Die Passionszeit umfasst den Zeitraum vor Ostern und erinnert uns daran, dass Jesus 40 Tage in der Wüste gefastet und sich so auf sein Wirken in der Welt vorbereitet hat. Fasten gehört bis heute zu einer spirituellen Lebensführung dazu. Schon Moses stieg auf den Berg Sinai und fastete 40 Tage, bevor er Gottes Wort empfing, und auch Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde. Die christliche Mystikerin Hildegard von Bingen riet zum Fasten: «Wir müssen auf die Stimme unserer Seele hören, wenn wir gesunden wollen». Es gilt, innerlich leer und dadurch offen zu werden für das, was in uns und durch uns wirken will. Gelingt uns das in diesem besonderen Jahr? 40 Tage lang auf das verzichten, was uns unverzichtbar scheint, um uns so neu darauf zu besinnen, was sich als wirklich wichtig erweist. Unseren Körper und unsere Seele reinigen und läutern und so die Beziehung zum Transzentenden, zu Gott und den Mitmenschen festigen.

Was mag das für Sie bedeuten?

40 Tage ohne Alkohol?
40 Tage ohne Süsses?
40 Tage ohne Lästern?
40 Tage keine Vorurteile hegen?
40 Tage nicht im Internet die Krankheit erforschen?
40 Tage offline sein?

Sie wissen selbst am besten, womit Sie sich oft ablenken und so kostbare Zeit verbrauchen. Max Feigenwinter rät:

Nicht nur weniger essen
und mehr geniessen
sondern vielleicht auch

weniger fern-sehen
dafür miteinander weiter-sehen

weniger reden
dafür mehr zuhören

weniger unterwegs sein
dafür mehr zu sich selbst kommen

ganz einfach
weniger tun
dafür mehr sein.

Als Patient:in müssen Sie bereits auf vieles verzichten. Vielleicht erleben Sie ein solches Fasten neu, anders und hilfreich. Dazu wünsche ich Ihnen viel Fantasie und Vertrauen.

Ihre Klinikpfarrerin Katharina Hoby

Katharina Hoby
Katharina Hoby
Reformierte Pfarrerin
Präsenz: Di Nachmittag / Mi / Do Vormittag
M +41 79 764 69 35