Minimalinvasive Ausschaltung der Milz bei Milzerkrankungen

Welche Krankheitsbilder können mittels Milzarterienembolisation behandelt werden?
Am häufigsten wird die Milzarterienembolisation bei verunfallten Patienten mit einem Einriss der Milz (Milzruptur) angewendet, um eine Milzentfernung (Splenektomie) im Einzelfall zu vermeiden. Darüber hinaus stellt die Milzarterienembolisation eine elegante minimalinvasive Alternative zur Operation dar bei:

  • Patienten mit Morbus Werlhof (Immunthrombozytopenie, ITP)
  • Patienten mit Leukämie und gesteigertem Abbau von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) in der Milz (Hypersplenismus) im Rahmen einer Milzvergrösserung (Splenomegalie)

Die Entscheidung zur Milzarterienembolisation wird jedoch stets im interdisziplinären Konsens gestellt.

Wie erfolgt die Milzarterienembolisation?
In Lokalanästhesie wird – vergleichbar mit einer Herzkatheteruntersuchung – ein Katheter in der Leistenarterie eingeführt und unter Röntgen-Kontrolle zur Milzarterie navigiert. Je nach zugrundeliegender Ursache kann dann mit verschiedenen Embolisationsmaterialien endovaskulär die Milzarterie mit Metallspiralen (Coils) oder Gefässkorken (Vascular Plug) verschlossen, es kann aber auch eine Verödung des Milzgewebes mittels Mikrokügelchen durchgeführt werden.

Gefässdarstellung der Milz vor (A) und nach (B) subtotaler Verödung (Embolisation) des Milzgewebes mittels Mikrokügelchen (Partikeln) bei einem Patienten mit therapierefraktärem M. Werlhof (Immunthrombozytopenie, ITP).