Arbeit

Es gibt Tätigkeiten, die Sie während der Schwangerschaft besser meiden sollten: Alle Arbeiten, bei denen eine Sturz- oder Verletzungsgefahr besteht und alles, was Sie überanstrengt oder Ihnen Unwohlsein bereitet. Ansonsten können Sie als gesunde schwangere Frau alle Arbeiten ausführen.

 

Vielleicht sollten Sie ein bisschen lernen, die eine oder andere Aufgabe andern zu überlassen. Die Schwangerschaft ist eine sehr gute Gelegenheit, vermehrt auf sich uns seine Bedürfnisse zu hören und diese ernst zu nehmen.

 

Informationspflicht

Gemäss Mutterschaftsgesetz müssen Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Schwangerschaft informieren, sobald diese bekannt ist. Diese Formulierung gibt keine genaue Frist vor, d.h. Sie können selbst entscheiden, wann Sie Ihren Vorgesetzten informieren.

 

Der vierte Monat eignet sich für ein Gespräch besonders gut. Die Gefahr einer Fehlgeburt ist nach den ersten zwölf Wochen nur noch gering. Ausserdem haben Arbeitgeber und –nehmer genügend Zeit, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen, die Zeit bis zum Geburtstermin und die Zukunft zu organisieren.

 

Mutterschutz

Der Mutterschutz gilt, sobald Sie Ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert haben. Die Vorschriften sind im Arbeitsgesetzt (ArG) und im Obligationenrecht (OR) festgeschrieben:

  • Kündigungsschutz: Arbeitgebende dürfen einer Angestellten nach Ablauf der Probezeit während der Schwangerschaft und in den ersten 16 Wochen nach der Niederkunft nicht kündigen.
  • Arbeitsverbot: Eine Arbeitnehmerin muss acht Wochen nach der Niederkunft ohne Arztzeugnis von der Arbeit fernbleiben. Sie darf nicht einmal dann beschäftigt werden, wenn sie es selbst wünscht.
  • Lohnfortzahlungspflicht: Die Dauer der Lohnfortzahlungspflicht (bezahlter Mutterschaftsurlaub) durch den Arbeitgebenden ist zu unterscheiden vom Kündigungsverbot und vom Arbeitsverbot. Die Dauer der Lohnfortzahlungspflicht hängt von der Dienstdauer ab
  • Krankentaggeldversicherung: Diese muss vor der Schwangerschaft abgeschlossen werden. Die Leistungen der Taggeldversicherung erstrecken sich auf 16 Wochen. Davon müssen mindestens acht Wochen nach der Niederkunft geleistet werden.

 

Mutterschaftsversicherung

Seit 1. Juli 2005 gilt eine einheitliche Mutterschaftsversicherung. Gemäss dem neuen Gesetz haben alle erwerbstätigen Frauen Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung, die während der letzten neun Monate vor der Niederkunft im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert gewesen sind und während der Schwangerschaft mindestens fünf Monate erwerbstätig gewesen sind. Sie erhalten während 14 Wochen 80 % des durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt (maximal CHF 196.- pro Tag). Kehrt die Mutter bereits früher an den Arbeitsplatz zurück, so erhält sie keine Taggelder mehr.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Dachverband der Familienorganisation und beim Kompetenzzentrum für Familienpolitik: Pro Familia Schweiz