Operation bei Endometriose

Operation bei Endometriose

Die laparoskopische, vaginale funktionserhaltende Chirurgie bei der fortgeschrittenen Endometriose zwischen Scheide und Enddarm.

Definition

Die Endometriose ist eine der am weitesten verbreiteten gynäkologischen Erkrankungen. Sie betrifft Millionen von Frauen und Mädchen weltweit. Die Häufigkeit der Diagnose Endometriose ist steigend. Die Erkrankung kann zu starken Schmerzen, Unfruchtbarkeit und häufigen Operationen führen. Ein normales Alltagsleben kann unmöglich werden. Frühere Studien zeigten, dass 50 Prozent der Mädchen, die wegen wiederkehrender Unterbauchschmerzen operiert wurden, eine Endometriose aufwiesen. Die Therapie der Wahl der endometriosebedingten Schmerzen besteht heutzutage in einer kompletten Entfernung der Endometrioseherde. Unerheblich ist hierbei, ob sich die Endometriose am Darm, am Harnleiter oder tief im kleinen Becken befindet. Die Gebärmutterentfernung ist nicht generell die Therapie der Wahl bei einer Endometriose. Sie ist nur dann angezeigt, wenn ein entsprechendes Krankheitsbild vorliegt. Bei einer alleinigen Gebärmutterentfernung ohne Entfernung der tief liegenden Endometrioseherde im kleinen Becken bestehen die Schmerzen nach der Operation häufig weiter.

Die Laparoskopie ist heutzutage der Goldstandard in der Behandlung der Endometriose, da mit dieser Methode sogar kleinste Endometrioseherde sichtbar gemacht werden können. Diese wären bei der offenen Chirurgie mit blossem Auge nicht sichtbar. Sogar eine ausgedehnte Endometriose mit Darm-, Blasen- oder Harnleiterbefall kann mithilfe der Laparoskopie behandelt werden (z.B. durch Entfernung eines Teils der Blasenwand, eines befallenen Harnleiters etc.).

Behandlungsmethode

Die nervschonende laparoskopische Therapie der Darm-Endometriose

Die tiefe Endometriose zwischen Scheide und Enddarm ist eine der am schwierigsten zu behandelnden Form dieser Erkrankung. Die teilweise Entfernung des Enddarms ist nicht einfach durchzuführen, weder durch eine Operation am offenen Bauch noch durch die Laparoskopie.

Neben den technischen Schwierigkeiten bei der Operation besteht auch das Risiko für das Auftreten einer Blasen- und Darmfunktionsstörung nach der Operation. Da sich diese Endometriose nahe an den Nerven befindet, die für Blasen-, Darm- und Sexualfunktionen zuständig sind, können diese durch die Operation leicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann mit einem teilweisen oder totalen Verlust der genannten Funktionen einhergehen. Im schlimmsten Fall ist es der Patientin nach dem Eingriff nicht mehr möglich, die Blase zu entleeren. Sie muss dann ein Leben lang ca. fünf bis zehn Mal am Tag ihre Blase über einen Katheter selbst entleeren.

Häufiger kommt es allerdings zu einer milderen Form, bei der die Patientin die Blase nur unvollständig entleeren kann. Daraus ergibt sich aber nach und nach eine Zunahme der Blasenkapazität, die meist zu einer Blasenüberdehnung führt. So entsteht letztendlich wieder die Notwendigkeit der Selbstkatheterisierung durch die Patientin. Weil die Blasenüberdehnung häufig von einem hohen Urindruck in der Blase und einem Urinrückfluss in die Nieren begleitet ist, besteht ein hohes Risiko einer Nierenschädigung mit ernsten Konsequenzen.

Heutzutage ist es mithilfe der Laparoskopie (LANN-Methode) möglich, die notwendigen Nerven im kleinen Becken zu identifizieren und zu schonen. Mit dieser Massnahme kann das Risiko einer Blasenstörung von 20 bis 40 Prozent auf etwa 1 Prozent reduziert werden.