Behandlung

Diagnose Krebs

Krebs zu definieren, ist selbst für Krebsforscher eine schwierige Aufgabe. Den Begriff anhand der Ursache für den Krebs zu erklären, scheint wesentlich einfacher.

Heute ist bekannt, dass die Zellen eines Tumors von einer Ursprungszelle abstammen, die irgendwann – meist vergehen Jahrzehnte, bevor eine Geschwulst überhaupt sicht- oder tastbar wird – vom Weg der kontrollierten Teilung abgekommen ist. Denn jedes Leben beginnt als Zelle. Durch Teilung wird sie sich vervielfachen und spezialisieren. Normale, spezialisierte Zellen sind aufeinander abgestimmt und funktionieren harmonisch untereinander. Sie gruppieren sich zu Geweben, welche die verschiedenen Organe bilden.

Am Anfang einer Krebserkrankung wandeln sich – häufig über verschiedene Zwischenschritte – normale Zellen in bösartige um, die sich unkontrolliert zu teilen beginnen. Wenn die Abwehrmechanismen des Körpers sie nicht zerstören können, entstehen immer mehr kranke Zellen, die zu Beginn eine örtlich begrenzte Geschwulst (Tumor) bilden. Danach werden die Nachbargewebe durchwuchert (Infiltration). Über die Lymph- und Blutgewebe können Krebszellen an entfernte Körperstellen gelangen, wo sie neue Krebsgeschwülste (Metastasen) bilden. Bei Leukämien und gewissen Lymphdrüsenkrebsen verteilen sich die Krebszellen rasch im ganzen Körper.

Krebs umfasst als Sammelbegriff rund 150 verschiedene Formen von bösartigen Organtumoren und Krankheiten des blutbildenden und lymphatischen Systems.

Krebs stellt nach den Herz- und Kreislaufkrankheiten die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz dar. Doch die Diagnose Krebs ist kein Todesurteil. Denn von den jährlich über 30'000 neu erkrankten Personen kann rund die Hälfte geheilt werden. Solange eine Krebskrankheit örtlich begrenzt bleibt, sind die Heilungschancen ungleich besser, als wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Deshalb sind Früherkennung und rechtzeitige Behandlung wichtig.

Die Strahlentherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie), die Chemotherapie oder beide Therapien in Kombination zählen neben der Chirurgie zu den Eckpfeilern der Behandlung bösartiger Tumoren.

Mit beiden Therapieformen wird versucht, das Wachstum der Tumorzellen zu blockieren und sie letztendlich zu zerstören. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass bei der Chemotherapie die verabreichten Medikamente im ganzen Körper wirken, während bei der Radiotherapie die ionisierenden Strahlen nur dort wirken, wo sie direkt mit dem Gewebe in Kontakt kommen. Weiterhin ist die Wirkung der Strahlentherapie in den behandelten Bereichen viel stärker als im umliegenden Gewebe und kann dort deutlich mehr Tumorzellen zerstören. Darum werden die beiden Behandlungsmethoden in vielen Therapiekonzepten kombiniert eingesetzt.

Ziel der Chemotherapie ist häufig auch, allfällige noch nicht sichtbare Mikrometastasen im Körper zu eliminieren. Die Strahlentherapie hingegen kann dort eingesetzt werden, wo sich Tumorzellen in grösseren Knoten oder Strukturen sammeln und die Chemotherapie alleine in der Regel nicht ausreichen würde. Zusätzlich haben die Medikamente der Chemotherapie häufig die Eigenschaft, dass sie Tumorzellen, die sich schnell teilen, für ionisierende Strahlen sensibilisieren und damit die Wirkung der Bestrahlung verstärken.

Chemotherapie

Unter Chemotherapie versteht man die Verabreichung spezifischer Medikamente als Infusion oder als Tabletten mit dem Ziel, die Krebszellen im Körper zu zerstören.

Manche Krebsarten lassen sich hauptsächlich durch eine Chemotherapie behandeln, beispielsweise Leukämien und Lymphome. Bei anderen Krebsarten wird die Chemotherapie nach einer Operation und/oder nach einer Bestrahlung angewendet. Sie soll eventuell noch im Körper vorhandene Tumorreste abtöten.

Eine Chemotherapie kann aber auch vor einer Operation erfolgen. Damit sollen der Tumor verkleinert und die Erfolgsaussichten der Operation verbessert werden. Schwinden die Aussichten auf Heilung, kann eine Chemotherapie möglicherweise die Beschwerden von Patienten lindern und so ihre Lebensqualität verbessern.

Operation

Wenn es die Lage und die Grösse des Krebstumors zulassen, wird dieser chirurgisch entfernt. Bei manchen Patienten wird bereits vor der Operation eine Chemo- oder Strahlentherapie durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern und die Erfolgsaussichten der Operation zu verbessern.           

Bestrahlung

Schon ein Jahr nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen wurde deren Bedeutung für die Therapie von Tumoren und anderen Hautveränderungen erkannt. 1896 wurde der erste Mensch in Wien mit ionisierenden Strahlen behandelt. Seither hat sich die Strahlentherapie – neben der Chirurgie und der Chemotherapie – als einer der drei Eckpfeiler in der Behandlung von Tumoren durchgesetzt.

Die Radio-Onkologie oder Strahlentherapie ist seit dieser Zeit eine der wichtigen Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen. Sie setzt bestimmte Arten von Strahlen ein, um einen Tumor oder krankhafte Zellen, die sich zu einem Tumor entwickeln könnten, zu zerstören.

Jede Erkrankung wird individuell beurteilt und mit dem passenden Gerät therapiert. Dank der hochmodernen Infrastruktur in den Instituten für Radiotherapie in Aarau, Lausanne, Männedorf und Zürich können für jeden Einzelfall massgeschneiderte Behandlungsverfahren vom Arzt und vom Physiker erarbeitet werden.

 

Bestrahlungsverfahren

Dank unserer Infrastruktur sind unsere Radiotherapiezentren als einige der wenigen strahlentherapeutischen Institutionen in Europa in der Lage, das gesamte Spektrum der Radiotherapie anzubieten.

  • Stereotaktische Radiotherapie (bildgestützte Bestrahlung von aussen mit dem CyberKnife)
  • Perkutane Bestrahlung (Bestrahlung von aussen mit dem Linearbeschleuniger)
  • Brachytherapie (Bestrahlung von innen durch Platzierung von radioaktiven Quellen im Tumor)
  • Intraoperative Bestrahlung (Intrabeam)