50 Tage nach Ostern feiern wir Pfingsten.  Was aber ist der Inhalt dieses Festes, wenn man einmal davon absieht, dass wir freie Tage geniessen können? Im neutestamentlichen Buch der Apostelgeschichte steht, dass Gott am Pfingstfest den Heiligen Geist über die Jüngerinnen und Jünger Jesu ausgiesst. Der Geist  ist die spürbare Gegenwart Gottes in den Herzen der Menschen. Im Griechischen heisst der Geist „Pneuma“ oder „Energeia“. Wie der Atem die Lunge weitet, so erfüllt und stärkt der Geist Gottes Menschen, wenn sie meditieren, beten, Gottesdienst feiern, Musik hören, die Schöpfung geniessen.  Im Hebräischen heisst der Geist Gottes „ruach“ was einen weiblichen Artikel hat und mit „die Geistkraft“ übersetzt werden kann.  Ursprünglich meint der Begriff den Leben spendenden Atem oder den rauschenden Wind. Der Prophet Sacharja sagt, dass nicht Gewalt die Welt verändert, sondern die Geistkraft Gottes. Er sagt damit, dass die Energie, die Gott schenkt, ausdauernder und wirksamer ist als das, was wir vor Augen haben und was manchmal nur schwer zu ertragen ist. Ein Grund zur Hoffnung.

Mit einem Liedvers des Dichters Paul Gerhardt lade ich Sie ein, die Energie Gottes für das eigene Leben zu erbitten:

Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben;
verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Esther Wannenmacher
Reformierte Seelsorgerin

Esther Wannenmacher
Esther Wannenmacher
Reformierte Pfarrerin
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