Ernährungsphasen im 1. Lebensjahr

Die Ernährung des Säuglings lässt sich in drei Phasen unterteilen, die jeweils vier bis sechs Monate dauern und fliessend ineinander übergehen.

 

Während der ersten 4 bis 6 Monate: Still- und Trinkphase

Die Reflexe Ihres Schützlings sind in den ersten Monaten auf Saugen und Schlucken eingestellt. In dieser Zeit ist die Muttermilch die beste Nahrung für Ihr Kind, denn sie ist den Verdauungs-möglichkeiten Ihres Kindes angepasst, keimfrei, überall und jederzeit genussbereit. Die Muttermilch enthält nicht nur alle notwendigen Nährstoffe, sondern unterstützt mit ihren Schutzstoffen, wie zum Beispiel den Antikörpern und den Nukleotiden, aktiv das Abwehrsystem.

 

Mit dem Wissen, dass nicht alle Mütter stillen, hat die Kindernährmittelindustrie durch jahrelange Forschung Säuglingsmilchen entwickelt, die in ihrer Zusammensetzung möglichst nahe an die Muttermilch herankommen. Stillen ist und bleibt jedoch die beste Ernährung im ersten Lebenshalbjahr. Stillen Sie deshalb solange wie möglich.

 

Nach 4 bis 6 Monaten: Beikost und Abstillphase

Mit der Zeit wird Ihr Liebling hungriger und gibt Ihnen zu verstehen, dass sein Bäuchlein nach mehr verlangt. Es ist nun nicht mehr möglich, die vielen Nährstoffbedürfnisse, vor allem Energie und Protein, mit Muttermilch oder einer Anfangsmilch alleine abzudecken. Die zweite Phase der Säuglingsernährung ist angebrochen, die so genannte Abstill- oder Beikostphase. Sie dürfen nun mit der Einführung von Löffelmahlzeiten beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Säugling dafür körperlich wie auch geistig reif genug. Mit jeder Löffelmahlzeit wird eine Milchmahlzeit ersetzt. Forcieren Sie jedoch nichts und beobachten Sie Ihr Kind. Es wird Ihnen seine Bedürfnisse signalisieren.

 

Nach 10 Monaten: Übergang zur Erwachsenenkost

In der dritten Ernährungsphase des ersten Lebensjahres - der Übergangsphase zur Erwachsenenkost - erhält Ihr Kind immer mehr Speisen direkt vom Familientisch. Es beginnt sich für die Lebensmittel zu interessieren und will mit Ihnen mitessen. Nehmen Sie Ihr Kind deshalb mit an den Tisch, damit es seinen Brei mit Ihnen zusammen essen kann. Es ist wichtig, dass Ihr Kind Teil der Familie ist und Sie in Ihren Essgewohnheiten beobachten kann. Schon bald werden Sie vielleicht feststellen, dass einige Bewegungen oder Mundstellungen nachgeahmt werden und Ihr Kind ganz gross sein will. Nehmen Sie es nicht tragisch, wenn der grösste Teil des Essens auf den Kleidern und im Gesicht landet und die gemeinsame Mahlzeit in einer Putzaktion endet. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

 

Hinweis

Die WHO empfiehlt ausschliessliches Stillen während den ersten sechs Monate. Informieren Sie sich bei Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Mütterberaterin, falls Ihr Kind eine Zusatznahrung benötigt oder Sie nicht mehr stillen.

 

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