Rund 10 bis 15 Prozent der Schweizer Paare haben Schwierigkeiten dabei, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Fachpersonen sprechen von einem unerfüllten Kinderwunsch, wenn bei einem Paar trotz regelmässigem ungeschütztem Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt.
In solchen Fällen sehen Frauen die Ursache meist bei sich. Das muss aber nicht sein, denn die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch liegen gleichermassen häufig bei der Frau, beim Mann wie auch in der Kombination zwischen Frau und Mann. Hier erfahren Sie mehr zu den Gründen, möglichen Symptomen und wie sich Unfruchtbarkeit feststellen und behandeln lässt.
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Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch
Zahlreiche Gründe können zur ungewollten Kinderlosigkeit führen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch nicht um eine vollständige Unfruchtbarkeit, sondern um eine Fruchtbarkeitsstörung auf Seiten der Frau oder des Mannes, die behandelt werden kann. Die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit sind vielfältig.
Ursachen, die beide Geschlechter betreffen können, sind:
- Probleme mit der Hypophyse
- Diabetes mellitus
- Schilddrüsenerkrankungen
- Fortgeschrittenes Alter
- Infektionen, insbesondere sexuell übertragbare Infektionen
- Umweltfaktoren wie Schadstoffe und Chemikalien
- Einnahme bestimmter Medikamente
- Konsum von Anabolika
- Chemotherapie
- Anhaltender Stress, seelische Belastungen im Beruf und Alltag
- Ungesunde Ernährung
- Übergewicht oder Untergewicht
- Rauchen
- Übermässiger Alkoholkonsum
- Drogenkonsum
Nebst Ursachen, die beide Geschlechter betreffen können, gibt es auch geschlechterspezifische Faktoren, welche die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
In den vergangenen Jahren hat die ungewollte Kinderlosigkeit zugenommen. Immer mehr Frauen sehen sich mit dem unerfüllten Kinderwunsch konfrontiert. Einerseits lässt sich dieser mit dem veränderten Lifestyle erklären: Der Kinderwunsch hat sich bei vielen Paaren in eine spätere Lebensphase verschoben, wobei die Chance, spontan schwanger zu werden, nach dem 35. Lebensjahr deutlich abnimmt. Andererseits können eine eingeschränkte Eierstockreserve, eine beeinträchtigte Durchlässigkeit der Eileiter oder organische Veränderungen der Gebärmutter die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern.
Auch Tumore der Eierstöcke, Eileiter oder der Gebärmutter, Hormonstörungen, Zysten, Fehlbildungen sowie Verletzungen der Eierstöcke und Eileiter kommen als Ursache einer gestörten Fruchtbarkeit infrage. Weitere Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft können Erkrankungen wie Endometriose, Infektionen (z.B. Chlamydien), Verwachsungen der Gebärmutter, das PCO-Syndrom oder Myome sein. Trotz der zahlreichen möglichen Ursachen lassen sich die Chancen auf das Wunschkind dank einer Vielzahl von Behandlungsmethoden positiv beeinflussen.
Gründe für die Unfruchtbarkeit der Frau
Myome
- Myome sind gutartige Tumoren in der Gebärmutter.
- Ca. 30 – 50 % aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind betroffen.
- Häufig bildet sich mehr als nur ein Myom.
- Im Extremfall können Myome so gross wie ein Fussball werden.
- Myome können sehr einfach durch eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung entdeckt werden.
- Eine dauerhafte Therapie der Myome ist meistens nur durch die operative Entfernung möglich.
Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Krankheitsbild Myom. Mehr über Myome erfahren Sie auf dem Hirslanden Blog:
PCO-Syndrom
- Beim PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom) handelt es sich um eine hormonelle Störung.Es ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im reproduktiven Alter.
- Rund eine von sieben Frauen ist von dieser Krankheit betroffen.
- Die hormonelle Störung führt zu erhöhter Konzentration männlicher Hormone.
- Als Folge bilden sich zahlreiche kleine Bläschen.
- Die Veranlagung für ein PCOS ist an sich nicht heilbar, jedoch lassen sich die Symptome und Folgen sehr gut behandeln.
Mehr über das PCO-Syndrom erfahren Sie auf dem Hirslanden Blog:
Endometriose
- Bei der Endometriose siedelt die Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter im Bauch an.
- Die Schleimhautzellen haften am Bauchfell an und wachsen.
- Typische Symptome sind chronische Unterbauchschmerzen, starke Schmerzen während der Menstruation, während des Geschlechtsverkehrs und während des Stuhlgangs.
- Nach einer ausführlichen Anamnese wird in der Regel ein Ultraschall oder eine Bauchspiegelung durchgeführt.
- Mit einem chirurgischen Eingriff oder einer medikamentösen Massnahme lässt sich die Endometriose behandeln und so auch die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen.
Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Krankheitsbild Endometriose. Mehr über Endometriose erfahren Sie auf dem Hirslanden Blog:
Anzeichen einer Unfruchtbarkeit bei der Frau
Zwar ruft eine Unfruchtbarkeit keine Beschwerden hervor, es gibt jedoch eine Reihe von Anzeichen, die auf eine bestehende Unfruchtbarkeit (auch Sterilität) hindeuten können. Oft sind diese Anzeichen bei Frauen unspezifisch: Abgesehen von einer ausbleibenden Schwangerschaft lassen sich nur schwer Symptome erkennen, die eindeutig auf eine Sterilität hinweisen. Ob es sich bei den auftretenden Symptomen tatsächlich um Anzeichen für eine Unfruchtbarkeit handelt, lässt sich erst nach einer eingehenden Untersuchung bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt bestimmen.
Mögliche Anzeichen sind unter anderem:
- chronische Unterbauchschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen während des Stuhlgangs
- Menstruationsstörungen wie starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
- Zyklusschwankungen
- Zu starke Regelblutungen (Hypermenorrhoe)
- schwache Regelblutungen (Hypomenorrhoe)
- Zwischenblutungen (Metrorrhagie)
- Fehlbildungen der Geschlechtsorgane (z.B. durch Endometriose, Myome)
- Fehlgeburten
- übermässige Behaarung (kann auf einen Überschuss an männlichen Hormonen hindeuten)
- Hautprobleme wie Akne als Anzeichen einer Störung des Hormonhaushalts
- Flüssigkeitsaustritt aus der Brust (Galaktorrhoe)
Unfruchtbarkeit des Mannes
In zwei von drei Fällen ist der Mann mit seiner herabgesetzten Fruchtbarkeit mitverantwortlich für den unerfüllten Kinderwunsch. Viele Ursachen können aber durch einfache und wenig belastende Abklärungen identifiziert und behandelt werden.
Die Anzahl tatsächlich unfruchtbarer Männer liegt bei rund einem Prozent. Bei diesen Männern befinden sich keine Spermien im Ejakulat. In allen übrigen Fällen wird von einer leicht bis massiv herabgesetzten Fruchtbarkeit gesprochen. Häufig lässt sich aber auch eine herabgesetzte Fruchtbarkeit des Mannes durch eine hohe Fruchtbarkeit der Frau kompensieren und umgekehrt.
Gründe für die Unfruchtbarkeit beim Mann
Varikozele, der häufigste Grund
- Bei der Varikozele handelt es sich um den häufigsten Grund für die eingeschränkte Fruchtbarkeit bei Männern.
- Entlang des Samenstrangs bilden sich Krampfadern (Varikozelen), die zu einer erhöhten Temperatur und einem erhöhten Druck im Hoden führen können.
- Erhöhte Temperatur und Druck haben einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität.
- Erkrankte Venen im Samenstrang können operativ entfernt oder verödet werden.
Verminderte Spermienproduktion und verminderte Spermienqualität
- Der Samenerguss gewisser Männer enthält nicht ausreichend befruchtungsfähige Spermien.
- Dieser Umstand kann verschiedene Ursachen haben, darunter Varikozelen, ein Hodenhochstand (Kryptorchismus), Verletzungen des Hodens oder erblich bedingte Faktoren.
- Auch die Spermienqualität spielt eine entscheidende Rolle für die männliche Fruchtbarkeit.
- Bei manchen Männern sind die Spermien nicht normal geformt oder nicht ausreichend beweglich.
Blockierte Samenleiter oder Nebenhodengänge
- Sind ausreichend befruchtungsfähige Spermien vorhanden, besteht noch immer die Möglichkeit, dass diese nicht ins Ejakulat gelangen.
- Die Gründe hierfür sind vielfältig: Sexuell übertragbare Krankheiten kommen ebenso infrage wie Mukoviszidose, Verletzungen, Entzündungen, Operationen (beispielsweise infolge eines Leistenbruchs) oder andere angeborene Fehlbildungen.
Hodenkrebs
- Unabhängig von der Tumorgewebeart kann Hodenkrebs zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen.
- Eine damit in Zusammenhang stehende Chemotherapie oder Bestrahlung kann ebenfalls zur Schädigung des Hodengewebes und Einschränkung der Fertilität führen.
- Kryokonservierung (= Einfrieren von Spermien) kann eine geeignete Lösung im Falle eines späteren Kinderwunsches sein.
Immunologische Reaktionen
- Nach Verletzungen oder Entzündungen kann es zur Bildung von Abwehrstoffen (Spermatozoen-Antikörper) gegen eigene Spermien kommen.
Genetische Erkrankungen
- Klinefelter-Syndrom: Genetische Erkrankungen wie das Klinefelter-Syndrom können zu ungewollter Kinderlosigkeit führen. Männer mit Klinefelter-Syndrom haben ein zusätzliches weibliches X-Chromosom.
- Defekte am Y-Chromosom: Solche Defekte sind nach dem Klinefelter-Syndrom die zweithäufigste genetische Ursache für männliche Unfruchtbarkeit.
- Mukoviszidose (= zystische Fibrose): Diese autosomal-rezessiv vererbbare Krankheit kann ebenfalls ein Grund für Infertilität sein.
- Primäre ziliäre Dyskinesie (Kartagener Syndrom): Diese angeborene Form der primären ziliären Dyskinesie betrifft vor allem die Atemwege, kann jedoch auch mit einer eingeschränkten Fertilität bis hin zur Infertilität einhergehen.
Anzeichen einer Unfruchtbarkeit beim Mann
Auch bei Männern gilt: Unfruchtbarkeit an sich löst keine Symptome aus, es gibt jedoch Anzeichen, durch die auf eine mögliche Unfruchtbarkeit geschlossen werden kann.
Auf männliche Unfruchtbarkeit hinweisen können:
- Hodenschmerzen
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Ausfluss aus dem Penis
- Erektionsprobleme, Ejakulationsprobleme
- Veränderung der Penisform
- Unklare Hodenschwellung, Grössen- und Konsistenzveränderungen der Hoden
Behandlungen mittels künstlicher Befruchtung
Bei der ungewollten Kinderlosigkeit handelt es sich in den meisten Fällen nicht um eine vollständige Unfruchtbarkeit des Paares, sondern um eine Fruchtbarkeitsstörung. Diese lässt sich durch eine Vielzahl von medizinischen Betreuungsstrategien behandeln.
Eine solche Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt und reicht von hormonellen Behandlungen, über erhaltende Massnahmen wie das Social Egg Freezing und Konservieren von Spermien, bis hin zur In-Vitro-Fertilisation und ICSI.
Behandlungsoptionen
In-vitro-Fertilisation (IVF)
Bei der In-vitro-Fertilisation handelt es sich um die gängigste Methode der Unfruchtbarkeitsbehandlung. Die Befruchtung findet ausserhalb des Körpers der Frau statt: Eizellen und Spermien werden im Labor zusammengebracht, wobei die Spermien eigenständig in die Eizelle gelangen. Nach der Befruchtung werden die befruchteten Eizellen schliesslich in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.
Die Methode wird vor allem bei verschlossenen Eileitern, Endometriose oder unerfülltem Kinderwunsch unbekannter Ursache angewendet. Voraussetzung sind befruchtungsfähige Eizellen und ausreichend bewegliche Spermien.
Die Erfolgschancen hängen insbesondere vom Alter der Frau und der Ursache der Unfruchtbarkeit ab. Zu den Risiken zählen vor allem Nebenwirkungen der Hormonbehandlung, das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft sowie in seltenen Fällen eine Überstimulation der Eierstöcke.
Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Unter einem speziellen Mikroskop wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Diese Methode wird vor allem angewendet, wenn die Qualität oder Anzahl der Spermien stark eingeschränkt ist oder eine herkömmliche IVF nicht erfolgreich war. Voraussetzung sind befruchtungsfähige Eizellen sowie befruchtungsfähige Spermien.
Die Erfolgschancen hängen vor allem vom Alter der Frau und der Qualität der Eizellen ab und sind mit denen einer IVF vergleichbar. Zu den Risiken zählen auch hier insbesondere die Nebenwirkungen der Hormonbehandlung sowie der Eizellentnahme. Zusätzliche Risiken durch die Injektion selbst sind gering.
Social Egg Freezing (Kryokonservierung)
Eizellen können eingefroren und bis zu fünf Jahre gelagert werden. Diese Methode ermöglicht es, die Fruchtbarkeit aus persönlichen oder medizinischen Gründen für einen späteren Zeitpunkt zu erhalten. Voraussetzung ist eine hormonelle Stimulation und die Entnahme ausreichend reifer Eizellen.
Die Erfolgschancen hängen auch in diesem Fall insbesondere vom Alter der Frau zum Zeitpunkt des Einfrierens sowie von der Anzahl eingefrorener Eizellen ab. Zu den Risiken zählen die Nebenwirkungen der Hormonbehandlung und der Eizellentnahme.
Hormontherapie
Bei der Hormonbehandlung der Frau werden Medikamente (Tabletten oder Injektionen) zur Reifung von Eizellen und zum Auslösen des Eisprunges verwendet. Sie kommt insbesondere bei hormonell bedingten Zyklusstörungen oder ausbleibendem Eisprung zum Einsatz. Voraussetzung ist eine sorgfältige gynäkologische Abklärung und regelmässige ärztliche Kontrolle.
Die Erfolgschancen sind gut, wenn die Ursache der Unfruchtbarkeit hormonell bedingt ist. Zu den Risiken gehören Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen sowie in seltenen Fällen eine Überstimulation der Eierstöcke oder Mehrlingsschwangerschaften.
Intrauterine Insemination (IUI)
In der Arztpraxis wird der Samen aufbereitet, um die beweglichen und normal beschaffenen Spermien herauszufiltern. Über einen dünnen Katheter werden diese zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeführt. Die Befruchtung findet anschliessend auf natürlichem Weg im Körper der Frau statt.
Die Methode wird insbesondere bei leicht eingeschränkter Spermienqualität, bei unerfülltem Kinderwunsch unbekannter Ursache oder bei Verwendung von Spendersamen angewendet. Voraussetzung sind mindestens ein durchgängiger Eileiter sowie ausreichend bewegliche Spermien.
Die Erfolgschancen hängen vor allem vom Alter der Frau, der Spermienqualität und der Ursache der Unfruchtbarkeit ab. Zu den Risiken zählen insbesondere Nebenwirkungen einer begleitenden Hormonbehandlung sowie ein erhöhtes Risiko für Mehrlingsschwangerschaften.
Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA)/Testikuläre Spermienextraktion (TESE)
Bei der MESA werden Spermien aus den Nebenhoden gewonnen, während bei der TESE eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen wird, aus der Spermien isoliert werden. Beide Verfahren werden in der Regel mit einer ICSI kombiniert.
Die Methoden kommen insbesondere bei einem Verschluss der Samenwege oder einer stark eingeschränkten beziehungsweise fehlenden Spermienproduktion im Ejakulat zum Einsatz. Voraussetzung ist, dass im Nebenhoden oder Hodengewebe befruchtungsfähige Spermien vorhanden sind.
Die Erfolgschancen hängen vor allem von der Ursache der männlichen Unfruchtbarkeit, der vorhandenen Spermienqualität sowie dem Alter und der Eizellqualität der Frau ab. Zu den Risiken zählen insbesondere Schmerzen, Blutergüsse oder Infektionen sowie bei der TESE mögliche Verletzungen des Hodengewebes.
Voraussetzungen für eine künstliche Befruchtung
Um eine IVF- oder ICSI-Behandlung durchführen zu können, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
- Basisdaten vorhanden (Hormonuntersuchung der Frau, Ultraschall, Spermiogramm)
- Alter der Frau maximal zwischen 43–44 Jahre, Alter des Mannes maximal 63–65 Jahre
- Negativer HIV-, Hepatitis-B/C- und Lues-Status beider Partner
- Nachgewiesene Immunität gegenüber Röteln und Windpocken
- Stabile Partnerschaft (das Paar muss nicht verheiratet sein)
Eine Selektion von Embryonen nach Geschlecht oder äusseren Merkmalen ist in der Schweiz gesetzlich verboten.
Risiken
Eine künstliche Befruchtung führt nicht automatisch zu einer Schwangerschaft, und ein unerfüllt bleibender Kinderwunsch kann eine seelische Belastung für die betroffenen Paare sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird deshalb vor einer möglichen Behandlung immer das Gespräch mit Ihnen und Ihrem Partner suchen, um Ängste, Sorgen und Erwartungen zu besprechen und über das weitere Vorgehen aufzuklären.
Zur Gewinnung der Eizelle muss ein kleiner ambulanter Eingriff in Kurznarkose durchgeführt werden. Hier müssen die seltenen Risiken von Eizellpunktion und Kurznarkose in Betracht gezogen werden.
Detaillierte Informationen zu den gängigsten Methoden und Erfolgschancen der künstlichen Befruchtung finden Sie direkt unter In-Vitro und ICSI.
Erstgespräch und Untersuchung bei Kinderwunsch
Was passiert beim Erstgespräch?
Ein erstes Gespräch gibt Patientinnen und Patienten Aufschluss über die Ausgangslage und Möglichkeiten der Behandlung. Im Rahmen des Erstgesprächs werden Patientinnen und Patienten zum Gesundheitszustand befragt. Ziel ist es, mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. Obligatorische Basis-Checks entscheiden schliesslich über die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung.
Auf Basis des Erstgesprächs werden realistische Erfolgschancen abgeschätzt und erste Schritte der Behandlung definiert. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse und Gespräche ergibt sich eine persönlich auf Sie abgestimmte Betreuungsstrategie.
Untersuchung eines Mannes
Auf das Erstgespräch folgt die körperliche Untersuchung sowie ein Ultraschall von Hoden und Nebenhoden. Die Abklärung wird mit einer Untersuchung der Hormone im Blut und mit einem Spermiogramm abgeschlossen.
Das Spermiogramm gilt als wichtige Screening-Untersuchung, um die Fruchtbarkeit des Mannes zu bestimmen. Im Vordergrund der Untersuchung steht die Qualität der Spermien. Im Labor wird ein Spermiogramm durchgeführt, um die Beschaffenheit, die Zahl und die Beweglichkeit der Samenzellen im männlichen Ejakulat zu bestimmen. Unter anderem werden der pH-Wert, die Spermienanzahl, die Spermienmobilität (Beweglichkeit), -vitalität und -morphologie überprüft.
Untersuchung einer Frau
Mittels Hormontest und Ultraschalluntersuchung stellt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest, ob ein regelmässiger Eisprung stattfindet.
Möglicherweise beschädigte oder veränderte Eileiter werden mittels bildgebenden Verfahren (Hysterosalpingo-Graphie, Kontrastultraschall-Methode) auf ihre Durchgängigkeit untersucht.
Bei schwereren Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörung können die weiblichen Fortpflanzungsorgane mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) und einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) untersucht werden. Dabei handelt es sich um minimalinvasive Eingriffe.
In unseren Kinderwunschzentren widmen sich auf Fortpflanzungsmedizin spezialisierte Gynäkologinnen und Gynäkologen ihrem Wunsch nach einem Kind. Sie begleiten Sie einfühlsam und individuell auf Ihrem Weg zum Wunschkind, verfügen über fachliche Spezialisierungen, operieren bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane, bei Störungen in der Monatsblutung, bei Geschwüren und Fehlbildungen. Darüber hinaus sind sie auf Störungen des Hormonhaushalts spezialisiert. Nehmen Sie gern mit unseren Zentren oder Spezialistinnen und Spezialisten Kontakt auf.
Wie lange ist ein unerfüllter Kinderwunsch normal?
Ein unerfüllter Kinderwunsch ist zunächst kein Grund zur Sorge. Fachpersonen sprechen davon, wenn nach zwölf Monaten regelmässigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt. Bei Frauen ab 35 Jahren oder bei bekannten Vorerkrankungen ist eine frühere Beratung in einem Kinderwunschzentrum sinnvoll, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern.
Wie viel Prozent der Frauen haben einen unerfüllten Kinderwunsch?
Rund 10 bis 15 Prozent der Paare in der Schweiz sind von einem unerfüllten Kinderwunsch betroffen. Die Ursache liegt etwa gleich häufig bei der Frau, beim Mann oder bei beiden gemeinsam. Da sowohl Unfruchtbarkeit der Frau als auch Unfruchtbarkeit des Mannes eine Rolle spielen können, sollten immer beide Partner untersucht werden.
Was kann man bei einem unerfülltem Kinderwunsch tun?
Bei einem unerfüllten Kinderwunsch gibt es verschiedene Möglichkeiten der Abklärung und Behandlung. Nach einer umfassenden Beratung werden die Ursachen untersucht und eine individuelle Kinderwunschbehandlung empfohlen. Je nach Befund kommen eine Hormonbehandlung, hormonelle Stimulation, Insemination (IUI) oder IVF/ICSI infrage, um den Wunsch nach einem Kind zu unterstützen.
Was ist die häufigste Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch?
Die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig und lassen sich häufig nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Bei Frauen können unter anderem das zunehmende Alter, hormonelle Störungen, Endometriose oder das PCO-Syndrom die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei Männern zählen eine eingeschränkte Spermienqualität und Varikozelen zu den häufigsten Ursachen. Nicht selten spielen bei beiden Partnern mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.
Was sind die ersten Schritte bei unerfülltem Kinderwunsch?
Der erste Schritt ist ein ausführliches Gespräch mit einer Fachperson. Beispielsweise in einem Kinderwunschzentrum. Anschliessend folgen gezielte Untersuchungen bei Frau und Mann, beispielsweise Hormontests, Ultraschall und ein Spermiogramm. Auf dieser Grundlage wird eine individuelle Therapie oder Kinderwunschbehandlung empfohlen, die zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei einer Kinderwunschbehandlung?
Die Übernahme der Kosten einer Kinderwunschbehandlung hängt in der Schweiz von der Behandlung und der persönlichen Situation ab. Einige medizinische Abklärungen werden von der Krankenkasse übernommen. Leistungen wie IUI, IVF/ICSI oder andere Verfahren der künstlichen Befruchtung werden hingegen häufig nur teilweise oder gar nicht bezahlt. Lassen Sie sich frühzeitig beraten und holen Sie entsprechende Informationen direkt bei Ihrer Krankenkasse ein.
Welche Rolle spielt der Zyklus bei einem Kinderwunsch?
Ein regelmässiger Zyklus ist ein wichtiger Hinweis auf einen Eisprung und damit auch auf die Fruchtbarkeit. Ein unregelmässiger oder ausbleibender Zyklus kann auf hormonelle Dysbalancen hinweisen und die Chancen, schwanger zu werden, verringern. Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wird der Zyklus deshalb sorgfältig untersucht und bei Bedarf gezielt unterstützt.