Künstliche Gelenke: Rasche Rückkehr in den Alltag

Patientenzeitschrift "Focus" - Publikationen der Privatklinkgruppe Hirslanden

Nach der Implantation eines Knie- oder Hüftgelenkes rasch wieder nach Hause und im Alltag integriert – früher oft nur ein Wunsch, heute hingegen die Regel. Dazu tragen schonende minimalinvasive Operationstechniken, ausgeklügelte therapeutische Konzepte und motivierte Patienten bei. Ein deutliches Plus an Lebensqualität.

Der 70-jährige Norbert Heussler war etwas nervös. In drei Wochen würde er ein neues Hüftgelenk bekommen. Seit Jahren verspürte er beim Gehen zunehmende Leistenschmerzen. Jetzt halfen aber nicht einmal mehr Schmerzmedikamente und auch die Nachtruhe war eingeschränkt. Als begeisterter Bergwanderer konnte er nicht mehr mit seinen Freunden wandern gehen. «Das Gelenk ist kaputt – da reibt Knochen auf Knochen», hatte ihm der Hausarzt nach gründlicher Untersuchung die Ursache für seine Schmerzen erläutert. Es bleibe ihm nichts mehr anderes übrig, als sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen zu lassen.

Vier bis fünf Tage nach der Operation zurück nach Hause

Das war ein Schock für Norbert Heussler. Er kann sich gut an die Hüftoperation seines Vaters erinnern. Gut drei Wochen war dieser im Spital und danach musste er nochmals drei Wochen in einer Rehabilitationsklinik verbringen, da er das operierte Bein nicht voll belasten und somit die vielen Treppen in seinem Haus mit den Stöcken einfach nicht alleine bewältigen konnte. Er fühlte sich sehr unsicher und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Mit diesen Gedanken sass Norbert Heussler im Wartezimmer seines behandelnden Orthopäden in Emmenbrücke.

Seine Überraschung war gross, als ihm der Orthopäde im Gespräch eröffnete, dass er spätestens nach vier bis fünf Tagen wieder wohlbehalten und schmerzarm bei seiner Ehefrau zu Hause sein werde. Das operierte Bein könne er von Anfang an voll belasten und auch die Gehstöcke seien nicht zwingend notwendig. Ein längerer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik erübrige sich daher. «Da hat sich in den vergangenen Jahren glücklicherweise vieles zum Positiven verändert», fasst der behandelnde Orthopäde die medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Fortschritte zusammen. Einerseits ermöglichen minimalinvasive Operationstechniken heute sehr gewebeschonende Eingriffe. Zudem bestehen die modernen Prothesen aus hochwertigem Material. Zu den positiven Entwicklungen trägt andererseits eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Ärzteteam, den Pflegefachpersonen und Physiotherapeuten bei. Norbert Heussler ist verständlicherweise noch immer etwas nervös, doch Angst vor dem Eingriff hat er nicht mehr. Er freut sich bereits heute darauf, bald wieder mit seinen Freunden schöne Bergwanderungen unternehmen zu können.

Rapid Recovery – die schnelle Heilung

Durch ein etabliertes Behandlungskonzept kann heutzutage nach einem künstlichen Gelenkersatz eine schnelle Heilung und somit eine rasche Integration in den Alltag erreicht werden. Lange Spitalaufenthalte sind nicht mehr notwendig. Die Rehabilitation findet meist ambulant in einem vertrauten Umfeld und in enger Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Orthopäden und Physiotherapeuten statt. Moderne gewebeschonende Eingriffe dank minimalinvasiver Operationstechniken, ein individuelles schmerztherapeutisches Konzept sowie spezielle Narkoseverfahren ermöglichen nach der Operation eine Vollbelastung des operierten Beines sowie eine rasche und schmerzarme Mobilisation. Dadurch werden Ängste rasch abgebaut und Komplikationen (z. B. Thrombosen, Infekte) vermindert. Die künstlichen Gelenke dürfen und sollen belastet und bewegt werden. Patienten können dabei kaum etwas falsch machen und werden rasch feststellen, dass sie täglich an Sicherheit und Lebensqualität dazugewinnen.

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