Krankheitsbilder in der Gastroenterologie

Am Gastrozentrum Aarau werden Patienten mit Krankheiten des Magen-Darm-Trakts und der damit verbundenen Organe Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Leber behandelt. Typische Behandlungsfelder der Gastroenterologie sind Darmkrebs, Magengeschwüre, Hämorrhoiden, Gelbsucht (zum Beispiel bei Hepatitis) und entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Abhängig von der Erkrankung steht eine Vielzahl an Behandlungsmethoden zur Auswahl.

Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs

Definition

Die Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und Mastdarms (Rektumkarzinom) werden unter dem Namen kolorektales Karzinom zusammengefasst. Es zeigen sich bösartige Wucherungen in der Schleimhaut. Oft redet man auch von Darmkrebs, wobei andere Abschnitte des Darms (z.B. der Dünndarm) eher selten betroffen sind.

Zur Hauptrisikogruppe gehören Männer nach dem 50. Lebensjahr, die in Industrieländern wohnhaft sind; in Entwicklungsländern tritt diese Krebsart nur selten auf.

Bei frühzeitiger Entdeckung und konsequenter Behandlung sind die Heilungsschancen relativ gross. Ab 55 Jahren lohnen sich - vor allem bei Hochrisikopersonen- jährliche Früherkennungsmassnahmen.

Symptome

Im Frühstadium verursacht der Darmkrebs keine Beschwerden. Es ist deshalb wichtig, dass Risikopersonen ab dem 50. Altersjahr regelmässig untersucht werden. Andere Symptome sind:

  • Häufig erstes Zeichen: Änderungen im Stuhlverhalten (Durchfälle wechseln sich ab mit Verstopfungen), ungewollter Stuhlabgang
  • Blut im Stuhl; oft sieht man das Blut nicht, da die Menge gering ist
  • Bauchschmerzen, Blähungen
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit
  • Blutarmut durch den unentdeckten Blutverlust (Anämie)
  • Tumore können zum Darmverschluss führen (Notfall)

Diagnose von Darmkrebs

Darmkrebs kann mithilfe folgender Untersuchungen diagnostiziert werden:

Behandlung von Darmkrebs

Die Früherkennung der Erkrankung ist von grösster Bedeutung, dann kann eine Heilung möglich sein.

  • Operativ: Eine Heilung des kolorektalen Karzinoms ist meistens nur möglich, wenn sämtliche Tumoranteile mit Lymphknoten durch eine Operation entfernt werden können. Es braucht nicht in jedem Fall einen künstlichen Darmausgang, es kommt darauf an, in welchem Darmabschnitt der Tumor entfernt wurde
  • Strahlentherapie: Vor oder nach der Operation
  • Chemotherapie (Zytostatika): Im Anschluss an die Operation. Kommt auch bei Patienten mit fortgeschrittenem Tumor, der nicht mehr therapiert werden kann oder bei Patienten, welche eine Operation nicht mehr wünschen respektive eine solche aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, in Frage.

Weitere Behandlungsmassnahmen

  • Schmerztherapie
  • Psychosoziale Betreuung
  • Regelmässige Kontrollen
Magengeschwür

Magengeschwür

Definition

Geschwüre sind Schleimhautdefekte im Magen- oder Zwölffingerdarm. In leichten Fällen ist lediglich die oberste Schleimhautschicht beschädigt. In schwereren Fällen ist es ein Defekt in der Magenwand.

Symptome

Brennende oder drückende Schmerzen unter dem Brustbein, wobei diese beim Magengeschwür typischerweise nach dem Essen oder vom Essen unabhängig und beim Zwölffingerdarmgeschwür bei leerem Magen auftreten und sich nach dem Essen bessern. In einigen Fällen können auch gar keine Symptome vorliegen.

Zusätzlich zu den typischen, brennenden Schmerzen können folgende Symptome auftreten:
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit, Gewichtsabnahme
  • Notfall: Bei Blutungen: schwarzer Stuhl oder Erbrechen von Blut
  • Notfall: Bei einem Durchbruch (Perforation): extrem starke Bauchschmerzen, evtl. Übelkeit und Erbrechen

Diagnose eines Magengeschwürs

Ein Magengeschwür kann mithilfe folgender Untersuchungen diagnostiziert werden:

  • Magenspiegelung
  • Gewebeprobe (Biopsie) zum Ausschluss eines Magenkrebses
  • Nachweis von Helicobakter pylori in der Atemluft, im Blut oder einer Gewebeprobe

Behandlung eines Magengeschwürs

  • Medikamentöse Behandlung
  • Blutstillung mittels Endoskopie
Reflux

Refluxkrankheit

Definition

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird allgemein kurz als Refluxkrankheit bezeichnet und in der medizinischen Literatur mit GERD (gastroesophageal reflux disease) abgekürzt. Sie bezeichnet das krankhafte Zurückfliessen von saurem Magensaft in die Speiseröhre, so dass es entweder zu typischen Beschwerden und/oder einer Speiseröhrenentzündung kommt.

Symptome

Typische Beschwerden:

Saures Aufstossen, Sodbrennen und/oder Schmerzen hinter dem Brustbein oder in der oberen Bauchgegend (Magenbrennen), in der Regel etwa 0.5 bis 3 Stunden nach dem Essen oder nachts im Liegen. Je nach Schweregrad sind die Symptome nur vorübergehend bis anhaltend.


Atypische Beschwerden:

Seltener werden durch den aufstossenden Magensaft die Lungen und der Rachen gereizt. Dadurch können Asthma, ein chronischer Husten, eine Lungenentzündung, Heiserkeit, Fremdkörpergefühl im Hals oder Zahnschäden entstehen.

Verlauf:

Meist ist die Krankheit harmlos und verläuft über Jahre in Phasen mit mehr oder mit weniger Beschwerden.

Bei etwa 10% der Patienten kommt es zu einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut, und bei etwa 10% dieser Patienten bildet sich aus der entzündeten Schleimhaut die so genannte Barett-Schleimhaut. Dabei findet ein Umbau (Metaplasie) im untersten Abschnitt der Speiseröhrenschleimhaut statt. Diese Metaplasie wird Barrett-Ösophagus genannt und trägt ein erhöhtes Risiko für die Entartung zu einem Speiseröhrenkrebs. Neuste Daten zeigen, dass das Risiko etwa 0.3% pro Jahr beträgt, was bedeutet, dass sich jährlich ca. 0.3% der Barrett Metaplasien zu einem Karzinom entwickeln.

Diagnose der Refluxkrankheit

Ein Reflux kann mithilfe folgender Untersuchungen diagnostiziert werden:

Behandlung der Refluxkrankheit

  • Medikamentöse Behandlung
  • Anpassungen in der Ernährung
Morbus Crohn

Morbus Crohn

Definition

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms und kann den gesamten Verdauungstrakt - von der Mundhöhle bis zum Anus - betreffen. Meistens ist die Übergangsregion vom Dünndarm zum Dickdarm betroffen. Es können gesunde mit kranken Abschnitten abwechseln.


Die Entzündung reicht durch die Darmwand hindurch, so dass neben den oberflächlichen Schleimhautzellen auch die darunter liegenden Schichten betroffen sind. Dadurch können weite Teile der Darmwand entzündet sein, was zu Verwachsungen, Verengungen und Fistelbildungen (Bildung von Verbindungsgängen zwischen Darm und anderen Organen) mit vielerlei Komplikationen führen kann.

Symptome

  • Immer wiederkehrende Fieber- und Durchfallschübe, begleitet von Bauchschmerzen
  • Krämpfe
  • Appetitlosigkeit und damit verbundene Gewichtsschwankungen
  • Schmerzen und Infektionszeichen durch Abszesse und Fisteln im Darm (kann der Arzt feststellen)
  • Reduziertes Allgemeinbefinden

Diagnose von Morbus Crohn

Morbus Crohn kann mithilfe folgender Untersuchungen diagnostiziert werden:

  • Darmspiegelung mit Gewebsentnahmen
  • Kapselendoskopie
  • Darmröntgenuntersuchung
  • Stuhlproben zum Nachweis von Bakterien und Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Blutuntersuchungen zum Nachweis von Entzündungsvorgängen und Blutverlust (Anämie)

Behandlung von Morbus Crohn

Allgemeine Massnahmen:

  • Ernährungsumstellung, um die Intervalle zwischen den Schüben zu verlängern und Beschwerden zu lindern
  • Medikamentöse Behandlung
  • Operativer Eingriff

Bei einem akutem Schub:

  • Bettruhe, insbesondere bei Fieber
  • Ballaststofffreie Kost 
  • Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden
  • Mangel an Nährstoffen, Vitaminen und Eisen vorbeugen

 

Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien

Definition

Grundsätzlich ist zwischen Allergie und Unverträglichkeit (Intoleranz) zu unterscheiden.


Bei einer Nahrungsmittelallergie besteht eine spezifische Überempfindlichkeit gegenüber körperfremden Stoffen. Ein wiederholter Verzehr bestimmter Lebensmittel bzw. deren Inhaltsstoffe führt zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion. Das heisst, eine echte Nahrungsmittelallergie beruht auf immunologischen Mechanismen.


Lebensmittelunverträglichkeiten, sogenannte Pseudoallergien, gleichen in ihrem klinischen Bild häufig den echten Lebensmittelallergien. Sie haben aber keinen immunologischen Ursprung, das heisst der Körper bildet keine Antikörper.

Was selbst viele erfahrene Allergiker nicht wissen: Die plötzliche Unverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel ist keine neue Allergie, sondern die Reaktion auf ein bekanntes Allergen in einer anderen "Verpackung". Experten sprechen dann von einer so genannten "Kreuzreaktion". Ursache für eine solche Kreuzallergie sind Substanzen, die in bestimmten Lebensmitteln enthalten sind und die eine Verwandtschaft mit den Allergieauslösern (z.B. Pollen) aufweisen.

Ein Beispiel:

Jemand leidet an einer Birkenpollen-Allergie. Die Aufnahme gewisser Lebensmittel kann eine allergische Reaktion auslösen, weil diese Lebensmittel sehr ähnliche Stoffe beinhalten wie die Birkenpollen.

Symptome

Beschwerden treten am häufigsten an der Haut, den Atemwegen und am Magen-Darmtrakt auf:

  • Nesselausschlag mit Quaddeln, Ausschlag, Juckreiz und Rötung
  • Schnupfen (Niesattacken)
  • Augenrötung (Bindehautentzündung), Lidschwellung
  • Lippenschwellung, Verdickung der Zunge und des Gaumens
  • Atemnot (Asthmaanfall)
  • Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall.

Die gefährlichste Reaktion auf Allergene ist der anaphylaktische Schock (Notfall). Bereits kleinste Mengen des Allergens können unmittelbar nach Kontakt folgende Reaktionen auslösen:

  • Rapider Blutdruckabfall
  • Stark erhöhte Herzfrequenz
  • Der Kreislauf bricht zusammen, der Patient wird bewusstlos. Das ist ein Notfall.

Typischerweise treten die Symptome nach 6 bis 8 Stunden auf; verzögerte Haut-Reaktionen können aber bis zwei Tage später noch auftreten.

Allergiker sollten die bekannten Allergien in einem Allergiepass aufführen!

Diagnose von Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien können mithilfe folgender Massnahmen diagnostiziert werden:

  • Hauttests und Blutproben
  • Provokationstest: Der Körper wird mit dem verdächtigen Allergen konfrontiert (Schlucken, Einatmen, Einspritzen). Der Test darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen (Notfallbereitschaft), da es zu heftigen Reaktionen kommen kann.
  • Ernährungstagebuch zur Identifikation des entsprechenden Nahrungsmittels
  • Diagnostische Diät: Über einen begrenzten Zeitraum wird eine definierte und in bestimmten Schritten ablaufende Anzahl von Nahrungsmitteln verabreicht.
  • Eliminationsdiät: Bei der Vermeidungsdiät werden bestimmte Nahrungsmittel nacheinander weggelassen.

Behandlung von Nahrungsmittelallergien

Allgemeine Massnahmen

Falls das Allergen (Nahrungsmittel) bekannt ist, muss es gemieden werden.

Medikamente

  • Antiallergische Präparate: Antihistaminika (Spray, Tabletten, Tropfen)
  • Entzündungshemmende Medikamente: Kortisonpräparate

Hyposensibilisierung

Bei einigen Allergien kann eine Hyposensibilisierungskur (auch als Desensibilisierung oder Immuntherapie bekannt) durchgeführt werden. Bei dieser Methode wird der Körper langsam an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt. Zuerst werden ganz kleine Mengen des Allergens verabreicht, später wird die Dosis schrittweise erhöht. Wichtig ist, dass in der Behandlungszeit keine antiallergischen Medikamente eingenommen werden.

Notfallset

  • Adrenalinspritze, z.B. Epipen®
  • Rasch wirksames Antihistaminikum in Tablettenform
  • Kortisonpräparat in Tablettenform
  • Kinder unter 30 kg Körpergewicht: Adrenalinspritze Epipen junior® , statt Tabletten allenfalls Tropfen oder in Wasser auflösbare Tabletten.

Weitere Krankheitsbilder

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