Da Vinci-Technologie

In der Urologie haben sich neue Operationstechniken historisch meist früh entwickelt. Darunter fallen die Zystoskopie, die Endoskopie und die Laparoskopie. Laparoskopische Operationen haben den Vorteil einer weniger grossen Invasivität, kleinerem Blutverlust, weniger Schmerzen und rascherer Rehabilitation. Die Anwendung eines Telemanipulators ("Roboter") war bis vor wenigen Jahre nicht vorstellbar im praktischen Alltag. Nun ist sie aber für nahezu alle urologischen Operationen im Bauchraum an Niere, Blase und Prostata zur Routine geworden.

Eine neue Ära der Prostatakrebs- Blasenkrebs- und Nierenkrebsoperationstechnik

Der Da Vinci-Telemanipulator mit ergonomischer Konsole


Das Wort "Roboter" stammt aus dem tschechischen "robota"=Sklave. Ausgereifte Roboter arbeiten heute nach dem Mensch-Maschine (Master-Sklave) Prinzip: Der Operateur sitzt an einer Steuerkonsole und arbeitet mit Instrumentengriffen für jede Hand und mit mehreren Fusspedalen. Diese Bewegungen werden vom Computer via Sensoren erkannt und über Kabelstränge an die 3 - 4 Instrumentenarme, die über dem Patienten platziert sind, weitergeleitet. Dadurch können die verschiedensten Instrumente (Endeffektoren) sowie die Optik den Erfordernissen der Operation angepasst werden. Ein Tremor-Filter, der das Zittern der menschlichen Hand unterdrückt, sorgt für eine hohe Präzision. Die dreidimensionalen und bis zu 10-fach vergrösserten Projektionen des Operationsgebietes auf einen speziellen Monitor innerhalb der Konsole sowie die Skalierbarkeit der Instrumentenbewegungen (Vergrösserung oder Verkleinerung) steigern die Genauigkeit enorm. Der Erfolg des Eingriffes hängt im hohen Masse von der Erfahrung und Sorgfalt des Chirurgen ab. Somit erreicht das System nur den besten Nutzen, wenn es von wirklich erfahrenen und ausgebildeten Spezialisten, wie es unsere beiden Urologen sind, angewendet wird.

...und präzisen, freibeweglichen Instrumenten

 

Für eine roboterassistierte Operation eignen sich alle Eingriffe die früher offen oder laparoskopisch durchgeführt wurden. Durch die moderne Technik gelingt einerseits ein mikroskopisch genaues Arbeiten und andererseits eine anspruchsvolle Rekonstruktion im Bereich des Operationsgebietes. Die vollständige Entfernung der Prostatadrüse (radikale Prostatektomie) wegen Prostatakrebs ist weltweit die häufigste Operation für das roboterunterstützte Da Vinci-System. Durch die moderne Technik und die grosse Erfahrung der Operateure des Zentrums für Urologie Zürich wird so eine ausgezeichnete onkologische Heilung mit funktionellen Resultaten erreicht. Insbesondere im Hinblick auf Kontinenz und Potenz, was die Lebensqualität der so behandelten Patienten massiv steigert.

Zusammenfassung und Ausblick

Für dein Einsatz der Da Vinci-Technologie eignen sich heutzutage nahezu alle urologischen Eingriffe. Die radikale Entfernung der Prostata bei Krebsleiden, die organerhaltende Entfernung von Nierentumoren, die komplette Entfernung der Niere bei Tumoren oder funktionslosen Nieren, die plastische Korrektur eine Nierenbeckenabgangsenge, Lymphknotenentfernungen und die radikale Blasenentfernung beim Blasenkrebs. Der Einsatz der Da Vinci-Technologie ist komplikationsarm und zeichnet sich durch weniger Schmerzen nach der Operation, geringerem Blutverlust und damit rasche Rehabilitation aus. Insbesondere kann heutzutage bei Prostataoperationen nahezu immer eine Nervenschonung angestrebt werden was den Erhalt der Potenz und der Kontinenz verspricht.

 

In Zukunft ist auch die Fusion von bildgebender Diagnostik in den Da Vinci-Roboter geplant. Hier können die vorher durchgeführten MRI-Diagnostikbilder der Prostata in den Bildschirm des Da Vinci-Roboters eingespielt werden. Dieses wird die Präzision der Operationstechnik nochmals erhöhen.

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