medikamente, Pflanzenschutzmittel usw. - vor allem in Haushalten mit Kindern immer verschlossen.

  • Füllen Sie keine Giftstoffe in Getränkeflaschen ab.
  • Lassen Sie auf keinen Fall Zigaretten oder Reste von Zigaretten liegen, wenn Sie Kinder haben.

WAS TUN

Führen Sie nach Überprüfen der Lebensfunktionen Bewusstsein, Atmung und Kreislauf erforderlichenfalls die lebensrettenden Sofortmassnahmen durch.

  • Alarmieren Sie so rasch als möglich den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 144.
  • Schützen Sie sich selbst vor Kontakt mit etwaigen Giftstoffen.
  • Verwenden Sie Schutzhandschuhe und gegebenenfalls eine entsprechende Folie bei der Atemspende.
  • Schützen Sie den Betroffenen vor Auskühlung und achten Sie auf eine bequeme Lagerung.
  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Stoff giftig ist oder nicht, rufen Sie die Giftnotrufzentrale an.
  • Bewahren Sie alle Reste auf (Tabletten, Pflanzenreste, Pilze, Chemikalien, aber auch Erbrochenes).
  • Unterstützen Sie den Patienten, wenn er erbricht, versuchen Sie aber keinesfalls Erbrechen auszulösen.
  • Geben Sie dem Patienten auf keinen Fall Milch zu trinken, dies könnte die Aufnahme mancher Giftstoffe beschleunigen.

Was muss die Giftnotrufzentrale wissen?

  • Wem ist es passiert? Einem Kind, einem Erwachsenen, einem Tier?
  • Was wurde eingenommen? Medikament, Haushaltsmittel (Produktname, Firma), Pflanze/Pflanzenteil, Drogen, Sonstiges?
  • Wie geht es dem Patienten? Ist er bewusstlos?
  • Wieviel wurde eingenommen?
  • Wann ist es passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie wurde es eingenommen (getrunken/gegessen, Hautkontakt)?
  • Wie alt ist der Patient?
  • Was wurde bereits unternommen?
  • Wer meldet den Vorfall (Rückrufnummer bitte angeben)?

Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum
Klosbachstrasse 107
CH-8030 Zürich
Allgemeine Anfragen:
T +41 (0)44 251 66 66
F +41 (0)44 252 88 33
NOTFALL-NUMMER 145

Autor

Dr. med. Peter Rupp

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WAS TUN BEI WUNDEN

Verletzte Haut verliert ihre Schutz-Funktion vor Keimen, die eine Infektion hervorrufen. Wundstarrkrampf (Tetanus) ist besonders gefährlich und wird durch Tetanus-Bakterien verursacht, die fast überall vorkommen und in die Wunde eindringen können.

WAS TUN

Nicht oder nur wenig verschmutzte oberflächliche Schürfwunden
Berühren Sie möglichst nicht, denn kleinere Blutungen reinigen die Wunde. Meist ist es nicht nötig ein Pflaster zu verwenden, lassen Sie die Wunde an der Luft heilen oder verwenden Sie einen desinfizierenden Sprühverband.

Verschmutzte oberflächliche Schürfwunden
Reinigen Sie vorsichtig unter fliessendem kalten Wasser. Die Wunde sollte anschliessend mit einem Desinfektionsmittel abgetupft werden. Decken Sie die Wunde mit einem sauberen Verband ab und suchen Sie Ihren Hausarzt oder das Notfallzentrum auf, um die Wunde versorgen zu lassen und Ihren Impfschutz zu überprüfen.

Blutende Schnitt- oder Platzwunden
Stoppen Sie die Blutung durch das Aufdrücken einer Kompresse oder eines sauberen Tuchs und durch Hochlagern der Körperstelle. Blutet die Wunde trotz des Verbandes weiter, so hilft ein Druckverband oder das Abdrücken der zuführenden Ader.

Grössere oder stark blutende Wunden und Wunden im Gesicht
Müssen innerhalb von 6 Stunden von einem Arzt beurteilt, und möglicherweise genäht, geklammert oder mit einem speziellen Pflaster gestrippt werden. Rufen Sie bei starken Blutungen den Rettungsdienst unter der Nummer 144. Ein grösserer Blutverlust ist lebensbedrohlich!

DRUCKVERBAND

Legen Sie eine sterile Kompresse auf die blutende Wunde und wickeln Sie eine Mullbinde ein bis zweimal fest darum. Nehmen Sie ein Verbandspäckchen, legen es auf den Wundbereich und wickeln Sie die Mullbinde weiter straff um die Wunde.

GRUNDSÄTZLICH GILT

Immer wenn der Verdacht besteht, dass auch tiefer liegende Strukturen sind, muss eine ärztliche Konsultation stattfinden. Denken Sie daran, Ihren Impfausweis mitzubringen.

Autor

Dr. med. Peter Rupp

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WAS TUN BEI ZECKENBISS

Ein Zeckenbiss alleine ist an sich harmlos wie ein Mückenstich. Wenn die Zecke allerdings Träger von teilweise gefährlichen Infektionskrankheiten ist, können diese auf den Menschen übertragen werden. In der ganzen Schweiz kommt die Borreliose und in speziellen Endemiegebieten (Thurgau, Schaffhausen, Region Thun, Belpberg, Seeland) zusätzlich die Frühsommermenigoencephalitis (FSME) vor.

WAS TUN

Besser als eine Zecke richtig zu entfernen, ist es den Stich zu vermeiden.

Zecken fallen nicht von den Bäumen, sondern halten sich im Gras oder Gebüsch (bis ca. 1 Meter über dem Boden) auf. Bleiben Sie auf den Wegen, verringern Sie das Risiko gestochen zu werden. Sind Sie trotzdem exponiert (z.B. Picknick am Waldrand), ist es wichtig geschlossene Kleidung zu tragen und sich anschliessend gut auf Zecken abzusuchen (Leisten, Beugen, Bauchnabel, Achselhöhlen, Nacken, hinter den Ohren).

Weil die Zecken schmerzlos stechen, bleibt der Stich häufig unbemerkt. Jedoch ist es wichtig, dass die Zecke möglichst rasch entdeckt wird, weil die Erreger umso häufiger übertragen werden, je länger die Zecke saugen kann.

Zecke wie entfernen?

Zum Entfernen der Zecke geistern immer noch viele Irrmeinungen herum. Sie reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Drauftröpfeln von Öl. Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen. Es kann sogar sein, dass die Zecke in ihrem "Erstickungskampf" noch mehr Erreger in die Wunde abgibt. Die Zecken sollte daher ganz vorsichtig mit einer feinen Pinzette nahe der Haut gefasst und unter sanftem Zug herausgezogen werden.

Wann soll der Arzt kontaktiert werden?

Sind Sie sich nicht sicher, ob die Zecke richtig entfernt ist oder bleibt ein Stück der Zecke in der Haut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Treten Tage bis Wochen später an der Einstichselle ein im Verlauf wandernder Ausschlag auf, sollte ebenfalls eine ärztliche Konsultation stattfinden.

Autor

Dr. med. François von Wattenwyl

Weitere Informationen

www.zecken.ch
www.zeckenschutz.info

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