Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Ein erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) gehört zu den häufigsten Herzkreislauferkrankungen. Der Blutdruck ist abhängig vom Herzpumpvolumen und dem Widerstand durch die Gefässe. Sind die Gefässe in der Peripherie eng, ist der Blutdruck hoch. Bleibt ein hoher Blutdruck über längere Zeit unbehandelt, kann er zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen wie Hirnschlag, Herzinfarkt, Arteriosklerose, Impotenz oder Nierenfunktionsstörungen. In Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhten Cholesterinwerten, Zuckerkrankheit (Diabetes) sowie Rauchen steigt die Gefahr für Komplikationen.

 

Da Blutdruckschwankungen und ein erhöhter Blutdruck nicht unmittelbar zu Beschwerden führen, bleibt die Hypertonie oft lange Zeit unentdeckt. Gelegentliche Blutdruckmessungen beim Arztbesuch oder in der Apotheke sind für eine rechtzeitige Diagnose wichtig.
Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben. Der obere (systolische) Wert zeigt den maximalen Druck an, der das Herz in der Schlagader erzeugen kann, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut in den Kreislauf pumpt. Der untere (diastolische) Wert gibt an, wieviel Druck nach der Entspannung des Herzens im Gefässsystem herrscht.

Diagnose

Die Diagnose des Bluthochdrucks wird durch wiederholte Messungen optimalerweise am Oberarm gestellt. Schwanken die Werte oder liegt der Verdacht nahe, dass es sich nur um einen durch die Stresssituation beim Arzt erhöhten Messwert handelt (Weisskittelhypertonie), ist eine ambulante Messung des Blutdrucks über 24 Stunden mit einem kleinen Computer sinnvoll (24h-Blutdruckmessung). Je nach Ausgangssituation wird auch mit bestimmten Blutwerten nach seltenen Einzelursachen für einen hohen Blutdruck gesucht. Die Echokardiographie (Ultraschall-Untersuchung) erlaubt es, Folgeschäden am Herz zu erfassen. Je nach Vorgeschichte des Patienten werden auch die Nieren oder Nebennieren genau untersucht, um deren Rolle bei der Entstehung des Bluthochdruckes oder Folgeschäden beurteilen zu können. Wichtig ist, dass die Grösse der Manschette des Blutdruckapparates dem Oberarmumfang angepasst wird.

Therapie

Tiefe Blutdruckwerte sind abgesehen von Spezialfällen nicht gefährlich, sondern wünschenswert und eine Art Lebensversicherung. Hohe Blutdruckwerte müssen zur Vermeidung von Komplikationen behandelt werden. An erster Stelle ist eine Änderung der Lebensgewohnheiten sinnvoll: Vermeidung von Übergewicht, Reduktion von Salz in der Nahrung, höchstens mässiger Alkoholkonsum und regelmässige körperliche Aktivität. Ein optimales Gewicht ist der wichtigste Faktor in der Blutdruckbehandlung. Ein Schlafapnoe-Syndrom ist eine weitere Ursache von hohem Blutdruck, welche behandelt werden sollte. Zusätzlich sind meistens Medikamente zur Blutdrucksenkung notwendig.

 

Bei ungenügender medikamentöser Einstellung kann eine sogenannte renale Denervation in Erwägung gezogen werden, ein interventionell-radiologisches Verfahren zur Behandlung des Bluthochdrucks. Bei dieser Kathetertherapie werden minimalinvasiv die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Nieren unterbrochen. Allerdings ist dieses Verfahren noch umstritten.

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