Interviews zur CAR-T-Zelltherapie

Drei Fragen an Spezialisten und Mitarbeitende

Prof. Dr. med. Christoph Renner

Was ist Ihre Rolle auf dem Therapieweg der Zelltherapie-Patientinnen und -Patienten?

Als Programmdirektor für die beiden Therapien (Stammzelltherapie und CAR-T-Therapie) bin ich für alle Abläufe verantwortlich. Es ist auch kein Zufall, dass ich mich mit diesem Bereich auseinandersetzte, denn bereits seit meinem Studium bin ich im Bereich der Immuntherapie tätig. Damals als Medizinstudent habe ich mich bereits mit der Frage beschäftigt, wie man das Immunsystem aktivieren kann, damit es selber die Krebszellen erkennt und beseitigt. Gemeinsam mit meinem Team habe ich seit 20 Jahren im Forschungslabor nach einer Lösung gesucht und mit der Einführung der CAR-T-Technologie, eine gefunden. Mittels dieser Therapie programmiert man die Abwehrzellen des Körpers um. Die hohe Erfolgsquote bestätigt, dass diese Therapie wirksam ist.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und was gibt Ihnen die tägliche Motivation?

Ich schätze, dass ich Patientinnen und Patienten helfen kann. Deren Dankbarkeit und die Lebensgeschichten geben mir ganz viel Energie und Motivation im Alltag. Zudem bin ich stolz auf mein Forschungsteam und froh, dass wir gemeinsam zur Entwicklung dieser Therapie beigetragen haben.

Erzählen Sie uns bitte ein eindrückliches Erlebnis mit einer Zelltherapie-Patientin oder einem -Patienten.

Spontan fällt mir eine Geschichte aus meinem Freundeskreis ein. Zwei Kollegen, auch Ärzte, von mir hatten die Diagnose «unheilbar». Dank der Stammzelltransplantation wurden sie wieder krebsfrei und sind schon seit ein paar Jahren zurück im normalen Alltag.

Kristin Vogel, Dipl. Pflegefachfrau / Fachberaterin Pflege Onkologie

Was ist Ihre Rolle auf dem Therapieweg der Zelltherapie-Patientinnen und -Patienten?

Ich begleite die Patientinnen und Patienten vom Spitalaufenthalt bis zum Austritt. Für mich ist es zentral, dass alle während dem Aufenthalt gut informiert und im ganzen Prozess involviert sind. Dank täglichem Austausch wissen unsere Patientinnen und Patienten, aus welchem Grund wir bestimmte neurologische Tests machen (z.B. Schriftprobe, 3-mal am Tag). Wir achten darauf, dass unsere Patientinnen und Patienten ihren Zustand selber auch beobachten können und gemeinsam die negativen Symptome, welche während der Therapie auftreten können, gering halten.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und was gibt Ihnen die tägliche Motivation?

Ich arbeite bereits seit acht Jahren im onkologischen Bereich und bin fasziniert, wie schnell sich dieser weiterentwickelt hat, wodurch man sich stets neues Fachwissen aneignet. Das Patientenwohl steht für mich im Vordergrund, dabei lege ich grossen Wert auf eine ganzheitliche Pflege und Betreuung des Patienten unter Berücksichtigung seines sozialen Umfeldes. Trotz der zum Teil herausfordernden Lebenssituationen, erlebe ich die Patientinnen und Patienten meistens sehr dankbar und wertschätzend.

Erzählen Sie uns bitte ein eindrückliches Erlebnis mit einer Zelltherapie-Patientin oder einem -Patienten.

Ich begleitete während der Therapie eine mehrfache Mutter. Sie war es sich nicht gewöhnt, allein zu sein. Dies brachte sie an die Grenze ihrer psychischen Belastbarkeit. Sie musste sich auf eine Art und Weise neu finden und kennenlernen, um diese Situation zu bewältigen. Dies gelang ihr mit Hilfe von unserem Psychoonkologen und durch die Unterstützung von unserem gesamten Team.

Cornelia Maurer und Simona Soldato, Mitarbeiterinnen Sekretariat im Onkozentrum Zürich
Cornelia Maurer
Cornelia Maurer
Sekretariat Onkozentrum Zürich
Simona Soldato
Simona Soldato
Sekretariat Onkozentrum Zürich

Was ist Ihre Rolle auf dem Therapieweg der Zelltherapie-Patientinnen und -Patienten?

Wir sind die Koordinationsstelle und vereinbaren Termine nach Verordnung der Ärzteschaft für die Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig sind wir eine Schnittstelle zwischen dem Onkozentrum, dem Labor, der Transport-Koordination der Labor-Proben nach Aarau und dem Stammzellen-Transport in die USA sowie für den Rücktransport in die Schweiz. Der Prozess von der Laborwerte-Abgabe, dem Transport bis zu der Auswertung der Laborwerte dauert ungefähr einen Monat.

Wir sind zuständig für die Koordination aller Termine für spezielle Untersuchungen und für die Chemotherapie. Zudem planen wir den stationären Aufenthalt und sehen die Patientinnen und Patienten erneut nach allen Untersuchungen sowie 100 Tage nach der Zelltransplantation zur Nachkontrolle.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit und was gibt Ihnen die tägliche Motivation?

Cornelia Mauerer: Ich schätze die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten. Mich beeindruckt, wie sie für kleine Dinge dankbar sind und jeden Tag schätzen.

Simona Soldato: Ich schätze den Kontakt zu Patientinnen und Patienten und die Vielfalt meiner Aufgaben. Zudem finde ich es faszinierend, dass es in der Onkologie immer wieder neue Möglichkeiten gibt, die Menschen zu heilen.

Erzählen Sie uns bitte ein eindrückliches Erlebnis mit einer Zelltherapie-Patientin oder einem -Patienten.

Cornelia Mauerer / Simona Soldato: Die Arbeit im Onkozentrum und die inspirierenden Erfahrungen mit Patientinnen und Patienten haben uns beigebracht, das Leben und auch Kleinigkeiten noch mehr zu schätzen.