Die Luftröhre (Trachea) ist Teil des Atemwegssystems, welches Luft vom Kehlkopf hinunter zu den Bronchien und weiter in die Lungen transportiert. Beim Erwachsenen ist die Luftröhre circa 10 bis 13 cm lang und besteht an ihrer Vorderseite aus Knorpelspangen und an ihrer Rückseite aus einer elastischen Membran. Mehrere Erkrankungen der Luftröhre können zu einer starken Beeinträchtigung der Atmung mit Einschränkung der Lebensqualität oder gar lebensbedrohlichen Zuständen führen.

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Erkrankungen der Luftröhre

Luftröhreneinengung (Trachealstenose)

Patientinnen und Patienten mit Luftröhreneinengung klagen über anhaltende Kurzatmigkeit und häufig auch über keuchendes, geräuschvolles Atmen, Husten und eine Veränderung bis Heiserkeit der Stimme.

Die häufigsten Ursachen einer Luftröhreneinengung sind:

  • eine einengende Vernarbung nach Verletzung der Luftröhre, wie sie unbeabsichtigt durch längeres künstliches Beatmen durch einen Beatmungsschlauch, oder nach einem Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) entstehen kann

  • bestimmte entzündliche- oder autoimmun Erkrankungen 

  • gutartige oder bösartige Tumoren die in der Luftröhre wachsen oder von aussen auf die Luftröhre drücken. Zu den gutartigen Tumoren der Luftröhre zählen beispielsweise Papillome, welche durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht werden. Unter den bösartigen Tumoren finden sich beispielsweise Plattenepithelkarzinome, die gehäuft bei Rauchen auftreten.

  • daneben gibt es auch noch unbekannte, sogenannte idiopathische Ursachen für Luftröhreneinengungen

Erweichung der Luftröhre (Tracheomalazie)

Eine Erweichung der Luftröhre kann entweder durch zunehmendes Ausdünnen der dünnen Membran der Luftröhrenhinterwand oder durch Schwäche der Knorpelspangen der Vorderwand entstehen.  Durch die Schwäche bleibt die Luftröhre beim Atmen nicht offen, sondern kollabiert. Kurzatmigkeit, Husten, Schwierigkeiten beim Abhusten von Schleim und Lungenentzündungen sind die Folge. Ursachen der Erweichung können sowohl angeboren sein, als auch durch Infektionen oder Ausdünnung durch einen lang liegenden Beatmungsschlauch entstehen.

Verbindungen zwischen Luft- und Speiseröhre (tracheoösophageale Fistel)

Die Speiseröhre verbindet den Rachen mit dem Magen, während die Luftröhre den Rachen mit den Lungen verbindet. Verbindungen zwischen diesen beiden Organen entstehen durch eine Verletzung beim Einlegen oder langfristigen Anwenden eines Beatmungsschlauches oder auch durch bösartige Tumore, wie z. B. Speiseröhrenkrebs. Probleme beim Schlucken und Lungenentzündungen mit Entwicklung von lebensbedrohlichen Zuständen sind die Folgen.

Eingriffe an der Luftröhre

Bei einer Luftröhreneinengungen (Trachealstenose)

Die meisten Luftröhreneinengungen haben durch eine chirurgische Entfernung die besten langfristigen Erfolge. Hierbei wird in einer einseitigen Operation das eingeengte Luftröhrenstück entfernt und der gesunde Rest wieder zusammengehängt. Die meisten Luftröhreneinengungen können durch einen verhältnismässig kleinen Schnitt am Hals operiert werden. 

Für grössere Tumore, insbesondere, wenn sie auch die Luftröhrenverzweigung (Carina) betreffen, können aber auch komplexere Resektions- und Rekonstruktionsverfahren unter Eröffnung des Brustkorbes und teilweise Verwendung einer Herzlungenmaschine nötig machen.

Bei einer Luftröhrenerweichung (Tracheomalazie)

Zur Behandlung der Luftröhrenerweichung ist bei gewissen Patientinnen und Patienten durch offene oder minimalinvasive Chirurgie möglich. Dabei wird die hintere dünne Luftröhrenmembran durch eine spezielle Art von Netz versteift und so der Luftröhre wieder eine normalere Form geben.

Bei der Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre (tracheoösophageale Fistel)

Um eine Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre zu reparieren, kommen je nach Grösse des Lochs, unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz. Sie können von einem reinen Übernähen, einer Resektion mit Neuverbindung bis hin zu einer Deckung mittels geschwenktem Muskellappen reichen.

Vor einer allfälligen Operation an der Luftröhre findet stets eine ausführliche interdisziplinäre Evaluation statt. Dabei ist eine Beurteilung der Atemwege durch eine Luftröhrenspiegelung zentral und wird oft um ein Computertomogramm und gegebenenfalls um ein dynamisches MRI ergänzt. Für die Operation selbst, bei der der normale Atemweg vorübergehend unterbrochen werden muss, steht ein eingeübtes Team aus Chirurgen und Anästhesisten im Einsatz. Um stets einen genügenden Gasaustausch zu gewährleisten, gibt es die Möglichkeit der Beatmung durch einen dünnen Hochfrequenz-Beatmungsschlauch (Jet-Ventilation) oder eine vorübergehende Beatmung der Lunge vom Operationsfeld her (Cross-Field Ventilation). in gewissen Fällen wird zur Absicherung auch eine Herzlungenmaschine (ECMO- Extrakorporale Membran Oxygenation) durch die Herzchirurgen installiert. 

Für Patientinnen und Patienten, bei denen chirurgische Eingriffe nicht geeignet sind, bietet die Klinik Hirslanden ein interdisziplinäres Team, dass auch endoskopische Methoden mit ​​Dilatationen, Laserbehandlung und Kryotherapie sowie Stenting anbieten kann.

Chirurgisches Zentrum Zürich
Standort Klinik Hirslanden
Witellikerstrasse 40 8032 Zürich