Glossar

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Alcock-Kanal

Auch Pudenduskanal genannt. Ein Durchtrittskanal für den Pudendusnerv.

Alkalisch

basisch, laugenhaft

Anatomie

Die Lehre von Aufbau und Gestalt des menschlichen Körpers und seiner Gewebe.

Anticholinergika

Substanzen, die Nervenreize hemmen, welche zu einer Kontraktion der glatten Muskulatur und zur Sekretionssteigerung der Drüsen führen.

Antidepressiva

Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung einer Depression entwickelt wurden, aber auch bei anderen Beschwerden wie Schmerzen eingesetzt werden können.

Antikonvulsiva

Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung der Epilepsie (Krampfleiden) entwickelt wurden, aber auch bei anderen Beschwerden wie Schmerzen eingesetzt werden können.

Autonomes Nervensystem

Auch vegetatives Nervensystem genannt. Es reguliert, moduliert und koordiniert unterbewusst die Funktionen aller Organe des Körpers.

Axon

Der Fortsatz einer Nervenzelle, der elektrische Nervenimpulse leitet. Zusammen mit seiner Umhüllung, der Myelinscheide, wird das Axon auch als "Nervenfaser" bezeichnet.

Blasenatonie

Der medizinische Fachbegriff für die Erschlaffung oder Schlaffheit der Muskulatur der Blase (Entleerung der Blase mit Katheter).

Botulinumtoxin

Ein für den Menschen giftiges Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum, das zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden kann. Botulinumtoxin hemmt die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin und damit die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel.

Darmvorfall

Ein Darmvorfall ist eine Senkung des Enddarms aus dem After (beim Stuhlgang oder sonstiger körperlicher Anstrengung).

Dekompression

Druckentlastung durch Entfernen von Strukturen, die Druck z.B. auf Nerven ausüben.

Diabetes mellitus

Auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Gekennzeichnet durch eine chronische Erhöhung des Blutzuckers, verbunden mit dem Risiko schwerer Begleit- und Folgeerkrankungen.

Diabetische Neuropathie

Eine Nervenschädigung aufgrund eines langfristig bestehenden erhöhten Blutzuckerspiegels.

Disharmonische Muskelkontraktionen

Schlecht aufeinander abgestimmte Muskelkontraktionen.

Dysfunktion

Eine fehlerhafte Organfunktion bzw. ein fehlerhafter physiologischer Ablauf.

ECT (Electroconvulsive Therapy)

Elektro-Krampf-Therapie. Bei dieser Behandlungsmethode wird elektrischer Strom mittels aussen am Kopf angebrachter Elektroden durch das Gehirn geleitet und damit eine Art "künstlicher Krampfanfall" erzeugt. Diese Methode wird insbesondere zur Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Ektomie

Die vollständige operative Entfernung eines Organs.

Elektrode

Ein elektrisch leitendes Teil, das die gezielte Reizung (beispielsweise von Nervengewebe) durch elektrische Impulse ermöglicht.

Endometriose

Das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle, die ebenso wie die reguläre Gebärmutterschleimhaut Veränderungen durch den weiblichen Zyklus unterworfen ist.

Endoskop

Ein röhren- oder schlauchförmiges medizinisches Instrument, mit dem Körperhöhlen untersucht oder Operationen durchgeführt werden können.

Endoskopie

Das Betrachten von Körperhöhlen oder Hohlorganen mit Hilfe eines Endoskops. Eine medizinische Untersuchungsmethode, die auch chirurgische Eingriffe ermöglicht.

Femoralnerv

Ein Nerv, welcher der Lendenwirbelsäule entspringt. Er versorgt verschiedene Muskeln des Beines (motorisch) und Teile der Haut des Beines und des Fusses (sensibel).

Fowler-Syndrom

Eine Blasenfunktionsstörung mit Harnverhalt bei jungen Frauen, die durch ein gestörtes Zusammenwirken der bei der Blasenentleerung beteiligten Muskeln entsteht (Siehe Blasenatonie).

Funktionelle Elektrostimulation (FES)

Die elektrische Stimulation von Nerven im kleinen Becken über einen implantierten Schrittmachers, um ausgefallene Funktionen wieder zu ermöglichen.

Gynäkologie

Frauenheilkunde. Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane beschäftigt.

Hyperaktive Blase

Auch als Reizblase bezeichnet. Gekennzeichnet durch häufiges Wasserlassen, unangenehmem Harndrang bis hin zu ungewolltem Harnabgang.

Hyperkontinenz

Die Unfähigkeit trotz Harndrang und Blasenfüllung die Harnblase auf natürlichem Wege zu entleeren.

Idiopathisch

Bezeichnung für "ohne erkennbare Ursache" oder "mit unklarer Ursache".

Ilioinguinal

Bezeichnung für "den Bereich des Darmbeins und der Leistenregion betreffend".

Inkontinenz

Der ungewollte Abgang von Ausscheidungen (Stuhl, Harn) zwischen den Toilettengängen.

Interstim-Therapie

Eine minimalinvasive Methode, bei der eine mehrpolige Stimulationselektrode von aussen durch den Steiss an eine Sakralnervenwurzel angebracht wird.

Interstitielle Zystitis

Spezielle Form einer chronischen Blasenentzündung, die mit Veränderungen der Blasenwand einhergeht. Typische Symptome sind eine deutlich gesteigerte Frequenz von Blasenentleerungen, unangenehmer Harndrang und Schmerzen.

Intrathekal

Bezeichnung für "innerhalb des Liquorraumes", d.h. eines Hohlraumsystems im bzw. um das Gehirn und Rückenmark. Der Liquorraum enthält eine wasserklare Flüssigkeit, den Liquor.

Ischialgie

Eine Sammelbezeichnung für Schmerzzustände im Versorgungsbereich des Ischiasnervs, die meist durch eine Reizung der Nervenwurzeln bedingt sind.

Ischiasnerv

Er ist der mächtigste periphere Nerv des Menschen. Er entspringt aus dem Nervengeflecht des Kreuzbeins und enthält Fasern aus den unteren Segmenten der Lendenwirbelsäule sowie aus den Segmenten des Kreuzbeins. Die Fasern des Ischiasnervs versorgen Anteile der Hüft- und Beinmuskulatur (motorisch) sowie den Unterschenkel und den Fuss (sensibel).

Kleines Becken

Der untere Teil des Beckens. Es wird begrenzt durch Teile des Kreuzbeins, das Steissbein und die Bögen der Sitz- und Schambeine. Es enthält Beckeneingeweide wie z.B. Rektum (Mastdarm), Harnblase, Eierstöcke, Gebärmutter und Prostata.

Kontinenz

Medizinischer Ausdruck für die Fähigkeit, Körperausscheidungen wie Harn oder Stuhl willkürlich zurückzuhalten.

LANN-Technik (Laparoscopic Neuro-Navigation)

Diese Methode ermöglicht eine Funktionsbestimmung der Nerven im kleinen Becken durch Elektrostimulation während einer Operation.

Laparoskopie

Bauchspiegelung oder endoskopische Untersuchungsmethode für die Bauchhöhle und die darin enthaltenen Organe mit einem Spezialendoskop, dem Laparoskop. Sie kann auch zur Durchführung chirurgischer Eingriffe in der Bauchhöhle eingesetzt werden.

Laparotomie

Chirurgische Öffnung der Bauchhöhle mittels Bauchschnitt.

LARVH (Laparoskopisch Assistierte Radikale Vaginale Hysterektomie)

Laparaskopische Operationstechnik, bei der per Bauchspiegelung die komplette Gebärmutter und die Gebärmutterhalsbänder chirurgisch entfernt werden.

LASH (Laparoskopisch Assistierte Suprazervikale Hysterektomie)

Laparaskopische Operationstechnik, bei der die Gebärmutter unter Erhalt des Gebärmutterhalses entfernt wird.

Läsion

Ein medizinischer Fachbegriff, der "Schädigung", "Verletzung" oder "pathologische Veränderung" bedeuten kann.

LION-Verfahren (Laparoscopic Implantation Of Neuroprothesis)

Die Implantation einer oder mehrer Elektroden auf laparoskopischem Weg auf den Beckennerven. Mit Hilfe der Elektrode ist eine Neuromodulation der entsprechenden Nerven möglich.

LUNA-Technik (Laparoscopic Uterine Nerve Ablation)

(Laparoscopic Uterine Nerve Ablation) Durchtrennung der Gebärmutterhalsbänder und der in ihnen enthaltenen Nerven.

Mastdarm

Als Mastdarm oder Rektum wird der letzte Abschnitt des Dickdarms bezeichnet, der den Darm mit dem After verbindet.

Minimalinvasive Chirurgie

Oberbegriff für operative Eingriffe, die nur kleinste Verletzungen von Haut und Weichteilen verursachen und damit eine schnellere Erholung des Patienten ermöglichen.

Multiple Sklerose

Eine primär entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die mit dem Verlust der isolierenden Umhüllung der Nervenfasern (Myelinscheide) im Bereich der Entzündung einhergeht.

MyelinEintrag

Eine fetthaltige Substanz, die von sog. Schwann-Zellen (in der Peripherie) oder Oligodendrozyten (im ZNS) gebildet wird. Sie bildet die biochemische Grundlage der Myelinscheiden von Nervenfasern.

Myelinscheide

Eine aus Myelin bestehende mehrschichtige Umhüllung von Axonen, die diese elektrisch isoliert und eine schnelle Erregungsleitung ermöglicht.

Myom

Ein gutartiger Muskeltumor.

Nerval

Bezeichnung für "einen oder mehrere Nerven betreffend" bzw. "auf Nerventätigkeit beruhend".

Nervenwurzel

Gebündelte Nervenfasern am Übergang von Rückenmark zu peripheren Nerven. Die darin enthaltenen Nervenfasern treten segmentweise in das Rückenmark ein bzw. aus.

Neurochirurgie

Teilgebiet der Chirurgie, das die Diagnostik und operative Behandlung von Schädigungen oder Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervenssystems umfasst.

Neurogen

Bezeichnung für "durch das Nervensystem oder ein Neuron bedingt" oder "in Zusammenhang mit Nervensystem oder Nervenzellen".

Neurologie

Fachgebiet der Medizin, das sich sowohl mit der Erforschung des Aufbaus und der Funktion des Nervensystems als auch mit der Diagnose und der Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst.

Neurolyse

Eine Operation, welche die Einengungen eines Nervs, meist aufgrund narbiger Verwachsungen, und den dadurch ausgeübten Druck beseitigt.

Neurom

Eine gutartige Knotenbildung eines peripheren Nervs, die nach dessen Durchtrennung entstehen und Schmerzen verursachen kann.

Neuromodulation

Beeinflussung der Nervenfunktion, beispielsweise durch eine Stimulation der Nerven mit schwachen elektrischen Strömen.

Neuropelveologie

Ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen sowie Schmerzen und Erkrankungen im kleinen Becken beschäftigt.

Neuropelveologie

Ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen sowie Schmerzen und Erkrankungen im kleinen Becken beschäftigt.

Neurotomie

Durchtrennung eines Nervs.

Parkinson-Syndrom

Eine chronische, neurologische Erkrankung, die durch degenerative Veränderungen ausgelöst wird.

Pelvin

Bezeichnung für "das Becken betreffend" bzw. "zum Becken gehörend".

Peripheres Nervensystem

Der Teil des Nervensystems, der sich ausserhalb des Schädels und des Wirbelkanals befindet. Die peripheren Nerven verbinden das zentrale Nervensystem mit allen anderen Bereichen des Körpers, beispielsweise mit Muskeln und Organen

Phantomschmerzen

Schmerzen, die nach Amputationen in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil empfunden werden. Die Ursachen hierfür sind noch nicht vollständig geklärt.

Polyneuropathie

Eine systemisch bedingte Schädigung von mehreren peripheren sensiblen und/oder motorischen Nerven, die meist die unteren Extremitäten betrifft. Ursache können beispielsweise verschiedene Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder übermässiger Alkoholkonsum sein.

Postoperativ

Bezeichnung für "nach einem chirurgischen Eingriff" bzw. "nach einer Operation".

Präsakral

Bezeichnung für "vor dem Kreuzbein gelegen (in Richtung Körpervorderseite)".

Prostata

Vorsteherdrüse. Eine Drüse beim Mann unterhalb der Harnblase, welche die männliche Harnröhre umschliesst. Sie produziert das Prostatasekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit darstellt.

Prostatitis

Die Entzündung der Prostata.

Proximal

Bezeichnung für "näher zur Körpermitte hin" oder "näher gelegen".

Pudenduskanal

Auch Alcock-Kanal genannt. Ein Durchtrittskanal für den Nervus Pudendus.

Pudendusnerv

Bezeichnung für den Schamnerv. Er entspringt aus den Segmenten 1 bis 4 des Kreuzbeins und versorgt motorisch die Schliessmuskeln von Darm und Blase sowie die äusseren Geschlechtsorgane und den After.

Reizblase

Auch als hyperaktive Blase bezeichnet. Gekennzeichnet durch häufiges Wasserlassen, unangenehmen Harndrang bis hin zu ungewolltem Harnabgang.

Sakral

Bezeichnung für "Auf das Kreuzbein bezogen" oder "zum Kreuzbein gehörig".

Sakrales LION-Verfahren

Elektroden werden per Bauchspiegelung auf die Sakralnervenwurzel implantiert, wodurch eine Neuromodulation der entsprechenden Nerven möglich wird.

Sakralwurzel

Nervenwurzeln, die sich im Bereich des Kreuzbeines befinden.

Selbstkatheterisierung

Vom Patienten selbst vorgenommenes Einsetzen eines Katheters zur Entleerung der Blase.

Sensorisch

Bezeichnung für "die Sinnesorgane oder die Aufnahme von Sinneswahrnehmungen betreffend".

Spina bifida

Auch "offener Rücken" genannt. Sie ist durch einen angeborenen unvollständigen Verschluss im Bereich der Wirbelsäule gekennzeichnet.

TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation)

Elektrische Nervenstimulation durch die Haut.

Trachelektomie

Eine gynäkologische Operationstechnik, bei der zwei Drittel des Gebärmutterhalses und die innere Hälfte des Halteapparates der Gebärmutter entfernt werden. Der Gebärmutterkörper und der innere Muttermund bleiben erhalten. (Gebärmutterhalskrebs)

Trokar

Als Trokar bezeichnet man ein dolchartiges chirurgisches Instrument, das zur Schaffung von Öffnungen einer Körperhöhle (z.B. Bauchraum) dient.

Urologie

Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Vorbeugung, der Diagnose und der Behandlung von Erkrankungen der Niere, der ableitenden Harnwege sowie der männlichen Geschlechtsorgane befasst.

Uterus myomatosus

Eine Vergrösserung der Gebärmutter durch mehrere Myome (gutartige Muskeltumoren).

Vasomotorisch

Bezeichnung für "die Bewegungen der Blutgefässe betreffend bzw. die Gefässnerven, welche die Bewegungen vermitteln".

Wirbelgleiten

Verschiebung von Wirbelkörpern in der Wirbelsäule aus ihrer ursprünglichen Lage heraus. Dies kann langfristig zu Schädigungen der Spinalnerven führen.

Zentrales Nervensystem (ZNS)

Es umfasst alle innerhalb des Gehirns und des Rückenmarks gelegenen Nervenstrukturen.