Stillen & Ernährung

Ärzte und Hebammen sind sich einig, dass Muttermilch während der ersten Lebensmonate die beste Ernährung für Ihr Kind ist. Die folgenden Vorteile sorgen für ein optimales Gedeihen des Kleinkindes:

  • Die Muttermilch ist verdaulich.
  • Sie enthält alle nötigen Nährstoffe für die Entwicklung des Kindes.
  • Sie versorgt das Kind mit den mütterlichen Abwehrstoffen.
  • Das Kind findet Geborgenheit und Körperkontakt während des Stillens.

 

Stillen hat aber auch einen praktischen Aspekt: Die Muttermilch ist unterwegs in ausreichender Menge und in der richtigen Temperatur vorhanden. Ausserdem wirkt sie sich auf die Gesundheit der Frau positiv aus – und sie ist kostenlos.

 

Fachpersonen empfehlen, Ihr Kind nach Bedarf zu stillen, also wenn es hungrig ist. Zeitabstände von weniger als zwei Stunden sind aber nachteilig, weil es Sie einerseits unnötig erschöpft, andererseits die Milchproduktion negativ beeinflusst, weil die Brust nie vollständig geleert wird. Sobald die Milchbildung gut funktioniert, benötigt Ihr Baby durchschnittlich zwischen sechs und acht Stillmahlzeiten innerhalb 24 Stunden. Nach drei bis vier Monaten ist es in der Lage, nachts sechs Stunden oder mehr ohne Unterbruch zu schlafen.

 

Wie lange Sie Ihr Kind stillen möchten, entscheiden Sie selbst. Es ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass ein ausschliessliches Stillen während den ersten vier bis sechs Lebensmonaten das Risiko für eine allergische Erkrankung bis 50 % senkt. Spätestens nach sechs Monaten benötigt Ihr Kind zur Deckung des erhöhten Energiebedarfs zusätzlich Beikost.

 

Wenn Sie sich – aus gesundheitlichen oder aus persönlichen Gründen – gegen Stillen entscheiden, oder wenn Ihr Kind zu wenig Muttermilch erhält, bietet die Industrie zahlreiche vollwertige und gut verträgliche Ersatzpräparate. Bei erhöhtem Allergierisiko empfiehlt sich eine hypoallergene HA-Milch während mindestens sechs Monaten.

 

Verzichten Sie im ersten Lebensjahr Ihres Kindes auf Vollmilch, weil diese nur schwer verdaulich ist.

 

Beikost

Nach vier bis sechs Monaten können Sie anfangen, Ihrem Kind feste Nahrung zu geben, z.B. geriebener Apfel oder pürierte Banane, Gemüse- und Kartoffelbrei, bald mit etwas püriertem Fleisch. Führen Sie aber die einzelnen Lebensmittel langsam und einzeln ein (im Abstand von ca. zwei Wochen), damit Sie allfällige allergische Reaktionen erkennen.

 

Die Einführung einer kleinkindgerechten Beikost gestalten Sie am besten wie folgt:

  • Nach dem 4. bis 6. Monat: Gemüse-Kartoffelbrei (z.B. Kartoffel-Rüebli), 2 bis 3 mal wöchentlich ergänzt mit Fleisch
  • Nach dem 6. Monat: Milch-Getreidebrei
  • Nach dem 7. Monat: Milchfreier Früchte-Getreidebrei

 

Bei erhöhtem Allergierisiko sollten Sie mindestens im ersten Lebensjahr auf einige Lebensmittel verzichten: Kuhmilch, Eier, Nüsse, Soja, Sellerie, Fisch, Meeresfrüchte, exotische Früchte, Kakao und Schokolade. Weitere Infos zum Thema Allergien in unserem Ratgeber.

 

Gehen Sie besonders in den ersten Monaten sparsam um mit Zucker, Salz und Fetten, und achten Sie stattdessen auf eine frische, vitaminreiche Ernährung. Bieten Sie Ihrem Kind zu den Mahlzeiten genügend Flüssigkeit in Form von ungesüsstem Tee oder Wasser an.

 

Der Speiseplan sollte täglich weiterhin einen halben Liter Milch zur Deckung des Calcium-Bedarfs enthalten.

 

Tipps beim Stillen

In unserem Ratgeber haben wir zum Thema Stillen weitere wertvolle Tipps für Sie.

Gefühle beim Stillen

In diesem Video erklärt eine Pflegefachfrau der Klinik Hirslanden, welche Gefühle beim Stillen aufkommen können. Dieses Video entstand in Kooperation mit Herobaby.