Hepatologie

Die Hepatologie ist ein Teilgebiet der Gastroenterologie (Erkrankungen des Verdauungstraktes) und befasst sich speziell mit der Funktion der Leber und mit Lebererkrankungen.

Den FMH Titel „Schwerpunkt Hepatologie“ besitzen Ärztinnen und Ärzte mit dem FMH Facharzttitel Gastroenterologie, die sich speziell auf dem Gebiet der Lebererkrankungen weitergebildet haben. Sie haben sich umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Erkennung, der Diagnose, der Behandlung und der Vorbeugung von Erkrankungen der Leber und der Gallenwege angeeignet.

Hepatologen betreuen und behandeln insbesondere Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, mit Tumorerkrankungen der Leber und der Gallenwege und Patienten vor oder nach einer Lebertransplantation. Zu den häufigsten Krankheitsbildern, mit denen sich Hepatologen beschäftigen, gehören virale Leberentzündungen (Hepatitis), alkoholbedingte Leberschädigungen, Leberzirrhose, Gelbsucht und akutes Leberversagen.

Je nach Situation arbeiten Hepatologen eng mit anderen Spezialgebieten wie Viszeralchirurgie, Immunologie, Virologie, Onkologie oder Endokrinologie zusammen. 

 

Diagnostik- & Therapieangebote

Diagnostik- und Therapieangebote:

  • Komplette diagnostische Abklärung bei erhöhten Leberwerten (umfassende Labordiagnostik)
  • Bauchultraschall (Abdomensonografie), auch mit Kontrastmittelsonografie
  • HCC-Screening bei Zirrhosepatienten
  • Transiente Elastografie (Fibroscan) zur Messung von Leberfibrose und Leberfettgehalt
  • Ambulante ultraschallgeführte Leberbiopsie
  • Ambulante Aszitesdrainage
  • Aderlasstherapie bei Eisenüberladung
  • Therapie der chronischen Virushepatitiden B und C mittels neuester Therapiemöglichkeiten
  • Ernährungstherapie bei Fettlebererkrankungen
  • Kurzinterventionstherapie bei alkoholbedingten Leberschäden
  • Diagnostische und therapeutische Endoskopie bei Leberkrankheiten (z.B. Gastroskopie+Varizenligatur) 
  • Diagnostische und therapeutische Endoskopie bei Gallensteinleiden (ERCP mit Papillotomie und Steinextraktion)
Leberzirrhose

Eine Leberzirrhose ist eine fortgeschrittene Veränderung der Leber, die eine Einschränkung der Organfunktion zur Folge hat. Dies kann bis zum lebensbedrohlichen Leberversagen fortschreiten. Da bei der Leberzirrhose das normale Gewebe durch Bindegewebe ersetzt wird, kann dieses die natürlichen Aufgaben der Synthese und Entgiftung in der Leber nicht mehr übernehmen. Die Bindegewebsvermehrung bewirkt, dass Blut aus den Bauchorganen nicht mehr in gleicher Weise durch die Leber fliessen kann, wie bei einem Gesunden und sich vor der Leber staut. Dieses Phänomen bezeichnet man als Pfortaderhochdruck. Der Pfortaderhochdruck und andere Veränderungen bei fortgeschrittener Leberzirrhose führt bei manchen Patienten zu erheblichen Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (Aszites), weswegen regelmässige Entlastungspunktionen (Parazentesen) durchgeführt werden müssen. Dies ist mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden, da mitunter wöchentlich Punktionen durchgeführt werden müssen. Neben dem nicht unerheblichen Zeitaufwand und den Kosten ist auch eine relevante Komplikationsrate, v.a. durch Infektionen, problematisch.

Aszitespume ALFAPUMP®

Die Implantation einer Aszitespumpe (ALFAPUMP®) kann hierbei Abhilfe schaffen. Die Alfa-Pumpe wird mit einem kleinen chirurgischen Eingriff unter Narkose in die Unterhaut der unteren Bauchhaut eingelegt.

Das Bauchwasser wird durch die eingelegte Alfa-Pumpe aus der Bauchhöhle in die Harnblase gepumpt und so mit dem Urin ausgeschieden. Die Pumpe kann vom Patienten selbst durch ein Ladegerät mittels Induktion aufgeladen werden.

Die Handhabung ist sehr einfach und ungefährlich. Das Pumpvolumen wird dem behandelnden Arzt elektronisch übermittelt und kann von aussen jederzeit bei einer ambulanten Untersuchung angepasst werden. Die Alfa-Pumpe kann die Erkrankung zwar nicht heilen aber zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität und Reduktion von Krankenhausaufenthalten beitragen. Die Patienten können wieder essen, können sich infolge der Verminderung des Bauchumfanges wesentlich besser bewegen und benötigen keine ambulanten oder stationären Termine für Parazentesen mehr.