Interview mit Dr. Jean-Pierre Boss

 

Dr. Jean-Pierre Boss, Belegarzt der Hirslanden Clinique Bois-Cerf und der Clinique Cecile in Lausanne, Leiter und Koordinator des Ärzteteam von Solar Impulse

Fragen an Dr. Jean-Pierre Boss, Belegarzt der Hirslanden Clinique Bois-Cerf und der Clinique Cecil in Lausanne, Leiter und Koordinator des Ärzteteams von Solar Impulse.

 

 

 

 

 

 

 


Welches waren die wichtigsten körperlichen Aspekte, die bei dieser 72-Stunden-Simulation untersucht wurden?

Es waren dies das Schlafmanagement, die Flüssigkeitszufuhr und die Nahrungsaufnahme sowie ein Bewegungskonzept zur Prävention von Thrombosen. Das Schlafmanagement war die wichtigste medizinische Disziplin im Projekt. Menschen haben die Angewohnheit, die Müdigkeit zu unterschätzen. Sie liegt ausserhalb unseres Willens. Vor dem Fernseher ist das nicht weiter schlimm. Über dem Atlantik, am Steuerknüppel eines Flugzeugs, könnte das aber tödlich enden. Das Maximum an Schlafentzug liegt bei etwa 32 – 35 Stunden.

 

Wie darf man sich dieses Schlafmanagement vorstellen?

Das Ermüdungs- und Konzentrationsniveau von André Borschberg wurde während den 72 Stunden durch Elektroenzephalografie (EEG) fortlaufend untersucht. Spezialisten von Hirslanden, der Universitätsklinik in Lausanne sowie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne hatten die Hirnströme sowie die Herzaktivität mittels Elektroden gemessen und ausgewertet. Während der 72 Stunden sollte A. Borschberg optimalerweise etwa 5.5 Stunden pro 24 Stunden, aufgeteilt in ca. 18 Ruhepausen von je 10 bis 20 Minuten schlafen, sogenannte Micro Naps oder Power Naps. Anhand der EEG-Auswertung konnte genau festgestellt werden, wie viele Minuten effektiver Schlaf während dieser Ruhepausen resultierten.

 

Während der Erdumrundung konnten die Hirslanden-Ärzte jederzeit auf die Herzstromkurve (EKG) der Piloten zugreifen, um allfällige medizinische Probleme kardialen Ursprungs zu beurteilen.

 

Es ist nicht jedem Menschen gegeben, willentlich in kurze intensive Schlafphasen zu fallen. Warum konnten die beiden Piloten dies scheinbar problemlos?

Bertrand Piccard beherrschte die Autohypnose, um innert kurzer Zeit in effektive Schlafphasen zu gelangen. André Borschberg griff auf die Meditation zurück. Es ist aber dazu zu sagen, dass ab einem gewissen Erschöpfungsgrad das sofortige Einschlafen kein Problem mehr ist.

 

Auf jeden Fall bedarf es aber des Trainings und der nötigen Motivation, um mit nur kurzen Schlafphasen über mehrere Tage die nötige Konzentration zu erhalten.

 

Könnte das jeder?

In einem gewissen Masse grundsätzlich schon. Kurze, äusserst erholsame Ruhephasen während des Tags sind keine neue Erfindung, sondern alte Weisheiten, die in unserer heutigen schnelllebigen Zeit nicht mehr angewandt werden. Ein gutes Beispiel ist das Nachmittagsschläfchen, das zugunsten kürzerer Mittagspausen in einer breiten Bevölkerungsschicht einfach verschwand. In südeuropäischen und asiatischen Kulturen wird der Mittagsschlaf aber nach wie vor praktiziert.

 

Ist die Dauer von 10 bis 20 Minuten die optimale Länge für einen effektiven Power Nap, oder gab es andere Gründe, warum André Borschberg diese Ruhedauer anwendete?

Je länger der Power Nap, umso länger die „Sleep Inertia“, also der kurze Verwirrtheitszustand direkt nach dem Aufwachen. Für einen Piloten in luftiger Höhe kann es lebenswichtig sein, dass er in einer Notsituation während einer Ruhepause sofort richtig reagieren kann. 10 bis 20 Minuten ist damit die optimale Länge, um sowohl Tiefenerholung als auch praktisch sofortige Reaktionsfähigkeit zu erreichen.
Aber Power Naps unter anderen Umständen dürfen ruhig auch ein bisschen länger sein.

 

Die Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig. Was war dabei zu beachten?

Gerade in einer bewegungseingeschränkten Situation wie für den Piloten im Cockpit war es für den Organismus wichtig, dass dem Kreislauf genügend Flüssigkeit zugeführt wurde. Die Piloten mussten mindestens 3 Liter innert 24 Stunden trinken. Dies wurde während der Simulation überwacht. Diesbezüglich galten auch während der Erdumrundung strenge Vorschriften.

 

Was trank der Pilot?

Bei der aufgenommen Flüssigkeit handelte es sich um ein isotonisches Getränk, das auf dem physiologisch abgestimmten Ernährungsprogramm von Nestlé Health Science basierte.

 

Wie funktionierte die Nahrungsaufnahme in dieser Extremsituation?

Bei der Nahrungsaufnahme galten weniger strenge Vorschriften bezüglich Einnahmezeit und Menge. Die Nahrung war nicht nur funktionell, sondern auch schmackhaft. Der Pilot entschied selber, wann er ass. Das Ernährungsprogramm enthielt für jeden Piloten Speisen, die er besonders mochte, denn gutes Essen ist ein Motivationsfaktor. Zu üppige Nahrungsaufnahme war jedoch zu vermeiden, da wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein leichtes Hungergefühl die Leistung und Konzentrationsfähigkeit des Menschen steigert.

 

Ärzte der Privatklinikgruppe Hirslanden begleiteten auch das Designteam von Solar Impulse, um das Cockpit so ergonomisch wie möglich zu gestalten. Worauf wurde hier besonderen Wert gelegt?

Beim langen Sitzen, zu dem die Piloten bei der Weltumrundung gezwungen waren, kam der Thrombose-Vorbeugung und der Entspannung höchste Bedeutung zu. André Borschberg wendete dazu im Cockpit Yoga-Übungen an. Ein Minimum an Bewegungsfreiheit wurde deshalb bei der Cockpit-Entwicklung eingeplant. Der Luxus eines Bettes kam jedoch aus Platzgründen nicht in Frage. Beim Piloten-Sitz von Solar Impulse konnte die Rückenlehne für die Ruhephasen abgeflacht werden. Mit der 72-Stunden-Simulation wurde das Cockpit auf Herz und Nieren erprobt, um seine Ergonomie weiter zu verbessern.

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