Fachartikel GesundheitsförderungBilde ich im Winter genug Vitamin D?

Kühle Temperaturen, weniger Sonne: Viele Menschen leiden im Winterhalbjahr an einem Vitamin D-Mangel, der auch über die Ernährung nicht zu verhindern ist. Supplemente können den Bedarf decken.

Bis vor kurzem verliess man sich vor allem auf das Sonnenlicht, dessen UV B-Strahlen es dem Körper ermöglichen, selbst reichlich Vitamin D zu bilden. An sonnigen Tagen reicht es bereits, nur die Hände und das Gesicht der Sonne auszusetzen – im Sommer für circa 20 Minuten und im Herbst für etwa 40 Minuten.

Im Winter, wenn die Sonne generell flacher steht, gelangen jedoch kaum noch UV B-Strahlen durch die Atmosphäre. Daher ist es in unseren Regionen zwischen November und Ende April so gut wie ausgeschlossen, allein über die Sonne genug Vitamin D zu bilden. Zudem beträgt die Halbwertszeit von Vitamin D nur 3 bis 6 Wochen, wir können es also nicht beliebig lange speichern. Auch über die Zufuhr von Vitamin D-reichen Nahrungsmitteln wie fetten Seefischen, Pilzen, Eiern, Avocados oder Milchprodukten können lediglich 10 bis 20 Prozent des täglichen Vitamin D-Bedarfs abgedeckt werden.

Durch unseren veränderten Lebensstil, etwa den häufigen Aufenthalt in geschlossenen Räumen und das empfohlene Auftragen von Sonnencrème, bilden wir inzwischen auch in der restlichen Jahreszeit weniger Vitamin D. Bereits ein niedriger Lichtschutzfaktor von 15 blockt bis zu 99 Prozent der UV  B-Strahlung ab. Daher ist es nicht überraschend, dass in Studien gezeigt werden konnte, dass rund die Hälfte der Bevölkerung einen Vitamin D-Mangel, insbesondere in den Wintermonaten aufweist. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr häufig verlassen können oder sogar bettlägerig sind.

Da aber weder ein Weglassen der Sonnencreme sinnvoll, noch eine Deckung des Vitamin D-Bedarfs über die Ernährung möglich ist, wird Männern und Frauen ab 60 Jahren empfohlen, Vitamin D-Supplemente einzunehmen, um den Bedarf von 800 internationalen Einheiten (IE) pro Tag abzudecken und somit die Entstehung eines Vitamin D-Mangels zu verhindern. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) rät dazu, den Arzt beim nächsten Besuch auf die Thematik anzusprechen.

Bei Personen zwischen 3 und 60 Jahren liegt der Bedarf bei 600 IE pro Tag, was in den Wintermonaten ebenfalls nicht durch Sonnenlicht abgedeckt werden kann. Dies spricht für die Einnahme von Vitamin D-Supplementen (z.B. Tropfen oder Tabletten) oder von mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln (z.B. Milch und Milchprodukte) zwischen November und Ende April.

 

Gesundheitsförderung St. Anna & Team Ernährungstherapie