In der Radiologie der Klinik Stephanshorn führen wir die Stanzbiopsie sowie seit April 2021 die MR-gesteuerte Vakuumbiopsie bei Veränderungen in der Brust durch. 

Wird eine verdächtige Veränderung bei der radiologischen Abklärung (Mammographie, Mammasonografie, MRI-Mamma) der Brust entdeckt, muss diese durch eine Gewebeentnahme weiter abgeklärt werden. Nur mit dem Ergebnis der Gewebeentnahme kann letztlich entschieden werden, ob es sich um eine gutartige oder eine bösartige Brustveränderung handelt und welche Behandlung notwendig ist. Die Untersuchung erfolgt mit einer lokalen Betäubung und wird ambulant durchgeführt.

 

Nachführend wird die MR-gesteuerte Vakuumbiopsie ausführlicher erklärt, die in der Radiologie der Klinik Stephanshorn durch Dr. Sabine Zehbe angeboten wird. 

MR-gesteuerte Vakuumbiopsie

Die MR-gesteuerte Vakuumbiopsie (Magnetresonanz-gesteuert) ist eine sehr spezifische Abklärung und wird angewendet, wenn der Befund nur im MR sichtbar ist («MR-only-lesion»). Es kann mehr Gewebe entnommen werden als bei einer Stanzbiopsie, somit ist die Methode äusserst präzise und die Diagnosesicherheit sehr hoch. Die Durchführung ist nur speziell akkreditierten Zentren vorbehalten, welche die entsprechende apparative Ausstattung sowie speziell geschultes Personal haben.

Mit Hilfe eines Kontrastmittels kann in der MRI-Untersuchung die genaue Position des verdächtigen Gewebes berechnet werden. Unter lokaler Betäubung wird nach einem kleinen Hautschnitt (3-4 mm) das Gewebe mit Hilfe eines speziellen unterdruckgesteuerten Gerätes entnommen (Vakuumbiopsie). Die Patientin liegt dabei während rund 60 Minuten in unveränderter Position auf dem Bauch. Nach dem Eingriff ist eine Schonung erforderlich. Während der ersten fünf Tage nach dem Eingriff sollten längere Belastungen mit den Armen vermieden werden.

Durch die Anwendung dieses Verfahrens bieten sich folgende Vorteile:

  • Unnötige Operationen können vermieden werden
  • Eine Überbehandlung kann vermieden werden
  • Präzise Therapieplanung
  • Sicherstellung aller bösartigen Veränderungen, um eine ausreichend ausgedehnte Operation zu gewährleisten