OperationZentrum für Urologie

Prostatakrebs

Die radikale Prostatektomie ist die Standardbehandlung von lokalisierten und lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinomen. Dabei wird die Prostata inklusive der anhängenden Samenblasen entfernt. Die in unserem Zentrum etablierte MRI-TRUS gesteuerte Fusionsbiopsie der Prostata gibt uns detaillierte Informationen über die genaue Tumorlokalisation und -ausdehnung. Dadurch sind wir in der Lage die Operation individuell zu planen und durchzuführen. Dies führt dazu, dass wir auch bei Patienten mit höherer Risikoklassifizierung, die in der Vergangenheit von einer potenzerhaltenden Operation ausgeschlossen waren, individuell potenzerhaltend operieren können ohne die onkologische Sicherheit der Operation zu beeinträchtigen. Zusätzlich zur Entfernung der Prostata werden bei höherer Risikoklassifizierung (intermediate- und high-risk) alle Lymphknotenstationen, die das zum Herz zurückfliessende Gewebswasser filtern und eventuell auch Metastasen beinhalten können mit entfernt (sogenannte extendierte pelvine Lymphadenektomie). Hierbei sollten mindestens 16, besser jedoch mehr als 20 Lymphknoten entfernt und untersucht werden. Der Eingriff findet meist Da Vinci assistiert-laparoskopisch, aber auch offen statt. Nach der Entfernung der Prostata erfolgt die Rekonstruktion mittels Verbindung der Harnblase mit der erhaltenen Harnröhre.

Mögliche Komplikationen:
Komplikationsmöglichkeiten betreffen vor allem die fehlende Kontinenz, die in ca. 5% der Fälle längerfristig auftritt und die Erektionsstörungen die bei beidseitiger potenzerhaltender Operation in 1/3 der Fälle besteht.

Blasenkrebs - Ersatzblasenbildung

Die Therapie von Blasenkrebs richtet sich danach, ob ein oberflächlicher- oder ein muskelinvasiver Tumor vorliegt. Oberflächlicher Blasenkrebs heißt, dass der Tumor die Blasenschleimhaut und die Bindegewebsschicht, die sich unmittelbar darunter befindet, nicht befallen hat. Diese Tumoren lassen sich in der Regel über eine Blasenspiegelung entfernen (TUR-Blase). Der Eingriff ist schmerzlos und findet unter Betäubung statt. Danach ist ggf. eine unterstützende lokale Chemotherapie indiziert, um noch verbliebende kleinere Tumorherde abzutöten. Das Medikament wird direkt in die Blase eingebracht, wodurch die Nebenwirkungen gering sind. Auch die Immuntherapie mittels BCG-Gabe (Tuberkulin) ist hilfreich, um ein Wiederkehren des Blasenkarzinoms zu verhindern.

Muskelinvasive Tumoren sind bereits in tiefere Schichten der Blase vorgedrungen. In diesen Fällen wird die Harnblase und die umliegenden Lymphknotengewebe komplett entfernt (Zystektomie). Hat der Krebs auch die benachbarten Organe befallen (Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Teile der Scheidenwand bei der Frau, Prostata und Samenbläschen beim Mann) werden auch diese entfernt.

Nach dem Eingriff kann der Harn nicht mehr auf natürlichem Weg ausgeschieden werden. Deshalb muss ein Ersatz für die Blase geschaffen werden, um den Urin zu sammeln und abzuleiten. Ärzte unterscheiden zwischen „trockener“ und „nasser“ Harnableitung. Bei der Wahl des Blasenersatzes sind Lage, Größe und Ausbreitung des Tumors ebenso entscheidend wie der Allgemeinzustand und die Wünsche des Patienten. Aus einem Dünndarmstück (Ileum) kann eine Ersatzblase geformt werden, so dass der Urin auf natürlichem Weg ausgeschieden wird. Diese Variante der Harnableitung ist nur dann möglich, wenn der obere Teil der Harnröhre nicht von Krebs betroffen ist. Wenn keine Ersatzblase angelegt werden kann besteht die Möglichkeit ein kontinentes Reservoir aus einem Dünn- und Dickdarmstück (Pouch) zu bilden. Er befindet sich im Inneren des Körpers und wird über einen Ausgang (Stoma) am Nabel durch Katheterisierung entleert. Bei der nassen Harnableitung hat der Patient keinen Einfluss auf den Austritt des Urins, denn der Harn tröpfelt ständig in einen auf die Haut aufgebrachten Stomabeutel. Deswegen heißen diese Varianten nasse oder inkontinente Harnableitungen.

Mögliche Komplikationen:
Die postoperative Komplikationsrate wird maßgeblich vom Alter und den vorhandenen Komorbiditäten (kardiovaskuläre Vorerkrankungen, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, abdominale Voroperationen, lokal fortgeschrittene Tumorstadien, Adipositas) beeinflusst. Es ist umstritten, ob minimal-invasive Operationstechniken die Komplikationsrate senken können. Die Mortalität ist zwischen offen-chirurgischer und robotisch-assistierter laparoskopischer Zystektomie vergleichbar.

Nierenkrebs

Die Nierenkrebs-Operation ist die einzige Behandlung mit deren Hilfe die Krankheit geheilt werden kann. Der Umfang der Operation richtet sich nach dem Stadium der Krebserkrankung. Kleine- und mittelgrosse- Tumoren können in der Regel organerhaltend operiert werden. Bei größeren oder ungünstig gelegenen Tumoren ist auch heute noch die Entfernung der betroffenen Niere mitsamt der umgebenden Fettkapsel (radikale Nephrektomie) notwendig. Diese Operationen werden heutzutage meist minimal invasiv mittels der Da-Vinci-Methode operiert. Durch den minimalinvasiven Zugang lässt sich das Operationstrauma und damit die postoperativen Beschwerden des Patienten deutlich vermindern was durch zur Reduktion der Hospitalisations- und somit der Ausfallzeit am Arbeitsplatz führt. Die ständige Verbesserung der Technik wird es in den nächsten Jahren wahrscheinlich ermöglichen, gezielt Ultraschall- oder MRT-Bilder in den Bildschirm zu integrieren, um so die Präzision der Operation weiter zu erhöhen (Image Fusion). Grosse Nierentumore mit Thromben bis in die Hohlvene werden ja nach Ausdehnung in der Regel durch offene Totalresektion ggf. in Teamarbeit mit den Herzchirurgen operiert.