Der Herbst erinnert uns an die Vergänglichkeit des Lebens. Die Blätter fallen von den Bäumen und Nebel verschleiert den klaren Blick. Was liegt vor uns? Was lassen wir zurück? Wir möchten dem Tod ausweichen, ihn vermeiden, ihm einen Strich durch die Rechnung machen, gerade im Spital und das tagtäglich. Alle bemühen sich um genau das und setzen sich fürs Leben ein. Und doch bleibt der Tod eine Bedrohung, die unbarmherzig und gewaltig über uns hereinbricht. Doch manchmal ist er auch Erlösung von Schmerz und Befreiung von Kummer.

Es ist ein hilfreicher Brauch, in dieser Zeit unserer Verstorbenen zu gedenken: Das Grab besuchen, es mit Pflanzen schmücken, eine Kerze anzünden und damit die Verbundenheit spüren. Einmal im Jahr bewusst daran denken: Auch wir sind vergänglich! Dieses «Memento mori!» - «Bedenke deine Sterblichkeit!» - kann uns helfen, gerade auch mit der Erfahrung des Todes und im Gedenken an unsere Verstorbenen bewusster zu leben. So, wie es uns Max Feigenwinter rät:

Es ist gut,
dass wir nicht wissen,
wann unsere letzte Stunde ist,
wo wir dann sein werden,
wie sehr und wie lange wir leiden müssen,
wie wir sterben,
wer dann an unserer Seite ist,
und ob wir bewusst Abschied nehmen können.
Es ist gut,
dass wir das alles nicht wissen,
wichtig ist mir, dass ich jetzt
das Positive sehe,
Beziehungen pflege,
meine Möglichkeiten einsetze,
verantwortungsvoll lebe
und dankbar bin.

Ich wünsche Ihnen gerade in dieser Zeit ein Bewusstsein für die Kostbarkeit der uns geschenkten Zeit!

Katharina Hoby, Klinikseelsorgerin