Zum Weg-Wort

Fasten

Sich unterbrechen
im alltäglichen Einerlei,
eingespielte Gewohnheiten ablegen
wie einen verschlissenen Mantel.
 
Aussteigen aus dem
»Das war schon immer so«,
alte Denkmuster überprüfen,
ob sie noch greifen.
 
Frei werden, Neues einlassen
in Herz und Hirn.
Das Unmögliche für möglich halten
und dem Himmel die Türen öffnen.

Tina Willms

Mit dem Aschermittwoch am 14. Februar hat in den katholischen Gegenden die 40-tägige Fastenzeit begonnen. Von der strengen kirchlichen Fastenordnung der vergangenen Jahrhunderte ist wenig übrig geblieben. Das Fasten selbst ist zwar in Mode, aber meist nur, um überflüssige Kilos mühsam los zu werden. Es finden sich allerdings heute in vielen Kirchgemeinden und Bildungshäusern auch Menschen zu Fastengruppen zusammen, die eine alte Sicht des Verzichtens und Fastens vor Ostern wieder aufgreifen.

Das Fasten hat eine lange Tradition in fast allen Religionen. Die grossen Religionsstifter haben die Erfüllung ihres Auftrags durch Fasten vorbereitet. Mose fastete auf dem Sinai, bevor ihm die Zehn Gebote offenbart wurden. Jesus ging in die Wüste, um 40 Tage und Nächte zu fasten, bevor er die Botschaft von der anbrechenden Gottesherrschaft öffentlich verkündete. Mohammed ging auf den Berg Hira, bevor ihm der Koran offenbart wurde, und Buddha unter dem Bodhi-Baum, bevor er die Erleuchtung erlangte.

Dieses religiöse Fasten damals und heute hat die Reinigung von Körper und Geist zum Ziel. Dabei steht der Verzicht nur am Anfang. Es geht vielmehr darum, frei zu werden für Neues, Grösseres. Viele berichten von guten Erfahrungen bei solchem Verzicht: ein Gefühl der geistigen Wachheit und des Wohlbefindens.

Die 40-tägige Fastenzeit ist eine Einladung, uns auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Sie ist eine Zeit der Besinnung: Wofür setze ich mich ein im Leben? Wofür verwende ich meine (begrenzte) Zeit? Was sind meine Ziele?

Heute beginnt der Rest meines Lebens.

Pfrn. Helen Trautvetter

Wegwort zum Neuen Jahr 2018

Die Zeit unseres Lebens
Wieder liegt ein Jahr hinter uns. Für manche war es ein gutes Jahr, andere haben Leid und Enttäuschung erlebt. Wieder andere sind unbefriedigt, weil sie das Gefühl haben, die Zeit sei ihnen zwischen den Fingern zerronnen.
An der Schwelle zum Neuen Jahr sollten wir innehalten und überlegen, ob die Richtung unseres Lebens noch „stimmt" oder wir einen neuen Anfang machen wollen. Einige Gedanken über die Zeit können uns dabei behilflich sein.

Was ist Zeit?
Wieder liegen 365 Tage vor uns, die wir gestalten können und müssen. Oft glauben wir, unter Zeitdruck zu stehen, der uns überfordert. Es gibt aber Phasen in unserem Leben, da wünschen wir uns, die Zeit möge schneller vergehen. Was ist Zeit? Auf diese Frage werden wir ganz verschiedenen Antworten erhalten. Je nach dem, an wen wir uns wenden. Ein Philosoph wird es vielleicht so sagen: Wir Menschen schaffen die Zeit durch unser Bewusstsein. Ein Physiker wird auf die messbare Zeit verweisen, uns aber durch Begriffe wie „Relativität" oder „Zeitdehnung" verwirren. Für den Theologen steht die Zeit im Gegensatz zur Ewigkeit: Im Anfang hat der unendliche Gott die zeitlose Welt geschaffen.

Wir Menschen stehen mitten in der Zeit. Wir erleben, wie alles vorüber geht und zur Vergangenheit wird. In der Erinnerung wird lebendig, was gestern war. In Vorfreude oder Sorge schauen wir voraus in die Zukunft. Doch wir können weder das Gestern zurückholen noch die Zukunft herbei zwingen. Wir leben im Heute. Manchmal möchten wir die Uhr anhalten: Wir klammern uns an Menschen, Dinge, die uns wichtig sind - und stellen fest, wie uns alles entgleitet. Wir können die „Geschwindigkeit", mit der die Zeit vergeht, nicht beeinflussen. Oder doch? Es gibt Zeiten, da leben wir intensiv, kosten jede Minute aus. - und Tage, an denen wir scheinbar nur „die Zeit totschlagen".

Zeit ist für uns Menschen immer erlebte, gelebte Zeit. Wir können nicht verhindern, dass das Heute zum Gestern wird, aber wir können das Heute gestalten. Denken wir nur an Redewendungen, die wir täglich benützen: „Ich habe keine Zeit", sagt der eine; „dafür nehme ich mir die Zeit", sagt der andere. Die Zeit, die uns zur Verfügung steht, können wir so oder so nutzen.

Viele Dinge brauchen Zeit, um zu reifen. Wenn ein Mensch zur Welt kommt, ist er noch nicht „fertig", seine Persönlichkeit muss sich erst entwickeln. Eine Freundschaft muss wachsen, Partnerschaft ist eine oft lebenslange Aufgabe. „Die Zeit heilt Wunden" - an dieser Redensart ist etwas Wahres: Aus der zeitlichen Distanz sehen die Dinge anders aus als im unmittelbaren Erleben. Verletzungen tun nicht mehr so weh, obwohl überall dort, wo einmal Wunden waren, Narben zurück bleiben. Deshalb genügt es auch nicht, darauf zu vertrauen, dass sich „mit der Zeit" schon alles einrenken werde. Die Psychologen sagen uns, dass man schmerzliche Erfahrungen verarbeiten muss. Es wäre falsch, Leiden und Schmerz zu unterdrücken oder Meinungsverschiedenheiten unter den Teppich zu kehren. Aus dem Misston kann schnell Entfremdung werden. Verarbeitung der Zeit ist eine wertvolle Sache.

Zeit ist ein Reichtum unsrer Erfahrungen, an deren Mitgestaltung auch wir wesentlich mitwirken und mittragen können.
Vor uns liegen wieder einmal 365 Tage, ein Neues Jahr 2018! Was bringt es? Oder wie gestalten wir es? Am Start des Neuen Jahres darüber nachzudenken, ist sicher eine richtige Strategie.

Viel Freude, Glück, Erfolg und Gottes reichen Segen im Neuem Jahr wünscht Ihnen
Josef Sowinski, Ihr Klinikseelsorger

Gedanken zum Ewigkeitssonntag

Im November gedenken die Christen der Verstorbenen. Und wie wenn die Trauer über den Verlust eines lieben Menschen nicht schon genug wäre, schliesst auch die Natur in dieser Jahreszeit einen Lebenszyklus ab. Die kahlen Bäume erzählen von den Stürmen, denen sie ausgesetzt waren und die Blätter auf dem Boden, dass ihre Zeit zu Ende ist. Die Bäume scheinen wie tot.

Allerdings - wenn wir die Äste der Bäume aus der Nähe betrachten, dann können wir sehen, dass sie bereits Knospen tragen. Es ist noch nicht Zeit, auszuschlagen und zu wachsen. Zuerst muss ein Winter überstanden werden mit Schnee und Kälte.

Die Knospen sind für mich ein Hoffnungsbild, das mir die Natur schenkt: Dass das Leben irgendwann weitergehen wird; dass das Leben nie ganz aufgehört hat und ja, dass dies auch sichtbar werden wird, wenn es Zeit ist.

Jetzt - in der dunklen Jahreszeit- stehen die Knospen für mich auch für die christliche Hoffnung, die mit der Geburt von Jesus Christus in der dunkelsten Zeit in die Welt gekommen ist.

Es ist eine närrische Wahrheit, die uns unser Glaube erzählt. Eine närrische Wahrheit, die uns die Knospen erzählen. Oder - wie es in einem Gedicht von Ernst Ginsberg heisst:

Zur Nacht hat ein Sturm alle Bäume entlaubt
sieh sie dir an, die knöchernen Besen.
Ein Narr, wer bei diesem Anblick glaubt,
es wäre je Sommer gewesen.

Und ein grösserer Narr, wer träumt und sinnt,
es könnt’ je wieder Sommer werden –
und grad diese gläubige Narrheit, Kind,
ist die sicherste Wahrheit auf Erden.

Pfrn. Helen Trautvetter

Bettagsgebet

Ein Gebet für den Eidgenössischen Dank- Buss- und Bettag und die herbstlichen Tage, die Folgen:

Ich habe deinen Ruf gehört

Wie gern, mein Gott,
wäre ich unter denen,
die dich liebhaben
um deinetwillen,
die deine Verborgenheit aushalten,
weil ihnen das Vertrauen mehr gilt
als das Verstehen,
die ihren Gott nicht einzufangen trachten
in ihre Wünsche,
sondern sich beugen vor seiner Unbegreiflichkeit.

Wie gern, mein Gott,
wäre ich unter denen,
die dein Lob festhalten,
auch wenn sie zerbrochen werden;

Die verzichten können,
weil sie frei sein wollen
für das Wesentliche,
die sich versöhnen lassen
mit der Versehrtheit dieser Welt,
weil sie den Anruf der Liebe gehört haben,
den alles Unvollkommene birgt.

Wie gut mein Gott,
dass das Herz wach ist
und Sehnsucht spürt,
heil zu werden.
Entmächtige das Ängstliche in mir,
das, was zugleich
ja und nein sagen will.
Nicht grosse Sprünge
erwartest du von mir,
sondern kleine Schritte,
und die will ich wagen,
so wahr du mir hilfst.
Amen

Autorin dieses Gebets ist die Dichterin Antje S. Nägeli in ihrem Büchlein „Die Nacht ist voller Sterne. Gebete in dunklen Stunden.“

Ausgewählt von der Klinik - Seelsorgerin Esther Wannenmacher

Eine kreative Lösung...

...zu finden ist anspruchsvoll. Deshalb gibt es Beraterinnen und Berater, Coaches und wie sie alle heissen. Ihre Dienste können wirklich hilfreich sein. Gerade jetzt im Sommer geht mir durch den Kopf, dass wir eine Beraterin nicht ausser Acht lassen dürfen. Es handelt sich um die Schöpfung. In der Bergpredigt rät Jesus, die Vögel des Himmels und die Blumen auf dem Feld zu beobachten und von ihnen ein Stück Unbeschwertheit und Lebensfreude zu lernen. Wer das gerne selbst nachlesen möchte, findet die Worte in Matthäus 5,25-31. Ein kreativer und humorvoller Lösungsvorschlag aus der Natur findet sich in der nachfolgenden Geschichte:

Der Besitzer eine Schafsfarm in Indiana war in grosser Sorge wegen der Hunde seines Nachbarn. Jedes Mal kamen sie auf sein Grundstück und rissen seine besten Tiere. Ein solches Problem wird gewöhnlich vor dem Gericht, mit einem Zaun aus Stacheldraht oder mit dem Gewehr gelöst…

Dieser Mann ging anders vor. Er hatte eine bessere Idee: Er gab jedem Kind seines Nachbarn ein oder zwei junge Lämmer als Schosstiere zum Spielen. Als nach einiger Zeit die Kinder nun ihre kleine Herde besassen, da begannen sie auch ihre Hunde anzuleinen… Und dies hat dann das ganze Problem gelöst. (Erzählung nach J. Wallace Hamilton)

Wenn Menschen tief drin berührt werden, entstehen ungeahnte Kräfte, die viel vermögen und bewirken können.

Liebe Leserin, lieber Leser, lassen Sie sich berühren und stärken durch den nachfolgenden Segen:

So überreich wie das Gras wächst,
wie der Sand am Meeresstrand,
wie der Tau auf den Blättern,
so sei der Segen
des Königs der Gnade
auf jeder Seele, die ist,
die war und die kommen wird.

Esther Wannenmacher
Reformierte Seelsorgerin
 

Pfingsten – Aufbruch

Vor Gott sind alle Menschen gleich! Das ist zusammengefasst die Botschaft des Pfingstfestes.

Wenn wir solche Sätze heute lesen oder hören, tun wir uns damit schwer. Sofort sehen und spüren wir die Unterschiede zwischen uns Menschen und von diesen Unterschieden leben wir auch.
Ja, es gibt unter uns Menschen verschiedener Nationalitäten, gebildete und einfache, reiche und arme, erfolgreiche und versagende, gesunde und kranke, Behinderte, Alte und Junge. Diesen Kanon der Unterschiede kann man noch lange fortsetzen. Und in seinem Kontext ist die Behauptung, dass alle Menschen gleich sind, ein Missverständnis.

Tatsächlich, die Apostelgeschichte, die den Pfingsttag beschreibt, berichtet, dass an diesem Tag Vertreter aller Nationen dabei waren und sie fühlten sich untereinander alle gleich. Sogar ihre verschiedenen Sprachen konnten sie nicht nur reden, sondern auch verstehen.

Was damals geschah, war für die Zeitgenossen etwas Unglaubliches und Revolutionäres. Deshalb wurde diese Botschaft nur den engsten Freuden Jesu, den Zwölf, übermittelt. Aber bevor sie diese Botschaft begriffen haben, musste es gewittern, blitzen und donnern. Erst dann erfuhren sie einen neuen Geist in ihrem Kreis und brachen auf. Von dieser Stunde an können wir von einer neuen Zeit in der Menschheitsgeschichte reden. Es war die Geburt des Christentums, eine Religion, die die Menschheitsgeschichte seit zweitausend Jahren prägt.

Alle Menschen sind vor Gott gleich – eine Pfingstbotschaft, die heute angesichts des Weltgeschehens sehr viel zu denken und reden gibt, veranlasst alle Menschen, trotz der Unterschiede, zu einem neuem Denken.

Für die Jünger Jesu damals bedeutete Pfingsten einen Aufbruch. Aufbruch aus ihren Schwächen und Ängsten zur Mut und Tapferkeit, aus ihrer Passivität zur Aktivität, die reiche Früchte brachte.

Pfingsten feiern auch wir jedes Jahr. Die Botschaft und die Herausforderung dieses Festes sind immer die gleichen. Aufbrechen, Umdenken, das Neue wagen, weg mit Ängsten und Schwächen. Der neue Geist, den uns Pfingsten bietet, möge auch uns dazu ermutigen. So werden wir die Probleme unseres Alltags, unsere Schwächen und Krankheiten, besser meistern können.

Ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen

Josef Sowinski, Ihr Klinikseelsorger
 

Ostern

Der Frühling ist schon da. Wir spüren ihn und sehen das neue Kleid der Natur. Die Bäume bekommen neue Blätter, die Felder werden grün, aus der Erde spriessen Frühlingsblumen und die Bäume, wie z.B. die Magnolien blühen in voller Pracht. Was im Herbst gestorben ist, beginnt im Frühling neu zu leben. Es wächst eine neue Qualität.

Jeden Frühling feiern wir auch ein richtiges Fest: Ostern. Dieses Fest stammt aus der christlichen Tradition und ist mit der Auferstehung Jesu Christi eng verbunden. Seine Aussage lautet: Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben. Das ewige Leben ist das endgültige Ziel unseres Weges. Auch an Ostern geht es um das Leben. Dieses Fest hat seine Symbolik: Das Osterei ist ein Symbol und die Quelle des neuen Lebens und  eine grosse Attraktion für Kinder. Der Osterhase - Symbol der Wachsamkeit – keine Chance soll verpasst werden. Er schmeckt auch gut, weil er aus der Schokolade hergestellt ist. Das gibt dem Leben einen neuen Geschmack.

Das Leben und seine Qualität sind für uns die höchsten Werte, um die wir uns stets kümmern und immer wieder bemühen müssen, wenn Schwierigkeiten auftreten. Sind sie gesundheitlicher Natur, denken wir sofort an einem Arzt und die medizinischen Möglichkeiten. Spitäler und Kliniken sind dann oft die Zwangs-Stationen auf unserem Lebensweg. Da hoffen wir, unsere Lebensqualität wieder zu verbessern oder sie neu wiederherzustellen. Die Medizin kann heute wirklich viel, das erfahren wir tagtäglich in unserer Klinik. Die vielen Operationen, die anhand der modernsten Techniken durchgeführt werden, die Medikamente, die verabreicht werden und die Therapien verschiedenster Art versprechen uns „neues Leben“.

Die Hoffnung auf das Leben und seine Qualität ist besonders dann stark, wenn wir auf Grenzen stossen. Eine schlechte Diagnose kann uns zusammenbrechen lassen, uns in eine depressive Lage bringen, aus der keinen Ausweg sichtbar ist.

Können wir da etwas von Ostern lernen?
Suche ich Antwort auf diese Frage, kommt mir eine Geschichte über einen Seiltänzer in den Sinn, der in einer schwindelnden Höhe seine Kunststücke vorführt. Die Hauptattraktion: Er schiebt eine Schubkarre über das schwankende Seil. Auf der anderen Seite angekommen, fragt er die Zuschauer, ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurückzuschieben. Die Menge klatscht begeistert. Er fragt ein zweites Mal, und wieder erhält er zustimmenden Beifall. Dann fragt er den Einzelnen, der unter dem Mast steht: Trauen sie es mir zu, dass ich die Karre wieder zurückschiebe? „Aber sicher“, ruft der zurück und klatscht. Und der Akrobat sagt: „Dann kommen sie herauf und steigen sie ein, dann schiebe ich sie hinüber!“

Wenn es für mich Ostern werden soll, dann muss ich bereit sein, einzusteigen; nur am Rande zu stehen und zuzuschauen genügt nicht.

Einsteigen bedeutet: Mit Gottes Hilfe kann ich das scheinbar Unmögliche erreichen und fest darauf vertrauen, dass er mich selbst einmal über den Abgrund des Todes hinweg in ein neues, unvergängliches Leben führend wird, in ein Leben voll Glück und Erfüllung.

Einsteigen heisst: Ich weiss, mein Leben hat einen Sinn, es führt zu einem Ziel, für das es sich zu leben lohnt.

Einsteigen heisst: Ich kann mit all dem, was mich hier bedroht, mit meinen Ängsten, Sorgen und Leiden, ja sogar mit dem Tod gelassener umgehen, weil ich weiss, dass sich Glück und Freude einmal durchsetzen werden.

Einsteigen heisst: Ich stehe letztlich immer auf der Sonnenseite des Lebens. Gewiss, da kommen manchmal schwere, dunkle Wolken, aber selbst hinter diesen Wolken scheint die Sonne weiter, dunkle Wolken können sie zwar verdecken, aber nicht auslöschen und irgendwann bricht die Sonne wieder hervor. 

Unseren Weg müssen wir weiter gehen. In unserer Klinik erleben wir immer wieder Ostern, denn es hört niemals auf, es geht immer weiter... und das ist Ostern.

Ein frohes Fest wünscht Ihnen
Josef Sowinski, Klinikseelsorger

Die Jahreslosung für das Jahr 2017

Bei der Jahreslosung der christlichen Kirchen im deutschsprachigen Raum Europas handelt es sich um eine einprägsame und motivierende Bibelstelle, die von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgewählt wird. Die Auswahl findet jeweils vier Jahre im Voraus statt, sodass die aktuelle politische Situation nicht im Blick ist. Vielmehr soll das Wort ermutigen, Hoffnung wecken und stärken. Für dieses Jahr fiel die Wahl auf folgendes Wort:

Gott spricht:
Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch.”
Hesekiel 36,26


Gedanken zur Jahreslosung

Es gibt etwas Neues im Jahr 2017! Und das nicht in meiner Umgebung, in der Welt, in der ich lebe. Etwas verändert sich in mir drin. Ich bin ganz gespannt, wie sich das anfühlt. Schon die innere Spannung löst Freude aus. So stelle ich mir das vor. Wie wenn ich frisches kühles Wasser trinke. Ich spüre, wie es den Hals hinunter rinnt und mir gut tut. Ich gewinne Mut und Zuversicht und strahle sie aus. Ob diese Herz- und Geistkraft, die da verheissen wird, sich auch in anspruchsvollen Situationen bewährt?

Wohin wird mein Weg in diesem Jahr führen? Ein wenig Wehmut liegt in dieser Frage. Daher der Zuspruch. Gott selber ist an meiner Seite. Er sieht mich, wie ich bin. Mit meinen Fähigkeiten und Begabungen und dem, was hindert und beschwert. Er erfrischt und stärkt mich innerlich. Das folgende Glaubensbekenntnis ist erfüllt vom Vertrauen in Gott. Er ist es, der zur rechten Zeit den neuen Geist schenkt, der mein Denken und Fühlen öffnet und erfüllt.

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage
so viel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
 

Dietrich Bonhoeffer