Kiefer- und Gesichtschirurgie

Die Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie umfasst die Erkennung, Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Frakturen, Fehlbildungen und Formveränderungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die funktionelle (Kauen, Schlucken, Sprechen) und ästhetische Rehabilitation des Patienten. Das Leistungspektrum des cfc umfasst die Behandlung der folgenden Erkrankungen:

 

Kiefergelenksankylosen

Die Ankylose hat Einschränkungen der Mundöffnung bis hin zur totalen Blockade zur Folge und kann nur operativ behandelt werden. Dabei handelt es sich um aufwendige Eingriffe. Je nach Ausmass der Ankylose ist ein Ersatz des Kiefergelenks durch eine Gelenksprothese notwendig.

Gelenkprothese Die früher verwendeten Kiefergelenksprothesen, welche nur das Kieferköpfchen ersetzten, haben sich nicht bewährt. Analog der Situation bei Hüft- und Kniegelenken wird heute ein Totalersatz durchgeführt, d.h. Kopf und Gelenkpfanne werden durch eine Prothese ersetzt.

Die Erfahrungen mit dem totalen Gelenkersatz sind sehr gut (eigene Erfahrungen über 5 Jahre). Die Prothesen (Abbildung) werden auf der Basis von CT Daten von der Spezialfirma tmj concepts individuell aus Titan hergestellt.

Die Dauer des operativen Eingriffs wird vor Allem vom Ausmass der Ankylose bestimmt und liegt zwischen vier und sechs Stunden. In der Regel können die Patienten nach sechs bis sieben Tagen das Spital verlassen, müssen aber zuhause mit einem speziellen Gerät intensive Mundöffnungsübungen machen. Diese Übungen sind anfänglich jeden Tag mehrmals erforderlich, später kann die Frequenz bis zu 1x pro Woche vermindert werden.


Während der Hospitalisation und bei Bedarf darüber hinaus müssen die Patienten intensiv physiotherapeutisch behandelt werden um das Operationsresultat zu stabilisieren.

Möchten Sie mit betroffenen Patienten sprechen? Gerne vermitteln wir einen Kontakt.

Kopf-Hals-Tumore

Krebserkrankungen der Mundhöhle haben eine gute Prognose wenn sie im Frühstadium entdeckt werden. Deshalb führt das cfc hirslanden eine Mundschleimhaut Sprechstunde durch. Auch grössere Tumore haben heute dank kombinierter Therapien Heilungschancen.  

Anzeichen ernst nehmen

Ein Ulcus, eine offene Wunde oder eine Verhärtung in der Mundschleimhaut, die nicht innerhalb von 2-3 Wochen abheilen, sollten durch einen Zahnarzt oder Arzt beurteilt werden. Typische Lokalisationen sind Mundboden, aber auch Zunge oder Zahnfleisch. Für die fachkundliche Abklärung hat das cfc hirslanden eine spezielle interdisziplinäre Mundschleimhaut Sprechstunde eingerichtet .

Interdisziplinäre Tumorbehandlung

Diemoderne Tumorbehandlung schliesst mehrere Behandlungsmodalitäten ein (operative Behandlung, gezielte und schonende Bestrahlung, medikamentöse Behandlung). Im Rahmen des interdisziplinären Tumorboards suchen Spezialisten aller beteiligten Fachdisziplinen die sicherste und schonendste Therapie, die eine oder mehrere der oben erwähnten Behandlungsmodalitäten umfassen kann.


Im persönlichen Gespräch erklärt der betreuende Arzt dem Patienten und seinen Angehörigen die Diagnose und die vorgeschlagenen Massnahmen.


Lebensqualität erhalten

Das Ziel der Behandlung besteht nicht nur darin en Tumor zu beseitigen, sondern auch darin, dem Patienten die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. Dazu gehört vor allem bei der Entfernung grosser Tumore die funktionelle und ästhetische Rekonstruktion des entfernten Gewebes. Dies wird eben den selbstverständlich vorhandenen modernsten Operationseinrichtungen vor allem urch die jahrelange Erfahrung der beteiligten Chirurgen ermöglicht.

Neben der chirurgischen Rehabilitation ist die Reintegration des Patienten in sein soziales und berufliches Umfeld von entscheidender Bedeutung. Zusätzlich zu den bestehenden Selbsthilfegruppen und der spitalexternen Betreuung organisieren wir bei Bedarf Kontakte zu Kriseninterventionszentren, aber auch Aufenthalte in Rehabilitationszentren sowie gezielte physiotherapeutische oder logopädische Betreuung.

Zahnverlust

Nach dem Verlust der Zähne kommt es zu einer Rückbildung des Kieferknochens. Um Zahnimplantate einsetzen zu können, muss der Kiefer wieder mit Knochen aufgebaut werden. Als Alternative zum Knochenaufbau sind im Oberkiefer Jochbeinimplantate als Verankerungselemente für Prothesen möglich.

Sobald Zähne verloren gehen, bildet sich der Kieferknochen zurück. Verliert man die Zähne bereits in jungen Jahren ist der Grad des Knochenschwundes dementsprechend schwerwiegender. Ein übermässiger Knochenschwund wird vom Krankenversicherungsgesetz als Krankheit beurteilt, sodass die Kosten für den Knochenaufbau und die Implantate von der Krankenkasse übernommen werden. Die neue Prothese oder die neuen Kronen und Brücken müssen jedoch vom Patienten selbst bezahlt werden.

Knochenaufbau und Implantate

Das Hauptproblem beim Knochenschwund besteht darin, dass die Prothesen schlecht halten und deshalb sowohl Kaufunktion als auch Ästhetik deutlich beeinträchtigt sind. Das Ziel der Behandlung ist das Erreichen optimaler Voraussetzungen für neue Zähne. In den meisten Fällen ist in einem ersten Schritt ein Knochenaufbau notwendig, um genügend Platz zu schaffen für das Einsetzen von Zahnimplantaten. Je nach Ausmass der Atrophie wird der Aufbau unterschiedlich eingeleitet. Bei starker Rückbildung entnimmt der Kieferchirurge Knochenstücke vom Beckenkamm, welche mit Schrauben auf dem Kiefer fixiert werden. Bei geringerer Rückbildung kann der Aufbau mit Knochenersatzmaterialien, die sich mit der Zeit in körpereigenen Knochen umwandeln, durchgeführt werden.

Funktionell und ästhetisch

Der aufgebaute Knochen benötigt ca. 6-9 Monate bis er sich vollumfänglich dem Kieferknochen angepasst hat und eingeheilt ist. In dieser Zeit muss der Patient seine alte, aber abgeänderte Prothese tragen, welche in der Regel nur dank Haftmittel stabilisiert werden kann. Ausgehend von dieser neuen Knochensituation können die Implantate geplant werden. Abhängig von den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten des Patienten wird die Anzahl und Position der einzusetzenden Implantate gewählt. Auf den Implantaten wird der Zahnarzt die neuen Zähne herstellen lassen, welche entweder wie die eigenen Zähne fest mit den Implantaten verschraubt oder als abnehmbare Prothese gestaltet sind. Der Patient soll am Ende nicht nur besser kauen können, sondern mit den neuen Zähne wieder attraktiver, jünger und natürlicher aussehen.

Implantate ohne Knochenaufbau

Im Oberkiefer besteht auch die Möglichkeit lange Jochbeinimplantate einzusetzen, welche in den Wangenknochen verankert werden. Dies ist in jedem Fall ohne Knochenaufbau durchführbar. Auch hier bestehen zwei Alternativen für die Zahnverankerung: Abnehmbare Prothese oder verschraubte Brücke. Dadurch dass kein Knochen aufgebaut wird kann die gesamte Behandlungszeit deutlich verkürzt werden. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass eine verschraubte Brücke mit gewissen ästhetischen Einbussen auf den vorhandenen Kieferknochen angepasst werden muss.

Computer gestützte Implantatoperation

Mithilfe neuer Computertechnik kann die Implantatoperation bei genügend Knochenangebot virtuell geplant werden. Dank exakter Operationsschablonen werden die Implantate direkt durch das Zahnfleisch in den Knochen eingebracht. Sogar eine provisorische Brücke lässt sich im Voraus herstellen und kann direkt nach der Operation auf den Implantaten befestigt werden.

Weitere Behandlungen:

  • Gesichtsmissbildungen
  • Orbitatumore
  • Endokrine Orbitopathie
  • Gesichts- und Kieferdefekte