Was kann man gegen Übelkeit oder müde Beine in der Schwangerschaft tun? Worauf sollte man bei der Ernährung achten? Welche Sportarten sind trotz wachsendem Bauch geeignet und können Reisen noch getätigt werden? Unsere Tipps & Tricks liefern Ihnen Interessantes und Wissenswertes rund um Sport, Reisen, Ernährung und Beschwerden während der Schwangerschaft.

Beschwerden während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft durchläuft Ihr Körper viele Veränderungen, die nicht immer angenehm sind. Was hilft bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Blähungen oder schweren Beinen?

Übelkeit und Erbrechen

  • Leichte, häufigere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen
  • Bereits vor dem Aufstehen im Bett etwas Kleines essen oder trinken (z.B. Zwieback, Brot, Tee), so wird der morgendlichen Übelkeit entgegengewirkt

Sodbrennen

  • Häufige, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen
  • Am Abend spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen essen und sich auch tagsüber nicht direkt nach dem Essen hinlegen
  • Fettige und zuckerhaltige Nahrungsmittel meiden
  • Koffeinhaltige Getränke meiden
  • Zu jeder Mahlzeit Eiweiss essen
  • Nicht während den Mahlzeiten aber zwischendurch viel trinken
  • Einige unserer Kliniken bieten auch Akupunktur an, die nicht nur bei Sodbrennen sondern auch bei Übelkeit Linderung schaffen kann

Verstopfung

  • Mindestens zwei Liter pro Tag trinken, aber möglichst wenig kohlensäurehaltiges
  • Nahrungsfaserreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen: Vollkornprodukte, (rohes) Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte
  • Mischen Sie ein wenig Leinsamen unter Ihr Müsli oder in den Salat
  • Meiden sollten Sie vor allem Bananen, Reis, Schokolade und Produkte aus Weissmehl
  • Regelmässige körperliche Bewegung
  • Trinken Sie ein Glas lauwarmes Wasser auf den leeren Magen am Morgen, das regt die Verdauung an

Blähungen und Völlegefühl

  • Schwerverdauliche Nahrungsmittel wie Kohlarten, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte oder auch Spargel meiden
  • Stark kohlensäurehaltige Getränke meiden
  • Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee wirken lindernd
  • Langsam und in Ruhe essen
  • Und auch hier: Häufigere, dafür kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen

Müdigkeit

  • Gönnen Sie sich öfters Ruhe und Entspannung, Ihr Körper macht gerade eine grosse Veränderung durch
  • Eine ausgewogene gesunde Ernährung stärkt die körpereigene Abwehr
  • Regelmässig ausgedehnte Spaziergänge geniessen
  • Yogakurse für Schwangere besuchen oder unseren Ratgeber zu den ersten Yogaübungen zu Rate ziehen

Harnfluss

  • Eine gefüllte Blase erst gar nicht zulassen - gehen Sie öfters auf die Toilette
  • Gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur
  • Tragen von Slipeinlagen gibt Ihnen Sicherheit

Schwere und/oder müde Beine

  • Massagen der Beine mit einem kühlenden Gel zum Herz hin verschaffen vielfach Linderung. Lassen Sie diesen Teil doch Ihren Partner übernehmen!
  • Spaziergänge oder kleine Velotouren fördern den venösen Blutrückfluss und kräftigen Ihre Wadenmuskulatur

Ernährung in der Schwangerschaft

Neun Monate lang ist Zunehmen erwünscht. Doch viele Schwangere machen sich wegen des Gewichts Sorgen.  "Sieht man schon was?" So erwartungsfroh blicken Frauen auf ein immer runder werdendes Bäuchlein nur, wenn sie schwanger sind.

Gewichtszunahme

Jetzt ist Zunehmen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Schliesslich "sind wir nun zu zweit". Während vor der Schwangerschaft die meisten Frauen (und Männer) auf ihr Gewicht achten, fallen mit dem positiven Test manche inneren Bremsen, was das Essen anbelangt, plötzlich weg. Die Hose wird bald sowieso nicht mehr passen, und unwiderstehliche Gelüste nach Süssem oder Saurem sind doch ein untrügliches Zeichen für die Schwangerschaft. Also wird gegessen, was schmeckt. Wären da nicht die warnenden Zeigefinger der Ernährungsapostel und die strafenden Blicke mancher Frauenärzte!

Zwischen 10 und 16 Kilo Gewichtszunahme in der Schwangerschaft seien normal, sagen sie. Weniger kann dazu führen, dass das Baby unterversorgt ist, wer mehr zulegt, gar mehr als 20 Kilo in den neun Monaten, trägt ein deutlich erhöhtes Risiko für Komplikationen und bestimmte Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes, Rückenschmerzen und Bluthochdruck mit sich. Grundsätzlich gilt: Je niedriger das Gewicht zu Beginn der Schwangerschaft ist, desto höher darf die Zunahme sein.

Konkrete Kiloangaben über eine erlaubte beziehungsweise unerwünschte Gewichtszunahme können allerdings so manche Schwangere aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Das ist unter anderem in den vielen Internetforen nachzulesen. Stossseufzer wie dieser sind nicht selten: "Ich bin erst in der 20. Schwangerschaftswoche und habe schon 5.5 kg zugenommen!" Das Tröstliche dabei: Es finden sich sofort unzählige Leidensgenossinnen, die mit eigenen Erfahrungen Mut machen können.

Dass eine Schwangerschaft zu mehr Gewicht und deutlicheren Rundungen führt, hat natürliche Gründe: Nicht nur das Baby wiegt nach neun Monaten etwa 3 bis 4 kg. Hinzu kommen die Gebärmutter mit rund 1.5 kg, Fruchtwasser mit etwa 1 kg und die Plazenta mit rund 700 g; die Brust wird ungefähr 500 g schwerer und die Blutmenge erhöht sich um rund 2 kg. Auch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) fallen ins Gewicht.

Vitamine und Mineralstoffe

In der Schwangerschaft ist der Bedarf von einigen Vitaminen und Mineralstoffen erhöht. Dass kein Mangel entsteht, sollten Sie besonders auf eine ausreichende Versorgung mit den folgenden Spurenelementen achten:

  • Folsäure ist sehr wichtig für die Entwicklung des zentralen Nervensystem des Babys. Vorkommen: Gemüse, Früchte, Getreidekeime, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch und Eigelb.
  • Calcium ist wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen des heranwachsenden Kindes. Vorkommen: Milch, Joghurt, Käse, Quark usw., calciumreiche Mineralwasser.
  • Eine ausreichende Magnesiumversorgung kann mithelfen, Wadenkrämpfe und vorzeitige Wehentätigkeit zu reduzieren. Vorkommen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, viele Gemüsesorten, Früchte (z.B. Bananen, Datteln, Feigen), Beeren, Nüsse und dunkle Schokolade.
  • Eisen ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen. Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eigelb, Vollkornprodukte und Gemüse.

Multivitaminpräparate

Die Einnahme spezieller Multivitaminpräparate während der Schwangerschaft können angeborene Fehlbildungen (z.B. Neuralrohrdefekte, Herzfehler und Gaumenspalten) auf etwa die Hälfte reduzieren. Ausserdem kann das Risiko für eine Fehlgeburt, Frühgeburt oder Mangelversorgung des Kindes gesenkt werden.

Folsäure

Folsäure – Ein Lebensvitamin von grosser Bedeutung

Folsäure unterstützt die Zellteilung, senkt das Risiko von Neuralrohrdefekten beim ungeborenen Kind, hilft mit, eine gesunde Entwicklung des Embryos zu ermöglichen und verbessert die Spermienqualität. Das Bewusstsein für dieses wichtige Vitamin ist bereits weit verbreitet und trotzdem gibt es immer noch Frauen mit einer Folsäure-Unterversorgung vor und während der Schwangerschaft.

Rechtzeitige Einnahme von Folsäure ist essenziell

Das wertvolle Lebensvitamin Folsäure unterstützt die Zellteilung und senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida (offener Rücken) oder Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Weil die Entwicklung des Neuralrohrs bereits am 25. Tag der Schwangerschaft abgeschlossen ist, ist es für die werdende Mutter bereits vor und in den ersten Schwangerschaftswochen von besonderer Wichtigkeit, mit ausreichend Folsäure versorgt zu sein. Durch ein gesundes, ausgewogenes Essverhalten kann der Bedarf an Folat (0.4 mg), der Form des Vitamins, die in der Nahrung vorkommt, annähernd gedeckt werden. So enthalten beispielsweise Weizenkeime, Sojabohnen, Spinat oder Vollkornprodukte viel Folsäure. Mindestens vier Wochen vor der Empfängnis und während den ersten drei Monaten der Schwangerschaft besteht aber ein erhöhter Folsäure-Bedarf von 0.8 mg pro Tag, der alleine durch die Ernährung kaum zu decken ist. Deshalb wird empfohlen, in diesem Zeitraum gezielt ein Folsäure-Präparat mit 0.4 – 0.8 mg Folsäure einzunehmen, um einer Unterversorgung entgegenzuwirken und somit das Risiko von Neuralrohr-Fehlbildungen zu minimieren.

Gynäkologen geben gerne Auskunft

Studien zufolge ziehen 73 % aller Frauen keine Fachperson bei, wenn sie ihre Verhütungsmassnahmen einstellen. Dieser Umstand führt dazu, dass sich noch immer viele Frauen nicht bewusst sind, dass sie bereits vor der Konzeption optimal mit Folsäure versorgt sein sollten, um eine gesunde Entwicklung des Embryos zu ermöglichen. Frauen mit Kinderwunsch erhalten bei ihrem Gynäkologen viele wertvolle Informationen über die wichtigen Funktionen der Folsäure.

Folsäure verbessert die Spermienqualität

Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, unterstützt Folsäure nicht nur die Zellteilung sondern verbessert auch die Entwicklung von Spermien und deren Qualität. Männern mit Kinderwunsch wird deshalb empfohlen, sich gesund und folsäurereich zu ernähren und prophylaktisch 0.4 mg Folsäure in Form eines Vitaminpräparats einzunehmen. So kann nicht nur die Spermienanzahl erhöht, sondern auch das Erbmaterial verbessert werden – eine ideale Voraussetzung für eine gesunde Kindesentwicklung.

Erfahren Sie mehr auf der Webseite der Stiftung Folsäure Schweiz.

Reisen in der Schwangerschaft

Planen Sie noch die letzten Ferien zu zweit? Reisen ist grundsätzlich gut möglich während der Schwangerschaft, Sie sollten allerdings einige Punkte beachten. 

Flugreisen

Bei der Planung einer Flugreise sollten Sie sich von Ihrem Arzt bestätigen lassen, dass keine Risiken für eine Frühgeburt bestehen. Generell sind Stützstrümpfe empfohlen. Ebenfalls sollten Sie genügend trinken und etwa jede Stunde herumgehen (Thromboseprophylaxe). Bei den meisten Fluggesellschaften brauchen Sie ab vier Wochen vor Geburt eine spezielle Bewilligung ("medical clearance", IATA 1986).

Autofahrten

Legen Sie bei längeren Fahrten regelmässig Pausen ein. Es ist möglich, dass Ihre Reaktionsfähigkeit im Verlauf der Schwangerschaft abnimmt. In diesem Fall überlassen Sie das Steuer lieber jemand anderem.

Ferienort

Bei der Wahl Ihres Ferienorts sollten Sie folgende Kriterien beachten:

  • Ungewohntes Klima und heisse Temperaturen belasten den Kreislauf zusätzlich zur Schwangerschaft.
  • Die Sauerstoffverfügbarkeit nimmt in den Bergen über 2500 m.ü.M. ab.

Klären Sie ab, ob Ihre Krankenkasse die medizinische Versorgung an Ihrem gewählten Ferienort abdeckt.

Sport in der Schwangerschaft

Bewegung ist auch während der Schwangerschaft wichtig. Regelmässige Bewegung beugt u.a. Rückenschmerzen vor.  Auch haben Frauen, welche sich regelmässig bewegen, weniger Probleme mit ihrem Gewicht, zudem auch weniger Schmerzen bei der Entbindung und Sie erholen sich schneller von der Geburt. 

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Für Schwangere besteht zudem das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes. Durch die regelmässige Bewegung wird die Blutzucker senkende Wirkung des Hormons Insulin verbessert, was sich günstig auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Auch beim Sport gilt: Alles in Massen und den Umständen angepasst. Sprechen Sie Ihr Vorhaben am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.

Yoga in der Schwangerschaft

Yoga steigert das Wohlbefinden von Mutter und Baby, hilft gegen Rückenschmerzen, verbessert die Haltung und Gelenkigkeit und ist eine optimale Geburtsvorbereitung. 

Die Katze

KRÄFTIGT UND ENTSPANNT DEN UNTEREN RÜCKEN

  • In den Vierfüsslerstand begeben; gerader Rücken.
  • Ausatmen und den Rücken langsam runden (Katzenbuckel).
  • Einatmen und den Bauch langsam nach unten sinken lassen (Hohlkreuz).
  • Einige Male zwischen Hohlkreuz und Katzenbuckel wechseln. Tief ein- und ausatmen.

Die tiefe Hocke

ÖFFNET DAS BECKEN UND WEITET DEN GEBURTSKANAL

  • Aufrecht hinstellen; hüftbreiter Stand; Fussspitzen leicht nach aussen.
  • Langsam in die Knie gehen. Die Füsse bleiben flach am Boden.
  • Die Handflächen liegen aneinander; die Ellbogen drücken sanft die Innenseiten der Oberschenkel.
  • Einige Atemzüge lang halten und zurück in den Stand.

HINWEIS:

Bei Bedarf an einer Wand anlehnen oder an einem Stuhl festhalten.

Der Halbmond

DEHNT SEITLICHE OBERKÖRPERMUSKELN UND KRÄFTIGT DIE ARME

  • Aufrecht hinstellen; Beine leicht geöffnet; beide Arme seitlich nach oben führen und Handflächen aneinander legen.
  • Mit der Ausatmung langsam nach rechts neigen. Für ein paar Atemzüge halten. Zurück zur Mitte.
  • Mit der nächsten Ausatmung langsam nach links neigen. Für ein paar Atemzüge halten. Zurück zur Mitte.
  • Die Übung auf beiden Seiten noch einmal wiederholen.

Der Drehsitz

MASSIERT DIE UNTEREN BAUCHMUSKELN UND FÖRDERT DIE VERDAUUNG UND DIE AUSSCHEIDUNG

  • Sich in den Fersensitz begeben.
  • Rechte Hand an die Aussenseite des linken Oberschenkels; mit der Einatmung linke Hand auf den unteren Rücken legen; Kopf nach links. Stellung für ein paar Atemzüge halten.
  • Übung auf der rechten Seite wiederholen.

HINWEIS:

Bei Bedarf ein Kissen zwischen Gesäss und Fusssohlen legen.

Die sitzende Taube

DEHNT UND ENTSPANNT DAS GESÄSS

  • Aufrecht auf vorderen Rand vom Stuhl setzen; Füsse am Boden.
  • Rechtes Sprunggelenk auf linkes Knie legen.
  • Die Übung für ein paar Atemzüge halten.
  • Übung auf linker Seite wiederholen.

HINWEIS:

Die Intensität steuern, indem mit der Hand etwas Druck auf den jeweiligen Oberschenkel ausgeübt wird.

Nordic Walking in der Schwangerschaft

Nordic Walking ist ein schonendes Ganzkörpertraining. Es ist eine ideale Sportart, wenn Sie Lust haben, sich in der freien Natur zu bewegen und Ihren Körper auf sanfte Art fit und gesund zu halten. Das Gehen mit den Stöcken trainiert den ganzen Körper, ohne die Gelenke übermässig zu belasten.

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Die Bewegung sorgt für mehr Sauerstoff, stärkt das Immunsystem, entkrampft Schultern und Rücken. Hebammen haben beobachtet, dass schwangere Frauen Atmung und Körper bewusster wahrnehmen, was ihnen auch bei der Geburt helfen kann.

 Es wird jedoch davon abgeraten, einfach mit zwei Stöcken loszuwalken. Mit der falschen Technik können sich Frauen Probleme mit den Gelenken und dem Beckenboden antrainieren. Es ist also sinnvoll mit einer Trainerin zu walken. Oder informieren Sie sich bei Ihrer Hebamme.

 Auf was Sie beim Nordic Walking achten sollten:

  • Holen Sie sich grünes Licht vom Frauenarzt
  • Tragen Sie bequeme Sportkleidung
  • Besorgen Sie sich solide Schuhe und Stöcke
  • Walken Sie nur auf guten Wegen
  • Kontrollieren Sie Ihren Puls mit einem Pulsmesser (nicht über 120!)
  • Wenn Sie sich nicht wohl fühlen: Sofort aufhören