Prostatakrebs

Die Prostata ist eine Drüse, welche unterhalb der Blase die erste Wegstrecke der Harnröhre umschliesst. Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie produziert einen wesentlichen Teil der ernährenden Flüssigkeit für die Samen. Diese werden bei einem Samenerguss (Ejakulation) von den Hoden über die Samenleiter transportiert, welche in die Prostata münden. Die Drüse hat eine kugelige Form und ist im Normalfall so gross wie eine Kastanie. Ihre Entwicklung und auch ihre Funktion wird wesentlich durch das männliche Hormon Testosteron gesteuert, welches in spezialisierten Hodenzellen produziert wird.

Prostatakrebs entsteht, wenn sich über Zellteilung bösartige Zellen entwickeln, die sich unkontrolliert vermehren und zu einem Knoten führen. Unter Umständen kann der Knoten mit dem Finger über den After (Rektaluntersuchung) ertastet werden.
 

Ursache und Häufigkeit

Prostatakrebs ist das häufigste bösartige Tumorleiden des Mannes. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter markant an. Es gibt Familien, in welchen der Prostatakrebs gehäuft vorkommt, teils auch schon bei eher jüngeren Männern unter 50 Jahren. Jeder zehnte Mann erkrankt in seinem Leben an Prostatakrebs, jeder 30. Erkrankte stirbt daran.

Die Ursachen sind bis heute unbekannt. Die wichtigsten Risikofaktoren für diese Krebserkrankung sind:

  • Alter
  • Familiäre Belastung (Verwandter ersten Grades: 3-faches Risiko; zwei Verwandte ersten Grades: 10-faches Risiko)
  • Sehr wahrscheinlich Ernährungsgewohnheiten (Tomaten und Soja scheinen das Risiko zu verringern, hoher Konsum von Fleisch und tierischen Fetten scheint es zu erhöhen)
  • Afroamerikaner haben ein erhöhtes, Asiaten ein niederes Risiko im Vergleich zur weissen Bevölkerung

Ein Ansatz in der Prävention von Prostatakrebs ist, die Krankheit möglichst früh zu erkennen, damit sie noch geheilt werden kann. Dazu gehört die Bestimmung des prostata-spezifischen Antigens (PSA). Das PSA ist ein Eiweiss, welches von Prostatazellen und somit auch von Prostatakrebszellen produziert wird und im Blut in Erscheinung tritt. Jeder Mann hat etwas PSA im Blut, welches man mit einem Labortest nachweisen kann. Steigt der PSA-Gehalt an, besteht je nach Ausmass dieses Anstiegs ein mehr oder weniger starker Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses. Bei begründetem Verdacht hilft auch die Ultraschalluntersuchung weiter. Verdächtige Befunde müssen dann mit feinen Nadeln punktiert werden, um das Vorliegen eines Krebses zu beweisen.

Früherkennung und Screening

Eine Vorsorgeuntersuchung ist alle 1-2 Jahre sinnvoll, um eine bösartige Erkrankung der Prostata frühzeitig erkennen und erfolgreich behandeln zu können. Diese Untersuchung kann auch der Allgemeinarzt durchführen. Sie besteht aus einer rektalen Tastuntersuchung der Prostata und der Messung des PSA-Wertes im Blut.

Wer profitiert von einer Vorsorgeuntersuchung?

  • Männer über 50 Jahre
  • Männer ab 45 Jahren mit erhöhtem Risiko (Prostatakrebs in der Familie)
     

Die Krebsliga der Schweiz informiert in ihrer Broschüre ausführlich über die Früherkennung von Prostatakrebs.

Symptome

Der Prostatakrebs verursacht im Frühstadium keine speziellen Symptome oder Beschwerden. Selten treten Rückenschmerzen als erstes Symptom aufgrund von Ablegern (Metastasen) in der Wirbelsäule auf.