Unfruchtbarkeit des Mannes

In zwei von drei Fällen ist der Mann mit seiner herabgesetzten Fruchtbarkeit mitverantwortlich für den unerfüllten Kinderwunsch. Viele Ursachen können aber durch einfache und wenig belastende Abklärungen identifiziert und behandelt werden.

Unfruchtbarkeit bei Männern

Die Anzahl tatsächlich unfruchtbarer Männern liegt bei genau einem Prozent. Bei diesen Männern befinden sich keine Spermien im Ejakulat. In allen übrigen Fällen wird von einer leicht bis massiv herabgesetzten Fruchtbarkeit gesprochen. Häufig lässt sich aber auch eine herabgesetzten Fruchtbarkeit des Mannes durch eine gute Fruchtbarkeit der Frau kompensieren und umgekehrt.

Ablauf der Abklärung

Zu Beginn der Konsultation wird der Mann zum Gesundheitszustand befragt. Ziel ist es mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. Anschliessend folgen die körperliche Untersuchung sowie ein Ultraschall von Hoden und Nebenhoden. Die Abklärung wird mit einer Untersuchung der Hormone im Blut und mit einem Spermiogramm (siehe Box) abgeschlossen. Das Ganze verläuft schmerzlos und nicht invasiv.

Varikozele, der häufigste Grund

Die Varikozele ist der häufigste Grund für die eingeschränkte Fruchtbarkeit bei Männern. Entlang des Samenstrangs und des Nebenhodens bilden sich Krampfadern, was zu einer Zunahme von Temperatur und Druck der Hoden führen kann. Dies hat wiederum einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität. Die erkrankten Venen im Samenstrang können operativ entfernt oder verödet werden.

Erfahren Sie hier mehr zum Krankheitsbild Varikozele.

Andere Ursachen für Unfruchtbarkeit können sein:

  • Hormonelle Störungen
  • Geschwulste bzw. Tumore
  • Angeborene Erkrankungen
  • Vorkommisse in der Vergangenheit wie beispielsweise Hodeninfektionen 
Untersuchungsmethoden

Das Spermiogramm gilt als wichtige Screening-Untersuchung, um die Fruchtbarkeit des Mannes zu bestimmen. Im Vordergrund der Untersuchung steht die Spermienqualität. Im Labor wird ein Spermiogramm durchgeführt, um die Beschaffung, die Zahl und die Beweglichkeit der Samenzellen im männlichen Ejakulat zu bestimmen. U.a. werden folgende Eigenschaften überprüft:

  • pH-Wert
  • Spermienanzahl
  • Spermien-Motilität (Beweglichkeit)
  • Spermien-Vitalität
  • Spermien-Morphologie
Behandlungsoptionen
  • Insemination: In der Arztpraxis wird der Samen aufbereitet, um die beweglichen und normal beschaffenen Spermien herauszufiltern. Über einen dünnen Katheter werden diese zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeführt.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Die Befruchtung erfolgt ausserhalb des Mutterleibes: Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen dünnen Katheter zurück in die Gebärmutter gegeben (Embryotransfer).
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): In Fällen mit schwerer Fruchtbarkeitsstörung des Mannes wird unter einem speziellen Mikroskop ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht.
  • Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA)/Testikuläre Spermienextraktion (TESE): Die MESA steht für die Gewinnung von Spermien aus den Nebenhoden. Bei der TESE wird eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen. Beide Verfahren werden mit der ICSI kombiniert.