Interview mit Ursula Spörri, Hebamme in der Klinik Hirslanden

«Mein Ziel ist, eine offene und wohltuende Atmosphäre für Schwangere zu schaffen, Beschwerden zu lindern, aber auch Sorgen anzusprechen.»

Ursula Spörri arbeitet seit 30 Jahren als Hebamme und ist seit 24 Jahren in der Klinik Hirslanden tätig. Im Jahr 1995 hat sie sich zur diplomierten Akupunkturtherapeutin SBO-TCM ausbilden lassen. Sie erzählt in diesem Interview mehr über die Akupunktur-Behandlung.

Weshalb haben Sie mit Akupunktur angefangen?
Ich wollte mich nach der Hebammenausbildung einer neuen Herausforderung stellen. Als ich 1995 in der Hirslanden Klinik angefangen habe, lernte ich eine Kollegin kennen, die mir die Tür  zur Akupunktur öffnete.

Seit wann praktizieren Sie Akupunktur?
Bereits kurz nach der Ausbildung führte ich neben meinem Hebammenberuf eine private Praxis in Uster. Am Anfang habe ich vor allem Patientinnen und Patienten mit Sportverletzungen und postoperativen Leiden behandelt.
Mit Massagen, Gua Sha, Schröpfen, Moxibustion und elektrostimulierten Nadeln vertiefte ich mich mehr und mehr in die chinesische Medizin. Nach mehreren Weiterbildungen und durch meinen Beruf konzentrierte ich mich schliesslich mehr und mehr auf die Geburtshilfe.

Welche Ziele verfolgen Sie?
Mein Ziel ist, eine offene und wohltuende Atmosphäre für Schwangere zu schaffen, Beschwerden zu lindern, aber auch Sorgen anzusprechen. Ich finde, dass die Akupunktur sich wunderbar während der Schwangerschaft, unter der Geburt und auch im Wochenbett eignet. Die Schwangeren sind oft bei Beschwerden, wie Rückenschmerzen, Übelkeit, Ödemen, aber auch bei grippalen Infekten nur limitiert therapierbar. Hier findet die chinesische Medizin optimale Methoden zur Linderung und Heilungsunterstützung. Den Frauen Mut und Zuversicht zu schenken, ist mir ein sehr wichtiges Bedürfnis.

Wie läuft eine Akupunktur-Behandlung ab? Für welche Beschwerden eignet sich die Akupunktur?
Die Frauen melden sich bei mir für eine Behandlung an, die ca. 60 Minuten dauert. Durch eine gründliche Anamnese möchte ich mir ein ganzheitliches Bild schaffen. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen. So ist es mir möglich, die Energien meines Gegenübers zu erfassen. Stehen Beschwerden, wie Ödeme oder Übelkeit im Vordergrund, sind Ernährungstipps und gezielte Massagen hilfreich.
Bei einer geburtsvorbereitenden Behandlung, wähle ich wichtige Meridiansysteme, damit das Blut in den Uterus fliesst und der Muttermund reift. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Balance von Körper und Geist. So kehrt innere Zuversicht und Ruhe ein und ermöglicht es der werdenden Mutter loszulassen.

Für wen eignet sich die Akupunktur nicht?
Die Akupunktur-Behandlung hat gewisse Grenzen, wie zum  Beispiel bei Frühgeburtsbestrebungen und Blutungen in der Schwangerschaft  sowie bei gewissen Erkrankungen ist sie nur unterstützend anwendbar. Wie bereits erwähnt, ist die Kombination von Schulmedizin und TCM wunderbar.

Wann ist der beste Zeitpunkt dafür? Wie meldet man sich an?
Wenn die Schwangerschaft gut verläuft, werden ab der 36. Schwangerschaftswoche 3 bis 4 Sitzungen empfohlen. Bei Beschwerden, arbeite ich eng mit den Gynäkologen zusammen. Dabei werden Termine direkt mit der Akupunktursprechstunde vereinbart.

Ursula Spörri

Hebamme und diplomierte Akupunkturtherapeutin SBO-TCM

3 Fakten über Ursula Spörri:

  • Hebamme zu sein ist für mich ein Privileg.
  • Akupunktur ist ein essentielles Werkzeug in meiner Tätigkeit als Hebamme.
  • Ausgleich für meine unerschöpfliche Energie finde ich in meiner Freizeitgestaltung, im Sport und einem tollen familiären Umfeld.