Glossar

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AV-Knoten-Reentry-Tachykardien (AVNRT)

Diese Herzrhythmusstörung tritt meist anfallsweise auf und ist durch ein schnelles, regelmässiges Herzrasen gekennzeichnet. Sie entsteht durch eine kreisende Erregung im und um den AV-Knoten herum.

Ablation

Gezielte Ausschaltung/Isolation von Herzmuskelfasern, die für die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung von Herzrhythmusstörungen verantwortlich sind.

Anamnese

Systematische Befragung des Patienten durch den Hausarzt, welche am Anfang jeder Diagnosestellung steht.

Antiarrhythmika

Medikamente gegen Rhythmusstörungen.

Arrhythmien

Herzrhythmusstörungen; unregelmässiger oder zu schneller bzw. zu langsamer Herzschlag.

Asystolie

Stillstand der elektrischen und damit auch der mechanischen Tätigkeit des Herzes, welcher ohne sofortige Behandlung innerhalb von Minuten zum Tod führt.

Atrio-Ventrikular-Knoten (AV-Knoten)

Geflecht von Herzmuskelfasern im unteren Vorhof, welches die durch den Sinusknoten ausgelösten Impulse auf die Hauptkammern weiterleitet.

Atrium

Linker und rechter Vorhof des Herzes.

Belastungs-Elektrokardiogramm (EKG)

Spezifischer Typus eines EKGs, bei dem das Herz unter kontrollierter körperlicher Anstrengung (Fahrrad oder Laufband) auf seine Belastbarkeit bezüglich des Herzrhythmus, aber auch bezüglich Durchblutungsstörungen hin überprüft wird.

Biventrikulär

Beide Hauptkammern des Herzes betreffend.

Biventrikulärer Defibrillator

Implantiertes Gerät, welches durch Stromstösse einen zu schnellen, unregelmässigen Herzrhythmus der Hauptkammern (Kammerflimmern) normalisiert. Das Gerät verfügt über drei Elektroden. Die erste liegt im rechten Vorhof, die zweite in der rechten Hauptkammer, die dritte erreicht über eine Herzvene die linke Hauptkammer. Bei einer Defibrillation werden die Herzkammern gleichzeitig durch einen Schock (Stromstoss) stimuliert; danach kann der natürliche Taktgeber (Sinusknoten) wieder den normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) einleiten.

Bradykardie

Zu langsamer Herzrhythmus (deutlich unter 50 - 60 Schlägen pro Minute).

Cardioverter/Defibrillator (ICD)

Implantat, das durch Stromstösse eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung normalisiert (siehe auch: Biventrikulärer Defibrillator).

Defibrillation

Elektrischer Schock (Stromstoss) zur Beendigung einer lebensbedrohlichen Rhythmusstörung.

Defibrillator

Externes oder implantiertes Gerät, das durch Stromstösse einen zu schnellen, unregelmässigen Herzrhythmus normalisiert.

Echokardiographien

Ultraschall-Untersuchung des Herzes auf Struktur und Funktion.

Einkammer-Defibrillator

Implantiertes Gerät, welches durch Stromstösse einen zu schnellen, unregelmässigen Herzrhythmus normalisiert. Die Elektrode liegt in der rechten Hauptkammer. Sie überwacht den Takt und stimuliert das Herz bei Bedarf.

Elektrokardiogramm (EKG)

Darstellung der elektrischen Erregungsabfolge des Herzes.

Elektrophysiologie

Lehre von den elektrischen Eigenschaften des Herzes sowie von den Herzrhythmusstörungen.

Elektrophysiologische Untersuchung

Verfahren zur Feststellung und Analyse von Herzrhythmusstörungen. Die elektrischen Ströme und die Ausbreitung der elektrischen Erregung werden über Elektrodenkatheter gemessen, die ins Herz vorgeschoben werden.

Externe Defibrillation

Externer Stromstoss zur Beendigung einer lebensbedrohlichen Rhythmusstörung, z.B. Kammerflimmern.

Externe Kardioversion

Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) mittels externem Elektroschock, z.B. bei Vorhofflimmern.

Extrasystole

Herzschlag ausserhalb des normalen Rhythmus («Fehlzündung»).

Herzschrittmacher

Implantat mit 1 oder 2 Elektroden im Herz. Durch regelmässige Abgabe elektrischer Impulse kann ein verlangsamter Herzrhythmus (Bradykardie) beschleunigt und normalisiert werden.

ICD

Implantierbarer Cardioverter/Defibrillator. Implantat mit 1 oder 2 Elektroden im Herz, beendet durch elektrische Stromstösse eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung (z.B. Kammerflimmern).

Kammerflattern

Herzrhythmusstörung, bei der die Hauptkammern bis zu 300-mal pro Minute schlagen, wodurch zu wenig Blut in den Kreislauf gepumpt wird und ein Kreislaufzusammenbruch erfolgt.

Kammerflimmern

Herzrhythmusstörung, bei der die Hauptkammern bis zu 400-mal pro Minute erregt werden, wodurch das Herz seine Pumpfunktion überhaupt nicht mehr wahrnehmen kann («plötzlicher Herztod», «Sekundentod»).

Kardioversion

Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) mittels Elektroschock oder Medikamenten (z.B. bei Vorhofflimmern).

Katheterablation

Gezielte Ausschaltung/Isolation von Herzmuskelfasern, die für die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung von Herzrhythmusstörungen verantwortlich sind, mit speziellen Kathetern.

Koronarangiographie

Verfahren zur Darstellung der Herzkranzgefässe mittels Röntgenstrahlen.

Koronararterien

Arterien, die das Herz mit Blut versorgen.

Langzeit-EKG

Während 24 Stunden werden, analog zu einem normalen EKG, die Herzströme mit Hilfe eines tragbaren Aufzeichnungsgerätes registriert.

Mapping-System

Computersystem zur dreidimensionalen Abbildung der elektrischen Impulsleitung während elektrophysiologischer Untersuchungen oder während Katheterablationen.

P-Welle

Darstellung der Erregungsausbreitung über die Vorhöfe des Herzes im EKG.

R-Zacke

Hoher Ausschlag in der Darstellung eines EKGs, welcher die Erregungsausbreitung der beiden Hauptkammern des Herzes widerspiegelt.

Reizleitungssystem

Leitfähiges Gewebe im Herzmuskel, über welches sich die natürlichen elektrischen Impulse bis in die Herzzellen verbreiten.

Septum

Scheidewand im Bereich der Vorhöfe und Hauptkammern des Herzes, welche die linke und die rechte Herzhälfte voneinander trennt.

Sinusknoten

Natürlicher Schrittmacher (Taktgeber) des Herzes, der die körpereigenen elektrischen Impulse auslöst.

Sinusrhythmus

Normaler, regelmässiger Herzschlag, der vom Sinusknoten ausgelöst wird (ca. 60 bis 80 Schläge pro Minute in Ruhe).

Supraventrikuläre Tachykardie

Zu schneller Herzschlag, der seinen Ursprung im Vorhof findet.

Systole

Herzschlag, Zusammenziehen des Herzmuskels.

T-Welle

Darstellung der elektrischen Erholung der Herzzellen der Hauptkammern im EKG, also die Erregungsrückbildung der Kammern.

Tachykardie

Sehr schneller Herzrhythmus (über 100 Schläge pro Minute).

Ventrikel

Linke und rechte Hauptkammer des Herzes.

Ventrikulär

Die Hauptkammern («Ventrikel») des Herzes betreffend.

Ventrikuläre Tachykardie

Zu schneller Herzschlag, der seinen Ursprung in den Hauptkammern («Ventrikel») des Herzes findet.

Vorhofflattern

Kreisende Herzrhythmusstörung mit 220 bis 300 Umdrehungen pro Minute im rechten Vorhof. Dabei wird jede zweite bis dritte Vorhoferregung zu den Hauptkammern weitergeleitet.

Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörung, bei der es zu ungeordneten elektrischen Impulsen der Vorhöfe mit mehr als 300 Erregungen pro Minute kommt. Eine geordnete Pumpfunktion der Vorhöfe ist so nicht mehr möglich. Deshalb können Blutgerinnsel («Thromben») in den Vorhöfen entstehen und Schlaganfälle verursachen, was eine Blutverdünnung notwendig macht. Beim Vorhofflimmern werden die Hauptkammern sehr unregelmässig und mit wechselnder Geschwindigkeit erregt.

WPW-Syndrom

Wolff-Parkinson-White-Syndrom. Neben der natürlichen Verbindung zwischen Vorhof und Kammer (AV-Knoten mit His-Bündel) ist zusätzlich ein «Kurzschlusskabel» vorhanden. In wechselnden Abständen können deshalb anfallsartig Tachykardien (regelmässiges Herzrasen) auftreten. Es handelt sich dabei um eine angeborene Fehlbildung des Reizleitungssystems. Die Beschwerden treten erstmalig meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf.

Zweikammer-Defibrillator

Implantiertes Gerät, welches durch Stromstösse einen zu schnellen, unregelmässigen Herzrhythmus beendet. Eine Elektrode liegt in der Hauptkammer, die zweite im Vorhof. Bei Bedarf können die Hauptkammern defibrilliert und der Herzrhythmus damit normalisiert werden.