Musik ist auch Therapie

Mozart gegen Schmerzen und Angst, oder Rolling Stones als Antrieb bei einer Depression? «Selbstverständlich», sagt Corinne Jacob, Musiktherapeutin SFMT/FH an der Privatklinik Linde «wenn es der Patientin, dem Patienten guttut.»

Musik spricht direkt die Seele an. Sie eignet sich zur Unterstützung der medizinischen Behandlung und kann zum Wohlbefinden der kranken Menschen beitragen. Eine Krankheit oder ein Unfall beeinflussen das ganze Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen, auch im psychischen und sozialen Bereich. Positive Erfahrungen sind in dieser Zeit besonders wichtig; und diese kann die Musiktherapie auslösen. Deshalb bietet die Privatklinik Linde seit 2006 ihren langzeiterkrankten und/oder onkologischen Patienten Musiktherapie an. Dank der Unterstützung der «Stiftung der Privatklinik Linde für kranke Menschen» ist das Angebot für die Patienten kostenlos. Und es erfreut sich grosser Beliebtheit: «Die Nachfrage übersteigt in letzter Zeit des Öfteren das Angebot», freut sich Corinne Jacob.

Nicht nur die steigenden Therapiezahlen sprechen für die Musiktherapie, deren Beitrag zur Genesung und Schmerzlinderung ist wissenschaftlich abgesichert. In Europa arbeiten über 5‘000 Musiktherapeutinnen und -therapeuten in Gesundheitsinstitutionen, Heimen, Schulen und in Privatpraxen. In der Schweiz wird seit den 60er Jahren Musiktherapie praktiziert und seit 2003 mit einem staatlich anerkannten Diplom (MAS) an der Zürcher Fachhochschule gelehrt. Heute sind rund 250 aktive Musiktherapeutinnen und -therapeuten im Schweizerischen Fachverband für Musiktherapie SFMT zusammengeschlossen.

Wie funktioniert Musiktherapie in der Klinik?
Die freischaffende Musiktherapeutin Corinne Jacob besucht die Patienten an ihrem Klinikbett und fragt sie, was ihnen im Moment guttun könnte. Die Bedürfnisse sind ganz unterschiedlich: Einige wünschen sich ein gemeinsames Hören eines bestimmten Musikstückes und tauchen so in schöne Erinnerungen ab; andere spielen selbst gerne ein einfaches Instrument, welches Corinne Jacob mitgebracht hat oder singen mit ihr zusammen ein Lied. «Nur schon das schön geschliffene Holz eines Saiteninstrumentes zu berühren, bringt einen Hauch Leben von ausserhalb der Klinik zurück», so die Therapeutin. Viele geniessen es auch, wenn Corinne Jacob für sie eine ruhige Melodie summt und dazu die regelmässigen Töne des Monochordes, eines Saiteninstrumentes aus der Zeit der alten Griechen, spielt. Allen gemein ist, dass ihnen die Musik die Schmerzen, Sorgen oder Ängste für einen kurzen, glücklichen Moment verblassen lässt.

In einem Alltag, der von Schmerzen, bedrückenden Diagnosen, Nebenwirkungen der Chemotherapie und grossen Sorgen geprägt ist, öffnet die Musik ein Fenster zu etwas Angenehmem, das die Kranken mit den freudigen Seiten des Lebens verbindet. Im Hirn werden dabei andere neurologische Bahnen geöffnet, was sehr bedeutsam ist für das sogenannte Coping, die möglichst gute Bewältigung einer schwierigen Situation.

Musiktherapie deckt das Bedürfnis des kranken Menschen nach seelischer Nahrung, nach einem Gespräch mit jemand Aussenstehendem, wo Gefühle ausgedrückt und drehende Gedanken ausgesprochen werden können. Je ausgeglichener und kohärenter sich ein Mensch fühlt, desto besser kann er mit seiner Krankheit umgehen und desto besser stehen seine Chancen auf eine mögliche Genesung. Das lehrt uns auch die in den 80er Jahren entstandene Theorie «Salutogenese» des Medizinsoziologen Antonovsky.

Privatklinik Linde AG
Die Privatklinik Linde hat sich seit ihrer Gründung vor über 60 Jahren zur führenden Privatklinik der Region Biel-Seeland-Berner Jura entwickelt. Seit Juni 2017 gehört sie zur Privatklinikgruppe Hirslanden. Die Privatklinik Linde ist Listenspital des Kantons Bern und behandelte im 2016 insgesamt 6‘043 Patientinnen und Patienten stationär und 38‘446 ambulant. 660 Babies erblickten in der Klinik das Licht der Welt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug pro Patientin und Patient 4,24 Tage. Der Umsatz lag bei CHF 90,863 Mio. Die Privatklinik Linde verfügt seit der Eröffnung des Erweiterungsbaus im April 2017 über 115 stationäre Betten, ein Ambulatorium (Tagesklinik), eine Notfallstation, 6 Operationssäle sowie eine Physiotherapie, ein Radiologie- und ein Augenzentrum (mit eigenem Operationssaal). Über 80 Belegärztinnen und Belegärzte sowie 434 Mitarbeitende in 322 Vollzeitstellen arbeiten in der Linde. 2016 bot die Klinik 78 jungen Menschen einen Aus- oder Weiterbildungsplatz in medizinischen wie auch nicht-medizinischen Bereichen.

Stiftung der Privatklink Linde für kranke Menschen
Die Stiftung übernimmt die Kosten für die Musiktherapie an der Privatklinik Linde und ermöglicht so den Patientinnen und Patienten kostenlosen Zugang zum Angebot. Im Weiteren unterstützt die Stiftung kranke und gebrechliche Menschen oder deren Angehörige aus der Region finanziell. Unterstützungsanfragen an Michèle Roth, Stiftung der Privatklinik Linde, Blumenrain 105, 2501 Biel oder fondation@kliniklinde.ch. Spendenkonto: Crédit Suisse Biel, Konto 0112-470649-41, IBAN: CH49 0483 5047 0649 4100 0

Die Musiktherapeutin
Corinne Jacob betreibt in Biel eine Praxis für Musiktherapie (www.musiktherapie-biel.ch) und bietet aktuell jeden Freitagvormittag Therapie an der Privatklinik Linde in Biel an. Kontakt: T +41 79 790 51 25, info@musiktherapie-biel.ch

Kontaktperson Medien

Kommunikationsverantwortliche
Bettina Widmer-Renfer
Hirslanden Klinik Linde
Blumenrain 105
2501 Biel