Behandlungsablauf

Hinter jeder Erkrankung steht ein Mensch mit seiner ganz persönlichen und individuellen Krankengeschichte. Genauso individuell sieht die gewählte Strahlentherapie aus. Der folgende Behandlungsablauf soll einen summarischen Überblick geben.

Nachdem sich die Patientin/der Patient zur Bestrahlung entschlossen hat, muss diese entsprechend vorbereitet werden. Mit den zum Einsatz kommenden modernen Geräten in den Instituten für Radiotherapie kann auf einen Millimeter genau bestrahlt werden. Ausserdem kann auf 1-2% genau berechnet werden, welche Dosis ein Areal im Körper erhält. Die Kunst der Bestrahlung besteht darin, genau dort die notwendige Dosis abzugeben, wo Tumorzellen (noch) vorhanden sind, und diejenigen Regionen, die nicht befallen sind, möglichst wenig zu belasten. Zudem muss sichergestellt werden, dass jede Bestrahlung unter den genau gleichen Bedingungen durchgeführt werden kann. 

Erstgespräch

Nachdem die Patientin oder der Patient vom behandelnden Arzt in der Radiotherapie angemeldet worden ist, wird ein gemeinsamer Termin für eine erste Begegnung mitgeteilt (brieflich oder telefonisch). Nach der Anmeldung am Empfang wird die Patientin/der Patient vom behandelnden Arzt im Wartezimmer der Hirslanden Klinik abgeholt. Es ist ratsam, zur Erstkonsultation wenn immer möglich Familienmitglieder, Partner oder auch Freunde mitzubringen.

Vorbereitung

Damit die Bestrahlung unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden kann, muss bei jeder Bestrahlungssitzung die gleiche Position auf dem Bestrahlungstisch eingenommen werden.

Erhebung des Ist Zustandes

Der Radio-Onkologe muss für eine genaue Behandlung den aktuellen Istzustand erheben. Unter Umständen sind dazu auch zusätzliche Untersuchungen notwendig, die vor Bestrahlungsbeginn durchgeführt werden müssen. Ebenso ist es wichtig zu wissen, ob zusätzliche Krankheiten vorliegen, die eine Bestrahlung beeinflussen können. Auf jeden Fall wird der untersuchende Arzt alle Details besprechen und die eventuell zusätzlich notwendigen Schritte erklären. Medikamente, die von der Patientin/dem Patienten aktuell eingenommen werden, sollten dem untersuchenden Arzt unbedingt angegeben werden, genauso wie zusätzliche Behandlungen, die gerade durchführt werden.

Individuelle Lagerungshilfe

Um dies sicherzustellen, kommt zu Beginn der Therapie eine individuelle Lagerungshilfe zum Einsatz. Dabei handelt es sich meistens um eine Lagerungsmatratze, die sich dank einem Vakuum dem Körper der Patientin/des Patienten anpasst, sodass ein entsprechender Abdruck gemacht werden kann. Das Liegen auf der Matratze richtet sich nach der Notwendigkeit für die Bestrahlung, vor allem aber auch danach, wie es für die Patientin/den Patienten bequem ist. Der Ablauf ist folgender: Die Matratze passt sich dem Körper an. Anschliessend wird ein Vakuum angelegt, sodass die Matratze hart wird: Ein Abdruck des Körpers wird festgehalten. Für die täglichen Bestrahlungen legt sich die Patientin/der Patient jeweils in diesen Abdruck. So wird sichergestellt, dass jedes Mal die gleiche Positionierung des Körpers erfolgt.

Berechnung des Bestrahlungsplans

Anschliessend wird ein Computertomogramm mithilfe der individuellen Lagerung in der Position durchgeführt, in welcher zukünftig bestrahlt wird. Dies dient zur optimalen Planung der Bestrahlung. Der Arzt wird auf jedem der vielen CT-Bilder einzeichnen, welche Regionen bestrahlt werden und welche eine möglichst geringe Dosis bekommen sollen. Daraufhin kann der Physiker mit seinem Team den Bestrahlungsplan genau berechnen. Dieser besteht meistens aus mehreren Feldern. Das bedeutet, der Linearbeschleuniger wird so eingestellt, dass er aus verschiedenen Richtungen auf die Tumorregion einstrahlt. In diesem Plan werden auch die Grösse der Felder und die individuell auf die Krankheitssituation angepassten Ausblockungen berechnet.

 

 

 

Therapie

Mit Abschluss der Vorbereitungsarbeiten beginnt die Phase der «routinemässigen» Therapien. Je nach Therapiekonzept und Therapieziel wird 10 bis 40 Mal bestrahlt. Meistens erfolgt eine Behandlung pro Tag an Werktagen von Montag bis Freitag. Es gibt aber auch Situationen, in denen nicht jeden Tag oder sogar zweimal täglich behandelt werden kann.

Die erste Behandlung

Die erste Bestrahlung ist – verglichen mit den restlichen Behandlungen – etwas aufwändiger, da noch einmal alle Details ganz genau überprüft werden. Nachdem die Patientin/der Patient auf der individuellen Lagerungshilfe liegt, kontrollieren die MTRAs (speziell ausgebildete Techniker/-innen, die unsere Maschinen bedienen) zusammen mit dem Physiker die Genauigkeit der Einstellung. Erst wenn alles genau stimmt, gibt der Physiker die Behandlung frei. Dank den modernsten Systemen, die in den Hirslanden Kliniken zum Einsatz kommen, kann sichergestellt werden, dass die Patientin/der Patient auf den Millimeter genau behandelt wird.

Kontrollaufnahme

Anschliessend werden die verschiedenen Felder eingestellt. Bei der ersten Bestrahlungssitzung wird vor dem Beginn der Bestrahlung noch einmal eine Kontrollaufnahme gemacht und mit dem bereits berechneten Bild verglichen. Auch hier gilt, dass nur dann bestrahlt wird, wenn alles ganz genau übereinstimmt. Die erste Bestrahlung dauert aufgrund der vielen Kontrollen etwas länger. Normalerweise wird eine Bestrahlung zwischen 20 und 30 Minuten beanspruchen.

Festlegung weiterer Termine

Nach der ersten Behandlung wird das weitere Programm mit einem Mitglied des MTRA-Teams besprochen und die Termine für die nächsten Behandlungen werden festgelegt. Von der zweiten Behandlung an kehrt bereits die Routine ein. Auch hier gilt, dass keine Kompromisse bei der Qualität eingegangen werden. So wird vor jeder Bestrahlung die korrekte Lagerung kontrolliert, und nur wenn diese perfekt ist, wird die Behandlung begonnen. Von der zweiten Bestrahlung an muss «nur» noch mit einem Zeitaufwand von ca. 15 Minuten pro Tag gerechnet werden.

Optimale Betreuung

Treten während dieser Zeit Fragen auf oder sind Symptome zu verspüren, kann die Patientin/der Patient jederzeit mit dem zuständigen Arzt sprechen. Die MTRA und die Mitarbeiterin des Empfangs können kontaktiert werden. Der behandelnde Arzt wird sofort gerufen und wird sich für das Anliegen der Patientin/des Patienten Zeit nehmen.

 

Behandlungsverfahren

Dank unserer Infrastruktur sind unsere Radiotherapiezentren als einige der wenigen strahlentherapeutischen Institutionen in Europa in der Lage, das gesamte Spektrum der Radiotherapie anzubieten.

  • Stereotaktische Radiotherapie (bildgestützte Bestrahlung von aussen mit dem CyberKnife)
  • Perkutane Bestrahlung (Bestrahlung von aussen mit dem Linearbeschleuniger)
  • Brachytherapie (Bestrahlung von innen durch Platzierung von radioaktiven Quellen im Tumor)
  • Intraoperative Bestrahlung (Intrabeam)