Ist Weihnachten,
wenn Tannen geschmückt, Krippen aufgestellt,
altbekannte Lieder gesungen, Gedichte aufgesagt, 
Geschenke ausgetauscht, die Verwandten eingeladen
werden und fein gegessen wird?
 

Das mag alles schön sein, 
zur Tradition gehören,
doch wesentlich ist es nicht.
Und dieses Jahr auch kaum möglich.
 

Weihnachten ist viel eher,
wenn wir den Lärm meiden,
zur Ruhe kommen und still werden,
uns fragen, was letztlich wichtig ist,
das Positive sehen und dankbar sind,
aufeinander zugehen,
uns für Bedürftige einsetzen,
damit Schwache stärker,
Ängstliche mutiger,
Unsichere sicherer,
Traurige froh werden
und Kranke und Verzweifelte
wieder hoffen können.
 

Und ist alles vorbei,
wenn die Geschenke ausgepackt,
die Dankesbriefe geschrieben, 
der Weihnachtsschmuck versorgt ist?
 

Wir können etwas tun,
damit es nicht vorbei ist:
Unterwegs bleiben,
suchen, was trägt;
das Positive anerkennen
und Schwaches stärken;
zum Frieden beitragen
und jeden Tag als Chance sehen.
 

Wir können weihnächtlich leben.

 

Max Feigenwinter