Revisionseingriffe bei funktionellen Störungen oder insuffizienter Gewichtsreduktion nach Adipositaschirurgie

Revisionseingriffe sind glücklicherweise nur selten indiziert, können aber auch Jahre nach erfolgter bariatrischer Operation erforderlich werden. Verschiedene Diagnosen können einen Revisionseingriff notwendig machen: z.B. funktionelle Störungen wie das Dumpingsyndrom nach Magenbypass oder starke Refluxprobleme nach Schlauchmagenoperation, das Auftreten von Ulzera (Geschwüre im Magenpouch, Restmagen oder an der Magen-Dünndarm-Verbindung) oder eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung, Anastomosenstenose (Einengung der Magen-Dünndarmverbindung), übermässige Malabsorption oder chronischer Durchfall.

Nach einem bariatrischen Eingriff kann es in seltenen Fällen zu einer insuffizienten Gewichtsreduktion oder sogar Wiederanstieg des Gewichtes kommen. Häufig liegt dabei ein Diätfehler vor, z.B. durch hohe Kalorienaufnahme in flüssiger Form. Die Therapie ist primär konservativ mit Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Führt dies nicht zum Erfolg wird i.d.R. bei einer Magenschlauchoperation eine Umwandlung in einen Magenbypass oder eine biliopankreatische Diversion mit duodenal switch (siehe Abb.) durchgeführt.

Ein Gewichtsrebound nach Magenbypass kann verschiedene Ursachen haben: Ausweitung des Magenpouches und / oder der Verbindung zum Dünndarm mit Verlust der Restriktion, Verbindung (Fistel) zum Restmagen, zu wenig ausgeprägte Malabsorption. Es wird vorgängig eine genaue Diagnostik durchgeführt, um dem Patienten die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen (z. B. Magenpouchverkleinerung, Neuanlage der Magen-Dünndarm-Verbindung, Teilentfernung des Restmagens bei Vorliegen einer Fistel, Verstärkung der Malabsorption durch Distalisierung der Fusspunktanastomose, etc.).