Übermässige Schweissneigung

Schwitzen ist ein natürlicher und lebensnotwendiger Vorgang. Es gibt aber Fälle, bei denen es zu einer überhöhten Schweissproduktion, vor allem im Bereich der Achseln/Hände, kommt, die Ursache ist meist ungeklärt.

Je nach Ausmass und Lokalisation können verschiedene Behandlungen angeboten werden; da wäre zum einen die operative Therapie im Bereich der Achselhöhlen mittels Exzision der Schweisssdrüsen oder die Liposuktion, zum andern die Behandlung mit Botulinum-Toxin im Bereich der Achselhöhlen (namentlich auch bei rein ästhetischen Beweggründen) sowie der Hände.

 

Operation

Das Wichtigste in Kürze

  • Operationsdauer: 30 Minuten
  • Narkose: Vollnarkose oder lokale Betäubung
  • Klinikaufenthalt: ambulant
  • Sportverbot: während 4–6 Wochen
  • Gesellschaftsfähigkeit: nach wenigen Tagen
  • Arbeitsunfähigkeit: 2–3 Tage

Operationstechnik

Der Eingriff erfolgt entweder in Narkose (vor allem bei Exzision), meist aber unter lokaler Betäubung bei der Liposuktion.

Bei der Exzision wird die Haut mit den darin liegenden Schweissdrüsen herausgeschnitten, bei der Liposuktion werden die Schweissdrüsen durch kleine Hautschnitte abgesaugt.

Vor der Operation

Auf Medikamente, die blutgerinnunghemmend wirken, wie Aspirin oder Aspégic, sollten Sie mindestens 14 Tage vor der Operation verzichten.

Ebenfalls zu meiden sind Schlafmittel, Alkohol und Zigaretten (Nikotin vermindert die Durchblutung der Haut resp. der Organe und verzögert dadurch die Wundheilung).

Weitere Hinweise und Abklärungen erfolgen während der Konsultation in der Praxis.

Komplikationen/Nebenwirkungen

Es muss mit Schwellungen/Verfärbungen durch Blutergüsse gerechnet werden sowie auch mit Sensibilitätsstörungen (zum Teil mit Ausstrahlung in die Oberarminnenseite), die sich aber meist innerhalb einiger Wochen normalisieren.

Zusätzlich können Durchblutungs-/Wundheilungsstörungen auftreten.

Die Exziison führt zu sichtbaren, zum Teil unschönen Narben im Bereich der Achselhöhle, die kleinen Schnitte bei der Liposuktion sind unauffällig und ergeben ein kosmetisch gutes Resultat.

Beide Operationstechniken, insbesondere die sanftere Technik mittels Liposuktion, führen bei übermässiger Schweissneigung allerdings meist nur zu einer wesentlichen Verbesserung, jedoch zu keiner definitiven Lösung.

Konservative Therapie mittels Botulinum-Toxin

Das Wichtigste in Kürze

  • Wirkung: nach ca. 2–4 Tagen spürbar
  • Narkose: keine, eventuell oberflächliche Betäubung der Haut mittels Crème
  • Sanfte und sichere Therapie: jedoch zeitlich begrenzt (3–6 Monate)
  • Nachbehandlung: keine
  • Sport: sofort
  • Gesellschaftsfähigkeit: sofort
  • Arbeitsunfähigkeit: keine

Mit Botulinum-Toxin kann die Schweissneigung sowohl in den Achselhöhlen wie auch an den Händen (und Füssen) ebenfalls angegangen werden.

Insbesondere bei rein ästhetischen Beweggründen kann Botulinum-Toxin erfolgreich und ohne grössere Nebenwirkungen eingesetzt werden.

Nicht nur die störenden Schweissränder können auf diese Weise verhindert werden, sondern man kann während dieser Zeit auch (fast) auf ein Deodorant verzichten.

Der Erfolg ist jedoch zeitlich begrenzt; bei einer erstmaligen Verwendung von Botulinum-Toxin wird die Schweissausschüttung für 5–7 Monate zu 70 – 90 % reduziert, bei regelmässiger Anwendung kann die Zeitdauer ohne Schweiss und unangenehmen Geruch auf 6–8 Monate erhöht werden.