Haut-Tumorchirurgie

Der in der Bevölkerung wohl bekannteste Hautkrebs ist das Maligne Melanom, auch als "Schwarzer Hautkrebs" bezeichnet. Sehr viel häufiger auftretende Hauttumoren, wenn auch weniger bekannt, sind das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Das Risiko, an einer dieser sogenannten nicht-melanozytären, „weissen“ Hautkrebsarten zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter. Wichtige Hinweise zur Prävention von Hautkrebs finden Sie unter dem Menüpunkt: Hautkrebs-Vorsorge.

 

Oberflächlich wachsende Tumoren, die nur auf die Epidermis, also die oberste Hautschicht, begrenzt sind und deren Basalmembran noch nicht durchbrochen haben, werden als „in situ“-Karzinome bezeichnet. Diese können aber in tiefere Hautschicht weiterwachsen, invasiv werden und Tochtergeschwülste (Metastasen) verursachen. Eine Behandlung dieser Hauttumoren ist daher dringend empfohlen. Eine frühzeitige Diagnosestellung macht Hautkrebs in nahezu 100% der Fälle heilbar.  

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Das Maligne Melanom

Das auch als „Schwarzer Hautkrebs" bekannte Maligne Melanom ist der bösartigste Hauttumor, weil er häufig Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet. In Deutschland, mit etwa 80 Millionen Einwohnern, werden jedes Jahr etwa 25.000 Neuerkrankungen und 2000 Todesfälle dokumentiert. In der Schweiz, mit rund 8 Millionen Einwohnern, sind es 2.000 neue Erkrankungsfälle und 280 Patienten versterben jährlich an diesem Tumor. Besonders häufig wird die Erkrankung bei 40-50-jährigen Patienten neu diagnostiziert. Die Zahl der Patienten mit Malignem Melanom verdoppelt sich derzeit alle zehn Jahre. Über 2.000 Menschen versterben jährlich an dieser Erkrankung.

 

Der höchste Risikofaktor für die Entstehung eines Malignen Melanoms ist die Anzahl der nach der Geburt erworbenen Pigmentmale. Bei mehr als 40 Pigmentmalen ist das Risiko hierfür um den Faktor 7-15 erhöht. Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Menschen mit heller Haut (Hauttyp 1 und 2), mit rötlichen oder blonden Haaren, mit Neigung zu Sommersprossen, Sonnenbrandflecken oder einer Melanom-Erkrankung in der Familie können ein bis zu 120-fach erhöhtes Risiko haben, selbst im Laufe ihres Lebens ein Malignes Melanom zu entwickeln.

 

Maligne Melanome können auf den ersten Blick harmlosen Pigmentmalen ähneln. Die Lokalisation ist in 80 Prozent der Fälle an normalerweise bekleideten Körperstellen. Eine Entstehung ist jedoch ebenso am behaarten Kopf, unter Finger- und Fußnägeln, wie auch an den Fußsohlen möglich. Bei einer körperlichen Untersuchung können diese nach der A-B-C-D-Regel eingestuft und als solche erkannt werden. Das Ziel des Haut-Screenings ist es diese pigmentierten Muttermale auf ihre Dignität, das heißt ihre Gutartigkeit oder Bösartigkeit, zu untersuchen und Maligne Melanome möglichst frühzeitig zu erkennen. Zum Einsatz kommt hier die sogenannte Auflichtmikroskopie. Diese ermöglicht eine noch viel exaktere Untersuchung der melanozytären Hauttumoren mit der Lupe und damit eine noch genauere Einstufung. Mit Hilfe eines hochmodernen Videodokumentationssystems können die Veränderungen, der in regelmäßigen Abständen kontrollierten Muttermale, exakt anhand der archivierten Bilder festgestellt werden. Hat sich ein Muttermal im Laufe der Zeit verändert, so muss es gegebenenfalls operativ entfernt werden.

 

Bei Verdacht auf ein Malignes Melanom wird ein auffälliges Pigmentmal baldmöglichst unter Einhaltung eines kleinen Sicherheitsabstands operativ entfernt. Das so entnommene Körpergewebe wird anschließend einer feingeweblichen Untersuchung (Dermato- Histopathologie) zugeführt. Bestätigt sich der Verdacht auf Bösartigkeit, so richtet sich die weitere Behandlung des Malignen Melanoms nach der histologisch ermittelten Tumordicke.  

Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste, bösartige Hauttumor. In Deutschland werden jedes Jahr circa 120.000 Neuerkrankungen, in einer Population von circa 80 Millionen, dokumentiert - während in der Schweiz, mit 8 Millionen Einwohnern, sogar über 25.000 neue Erkrankungsfälle registriert werden. Alle 10-15 Jahre verdoppeln sich diese Neuerkrankungszahlen. Die Ursache ist in fast allen Fällen eine langjährige und sehr intensive Sonnenbestrahlung. Besonders häufig sind daher Menschen betroffen, die lange Jahre im Freien gearbeitet haben oder sich in ihrer Freizeit intensiv der UV-Strahlung ausgesetzt haben. Die Erkrankung wird am häufigsten im 60.-70. Lebensjahr diagnostiziert. Ein erhöhtes Risiko tragen aber auch Menschen mit heller Haut (Hauttyp I und II), blonden oder roten Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen.

 

Das Basalzellkarzinom entsteht in der untersten Schicht der Epidermis (Oberhaut), der sogenannten Basalzellschicht. Diese Tumoren können an jeder Körperstelle auftreten, am häufigsten findet sich das Basalzellkarzinom jedoch auf den sogenannten Sonnenterrassen, wie zum Beispiel Nase, Ohr, und Unterlippe. Basalzellkarzinome entwickeln keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Typisch ist jedoch das langsame, invasive Wachstum der Basalzellkarzinome zur Seite und in die Tiefe. Sie machen keinen Halt vor wichtigen Strukturen, wie zum Beispiel am Augenlid, an Nase oder Ohr, und können sogar die Muskulatur und den Knochen angreifen. Das Basalzellkarzinom sollte daher möglichst frühzeitig erkannt und damit rechtzeitig einer Behandlung zugeführt werden. In diesen Fällen bestehen die allerbesten Heilungsaussichten.

 

Häufig zeigt sich beim Basalzellkarzinom zunächst ein kleines, glasiges Knötchen an der Haut, das von winzigen Blutgefäßen durchzogen ist. Im fortgeschrittenen Stadium erkennt man eine zentrale Einziehung mit umgebendem, klein-knotigem Randwall und später manchmal eine mittig eine nässende Wunde (Ulzeration). Es gibt jedoch auch Formen, die sehr wenig auffällig und unscheinbar, wie eine Narbe ausgeprägt sein. Das klinische Bild ist vielgestaltig!

Bei Verdacht auf ein Basalzellkarzinom wird der Tumor operativ entfernt, unter Einhaltung eines geringen Sicherheitsabstands. Das gewonnene Körpergewebe wird anschließend einer feingeweblichen Untersuchung (Dermato-Histopathologie) zugeführt. Hier wird eine exakte, mikroskopische Schnittrand-Kontrolle durchgeführt, um die Tumorfreiheit der Gewebsränder zur Seite und zur Tiefe sicherzustellen. Zeigen die Ränder des Gewebestückes noch Tumorzellen, erfolgt zeitnah eine Nachoperation in die erforderliche Richtung. Sind die Ränder des Präparats schließlich tumorfrei, so kann der operative Defektverschluss geplant und durchgeführt werden.

 

Durch eine Haut-Screening-Untersuchung können Basalzellkarzinome frühzeitig erkannt, ohne großen Aufwand operativ entfernt und damit geheilt werden! Je kleiner der Tumor ist, desto kleiner ist die erforderliche Operation und desto unscheinbarer wird die entstehende Narbe sein. Je größer der Tumor jedoch bei Diagnosestellung ist, desto umfangreicher wird die erforderliche operative Behandlung. Häufig ist hier nach sicherer, vollständiger Tumorentfernung, ein Defektverschluss mit teils aufwendigen, plastisch-chirurgischen Techniken nötig.

 

Es gibt spezielle Befunde, bei denen in Zusammenschau mit dem Patientenalter, der gesundheitlichen Situation und der medikamentösen Begleitbehandlung ein abweichendes Behandlungskonzept besprochen wird. Hierfür bieten sich die Photodynamische Therapie (PDT) – lichtsensibilisierende Creme- und Bestrahlungstherapie, oder die Behandlung mit einer immunstimulierenden Creme, Wirkstoff: Imiquimod an.

Das Spinozelluläre Karzinom

Das Spinozelluläre Karzinom, auch als Stachelzellkrebs bezeichnet, ist der zweithäufigste, bösartige Hauttumor. In Deutschland erkranken circa 54.000 Menschen jährlich neu, bei einer Gesamtpopulation von 80 Millionen, Tendenz steigend. In der Schweiz, mit etwa 8 Millionen Einwohnern, sind es etwa 5.000 Neuerkrankungen im Jahr. Die Ursache ist in fast allen Fällen eine langjährige und sehr intensive Sonnenbestrahlung. Besonders häufig sind daher Menschen betroffen, die lange Jahre im Freien gearbeitet haben oder sich in ihrer Freizeit intensiv der UV-Strahlung ausgesetzt haben. Die Erkrankung wird am häufigsten um das 70. Lebensjahr diagnostiziert. Ein erhöhtes Risiko tragen aber auch Menschen mit heller Haut (Hauttyp I und II), blonden oder roten Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen.

 

Die Vorstufe des Spinozellulären Karzinoms ist die sogenannte Aktinische Keratose. Typisch für die Aktinische Keratose ist ein rauher, schuppiger oder krustiger, meist geröteter und gering erhabener Fleck. Die typische Lokalisation ist an jenen Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: Nasenrücken, Stirn, unbehaarte Kopfhaut, Schläfen, Ohren, Unterlippe und Handrücken. Die Aktinische Keratose ist nicht bösartig und lässt sich sehr gut behandeln. Die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, im Rahmen einer sogenannten Probe-Biopsie, sichert die klinische Diagnose durch eine feingewebliche Untersuchung der Hautprobe. Zur Behandlung eignet sich unter anderem die konservative Kryotherapie, eine Vereisungsbehandlung mit flüssigem Stickstoff. Sehr gute Ergebnisse werden hierbei, aber auch mit anderen neuen medizinischen Entwicklungen erzielt. Es bieten sich die Photodynamische Therapie (PDT) – lichtsensibilisierende Creme- und Bestrahlungstherapie, sowie die Behandlung mit einer immunstimulierenden oder zytostatischen Creme (Wirkstoffe: Imiquimod oder Fluorouracil) an. Die operative Entfernung mittels Kürettage oder tangentialer Abtragung (Shave-Exzision) ist eine weitere Behandlungsoption und ermöglicht gleichzeitig die histologische Untersuchung der Gewebeprobe.

 

Die Aktinische Keratose ist die Vorstufe zum Stachelzellkrebs sein. Bleibt dies unbehandelt, so besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich ein Spinozelluläres Karzinom entwickelt. Dieser Hautkrebs kann bei einem Durchmesser von etwa 1 cm metastasieren, das heißt Tochtergeschwülste setzen. Durch eine Haut-Screening-Untersuchung können bereits Aktinische Keratosen frühzeitig erkannt und ohne großen Aufwand behandelt werden. Die Entstehung eines Spinozellulären Karzinoms wird damit von vorne herein verhindert.

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