Warum soll ich in meinem Unternehmen testen?

Regelmässig testende Unternehmen profitieren von der Befreiung von der Quarantänepflicht: Mitarbeitende können trotz engem Kontakt mit einer positiv getesteten Person weiterarbeiten. Zudem gilt für teilnehmende Betriebe ab dem 31.05.2021 keine Homeoffice-Pflicht mehr, sondern lediglich eine Empfehlung. Für Betriebe und Schulen sind die Tests kostenlos.

Rund 0,1 bis 0,2 Prozent der Bevölkerung tragen das Coronavirus in sich, ohne etwas davon zu merken (sogenannt asymptomatische Personen). Diese Träger können das Virus entsprechend während längerer Zeit unerkannt weitergeben.

Daher ist es wichtig, mit repetitiven Tests Infizierte rasch und umfassend aufzuspüren. Die repetitiven Tests bilden zusammen mit den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln, dem Contact Tracing sowie der Impfung die Basis für die Eindämmung und die Überwachung des Coronavirus. Das repetitive Testen in Betrieben gewährleistet die Sicherheit der Mitarbeitenden wie auch der Kundinnen und Kunden. 

Was kostet die Teilnahme?

Die Testkosten werden von Bund und Kanton übernommen.  Lediglich individuelle Lösungen (z.B. Express-Rückwärtslogistik, externes Pooling-Personal oder Kurierabholung zu bestimmten Uhrzeiten) werden vom Unternehmen selbst getragen.

Wie oft wird getestet?

Um den gesamten Ablauf möglichst effizient zu gestalten, werden PCR-Speicheltests eingesetzt. Diese sind äusserst einfach und sicher in der Handhabung und können selbständig, ohne fachliche Hilfe und zu Hause oder an einem definierten Testpunkt im Betrieb durchgeführt werden. Zudem ist der Transport unproblematisch und das selbstständige Entnehmen des Tests dauert lediglich rund 2 Minuten.

Welche Unternehmen können teilnehmen?

Eine Teilnahme ist möglich für Unternehmen mit:

  • Firmensitz (Hauptsitz oder Zweigniederlassung) im Kanton (wenn der Sitzkanton die repetitiven Testungen bewilligt).
  • Mindestens 4 Mitarbeitenden (Filiale), die am repetitiven Test regelmässig teilnehmen können.

National tätige Unternehmen müssen grundsätzlich für jeden Standort das jeweilige kantonale Konzept umsetzen. Für Unternehmen mit schweizweit mehr als 500 Mitarbeitenden gibt es eine Ausnahme: Diese Unternehmen können das kantonale Testkonzept des Hauptsitzes an allen Standorten einführen (in Rücksprache mit dem Hauptsitz-Kanton). Falls das kantonale Konzept des Hauptsitz-Kantons nicht geeignet ist, kann das Unternehmen das kantonale Konzept des Kantons einer anderen Niederlassung einführen; mit Einwilligung des Kantons, dessen Konzept für alle Standorte angewandt werden soll. Grosse Unternehmen können sich für Unterstützung an das BAG wenden (E-Mail BAG).

«Pooling» – was heisst das?

Beim «Pooling» werden maximal zehn Speichelproben von einzelnen Personen mittels eines grösseren Bechers zu einer einzigen Probe zusammengemischt. Dieser «Pool» wird in ein Proberohr übernommen («Poolprobe») und zur Analyse ins Labor geschickt.

Dank dieses Pooling-Verfahrens können wesentlich mehr Proben beteiligter Personen im gleichen Zeitraum im Labor analysiert werden.

Wie funktioniert die Betriebstestung/Schultestung?

Der Gesamtablauf der Betriebstestung sieht folgendermassen aus:

  1. Der Kanton nimmt die Anmeldung des Unternehmens/der Schule entgegen.
  2. Das Unternehmen/die Schule registriert sich für die Betriebstestung auf der TOGETHER WE TEST-Web-Anwendung. Das Unternehmen/die Schule ernennt interne Poolmanagerinnen und Poolmanager und erfasst diese in der Web-Anwendung. Der Datenschutz ist dabei jederzeit gewährleistet.
  3. Die Poolmanagerinnen und Poolmanager bestellen das nötige Testmaterial über die Web-Anwendung.
  4. Die bestellte Anzahl Pool-Testkits wird per Post an das Unternehmen/die Schule bzw. an den von den Verantwortlichen des Poolmanagements erfassten Standort geliefert.
  5. Die Mitarbeitenden beziehen das Kit für den Speicheltest bei den Poolmanagerinnen und Poolmanagern und führen den Test selbstständig zu Hause oder im Betrieb an einem Testpoint durch. In Schulen wird das Testmaterial an die Schülerinnen und Schüler, welche an der Testung teilnehmen, abgegeben und die Speichelprobe wird direkt in der Klasse abgegeben.
  6. Zu dem vom Testbetrieb bestimmten Wochentag geben die Mitarbeitenden, resp. Schülerinnen und Schüler ihre möglichst frische Speichelprobe bei den Sammelpunkten resp. den Poolmanager/-innen ab.
  7. Die Poolmanagerin oder der Poolmanager erstellt die Poolprobe, indem jeweils max. 10 Speichelproben zusammengeführt werden. Er oder sie führt eine Pooling-Liste, verpackt die Poolprobe und versendet diese an das zuständige Labor.
  8. Die Poolproben werden auf dem optimalen Transportweg ins Labor transportiert, wo diese ausgewertet werden. Nach Eintreffen der Probe im Labor steht das Resultat in der Regel innerhalb von 24 Stunden fest.
  9. Die Poolmanagerin oder der Poolmanager wird über das Resultat informiert. Bei negativem Pooltest teilt die Poolmanagerin oder der Poolmanager dies gemäss Pooling-Liste mit. Im Falle eines positiven Resultats gelten für die Mitglieder dieses Pools erhöhte Schutzmassnahmen (FFP2-Masken, keine gemeinsamen Sitzungen, keine Kunden-kontakte). Diese Mitarbeitenden resp. Schülerinnen und Schüler müssen umgehend einen Corona-Einzeltest in einem Corona-Testcenter oder vor Ort durchführen, falls eine Probeentnahme im Betrieb/der Schule möglich ist. Das Resultat dieses Tests wird den Mitarbeitenden, resp. Schülerinnen und Schülern direkt vom Labor übermittelt.
  10. Im Falle eines positiven Einzeltests müssen Mitarbeitende in Isolation. Sie werden vom kantonalen Contact Tracing kontaktiert und über das weitere Vorgehen informiert.
  11. Bei einem negativen Testresultat können die Mitarbeitenden ihre Arbeit unter den bestehenden Schutz- bzw. Hygienemassnahmen wieder aufnehmen.
  12. Die Poolmanagerinnen und Poolmanager bieten die Mitarbeitenden zum nächsten Test in 5-8 Tagen auf.

Welche Aufgaben erwarten ein teilnehmendes Unternehmen?

Die teilnehmenden Unternehmen müssen sich anmelden, ihre Belegschaft informieren und einen möglichst grossen Teil zur Teilnahme motivieren (für Mitarbeitende freiwillig). Zur Organisation vor Ort müssen Poolmanagerinnen/Poolmanager bestimmt werden, welche das Material bereitstellen, die Einzelproben zu Pool-Proben zusammenführen und den Versand an die Labors koordinieren. Für die interne Kommunikation werden dazu seitens Kanton Hilfsmittel (Flyer, Plakate, Video, Webseite) zur Verfügung gestellt.

Welche Aufgaben erwarten eine teilnehmende Schule?

Die teilnehmenden Schulen müssen sich beim Sitzkanton anmelden, ihre Schülerschaft und die erziehungsberechtigten Personen informieren und einen möglichst grossen Teil zur Teilnahme motivieren. Die Teilnahme ist für Schülerinnen und Schüler freiwillig. Zur Organisation vor Ort müssen Poolmanagerinnen und Poolmanager bestimmt werden, welche das Material bereitstellen, die Einzelproben zu Pool-Proben zusammenführen und den Versand an die Labors koordinieren. 

Kann auf das Tragen von Masken verzichtet werden, wenn getestet wird?

Nein, die Maskenpflicht bleibt bestehen, auch wenn die Personen regelmässig oder punktuell getestet werden. Es muss eine Maske getragen werden, sobald sich mehr als eine Person in einem Raum aufhält, auch wenn der Abstand eingehalten werden kann (zum Beispiel in Grossraumbüros).

Sollen geimpfte Mitarbeitende auch testen?

Vollständig geimpfte Personen* sollten sich nicht repetitiv testen, sie dürfen aber, wenn sie möchten.

(*zwei Impfdosen oder eine Impfdosis nach durchgemachter Covid-Erkrankung) 

Sollen Mitarbeitende, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, auch testen?

Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, sollen erst sechs Monate nach Krankheitsbeginn an den Testungen teilnehmen. Dies, weil Tests während der sechs Monate immer noch positiv ausfallen können.

Was geschieht, wenn ein Pool positiv ist?

Wenn ein Pool positiv ist, müssen diese Poolteilnehmenden erhöhte Schutzmassnahmen befolgen (Distanz- und Hygienevorschriften strikte beachten, keine Sitzungen in Gruppen, kein Kundenkontakt, in Schulen nach Möglichkeit Fernunterricht bzw. Einzelarbeiten) und möglichst schnell einen PCR-Bestätigungstest durchführen. Die nicht vom positiven Pool betroffenen Schülerinnen und Schüler können weiterhin am Schulunterricht vor Ort teilnehmen, sofern die aktuellen Richtlinien des Kantons Schulunterricht vor Ort vorsehen. Die aktuellen Schutzmassnahmen des Kantons bleiben weiterhin bestehen.

Das Resultat des Bestätigungstests wird den Mitarbeitenden resp. den Schülerinnen und Schülern direkt vom Labor mitgeteilt. Weder der Betrieb noch die TOGETHER WE TEST Plattform kennen das Einzeltestresultat.

Dürfen Mitarbeitende weiterarbeiten resp. Schülerinnen und Schüler weiterhin zur Schule gehen, während sie auf das Bestätigungs-Testresultat eines positiven Pools warten?

Betrieb: Grundsätzlich ja – sofern die Schutz- und Hygienemassnahmen eingehalten werden. Dies immer unter der Voraussetzung, dass die Mitarbeitenden keine Symptome haben.

Schule: Bis zum Vorliegen der Bestätigungstestresultate wird für die Schülerinnen und Schüler des positiven Pools Fernunterricht empfohlen.

Wann eignen sich PCR-Speicheltests?

PCR-Speicheltests erkennen eine Infektion mit dem Coronavirus bereits, kurz nachdem sich jemand angesteckt hat. Sie bieten bei wöchentlichen Tests deshalb die grösste Sicherheit und werden zur Eindämmung und zur Überwachung des Coronavirus in Betrieben und Schulen eingesetzt.

Wann eignen sich Antigen-Schnelltests?

Die Resultate von Antigen-Schnelltests sind weniger verlässlich als diejenigen von PCR-Tests. Die Tests schlagen am besten an, wenn eine hohe Viruslast vorliegt. Infizierte mit geringer Viruslast – etwa direkt nach der Ansteckung oder gegen Ende der Erkrankung – werden deshalb möglicherweise nicht entdeckt. Antigen-Schnelltests eignen sich daher besonders, um bei einem spezifischen Ereignis wie einer Veranstaltung zusätzliche Sicherheit zu schaffen. Sie können aber auch eingesetzt werden, wenn Betriebe regelmässig testen wollen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass in diesem Setting medizinisches Fachpersonal die Tests durchführt. Zudem müssen positive Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt werden.