Onkologische Rehabilitation für ein grosses Ziel

Nach einem Krebsleiden ist zunächst nichts mehr wie zuvor. Die onkologische Rehabilitation umfasst daher interdisziplinäre Massnahmen, damit die Betroffenen ihr Leben trotz Krankheit und kräftezehrender Therapie in grösstmöglicher Selbständigkeit gestalten können.

Der behandelnde Chirurg oder Onkologe zieht eine Rehabilitation in Betracht, wenn starke Funktionseinschränkungen und/oder Reaktionen auf die Chemo- oder Strahlentherapie vorliegen. Für eine stationäre Rehabilitation sprechen zudem Mangel- oder Fehlernährungen sowie das Fehlen einer ausreichenden Betreuung zuhause. Künstliche Ernährung, ein neu angelegter künstlicher Darmausgang, Drainagen zur Ableitung von Wundsekret oder Wundheilungsstörungen sind weitere Gründe für eine stationäre Rehabilitation.

Interdisziplinäre Kompetenz

Während des Rehabilitationsaufenthalts finden fortlaufend Gespräche und Untersuchungen statt, um die physische und psychische Situation zu erfassen. Ein Team an Fach- und Konsiliarärzten, Psychiatern, Psychologen sowie spezialisierten Pflegekräften erkennen etwaige Veränderungen und leiten entsprechende Massnahmen ein. Zudem trägt ein breites Angebot an Bewegungs-, Ergo-, Kunst- und Musiktherapie sowie auch eine individuelle Ernährungstherapie zum Wohlbefinden und einer bestmöglichen Genesung bei. Generell unterstützen ein ansprechendes Ambiente, eine gute Hotellerie und eine vorzügliche Gastronomie das Wohlgefühl während der Rehabilitation.

Weitsichtig organisierter Austritt

Der Austritt aus der onkologischen Rehabilitationsklinik wird unter Einbindung der Angehörigen frühzeitig organisiert. Hierbei klären Fachleute u.a. die Pflegeressourcen in der Familie oder bei der spitalexternen Onkologiepflege ab und vereinbaren den nächsten Kontrolltermin beim Chirurgen oder Onkologen. Vor dem Aufenthaltsende werden zudem Empfehlungen zur Ernährung und Bewegung besprochen und nach Hause mitgegeben.

Die drei Rehabilitationsarten im Überblick

Postoperative onkologische Rehabilitation

Nach einer operativen Tumorbeseitigung kann der Chirurg in Absprache mit dem Patienten einen stationären Rehabilitationsaufenthalt beantragen. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Ernährung über Sonden erfolgen muss oder neu ein künstlicher Darmausgang angelegt wurde. Ebenso spricht für eine stationäre Rehabilitation, wenn noch Drainagen vorhanden sind oder Störungen in der Wundheilung vorliegen.

Im Vordergrund der Behandlung stehen vornehmlich funktionelle Störungen des Körpers, aber auch psychische Veränderungen und Leiden. Je nach Infrastruktur sowie medizinischer und pflegerischer Fachkompetenz der Rehabilitationsklinik kann die Verlegung bereits in einem recht frühen Stadium erfolgen. 

Allgemeine onkologische Rehabilitation

Die Krankheit Krebs und ihre Behandlung mit Chemo- und/oder Strahlentherapie bewirken oft tiefgreifende körperliche, psychische und soziale Beeinträchtigungen. Diese können mit einer onkologischen Rehabilitation aufgefangen werden. Eine zielorientierte onkologische Rehabilitation kann zu jedem Zeitpunkt der Krebserkrankung erfolgen. Beantragt wird sie vom behandelnden Onkologen in Absprache mit dem Patienten. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und die leichtere Wiedereingliederung in den Alltag und das Berufsleben.

Ambulante onkologische Rehabilitation

In der Schweiz leben mehr als 317'000 Menschen mit der Diagnose Krebs. Bei 60’000 Menschen liegt die Diagnose 2 bis 5 Jahre zurück. Diese Personen brauchen weiterhin Nachbetreuung und Nachkontrollen. Die ambulante onkologische Rehabilitation ist hierfür geeignet, sofern die Patienten nicht mehr spital- oder pflegebedürftig sind, aber nach wie vor durch verschiedene Fachpersonen betreut werden müssen.