Wochenbett

Nach einer natürlichen Geburt wie auch nach einem Kaiserschnitt müssen Sie mit einer minimalen Aufenthaltsdauer von drei Tage rechnen. Während dieser Zeit werden Sie und Ihr Kind in der Wochenbett-Abteilung (Maternité) von speziell ausgebildeten Pflegefachpersonal und Fachärzten betreut. Im Privatspital werden Sie täglich von Ihrem persönlichen Gynäkologen besucht.

Die Pflegenden führen Sie schrittweise in die Säuglingspflege ein und stehen Ihnen während Ihres ganzen Klinikaufenthalts zur Seite. Erste Versuche haben Sie vielleicht bereits anlässlich eines Säuglingspflege- oder Geburtsvorbereitungskurses unternommen. Jetzt lernen Sie, Ihr Kind zu versorgen, zu wickeln und zu pflegen, und bald fühlen Sie sich im Umgang mit Ihrem Baby sicher und pudelwohl.

Erste Untersuchungen

Während Ihres Aufenthalts im Wochenbett erhält Ihr Kind alle nötigen Untersuchungen durch einen Kinderarzt. Dazu gehört auch eine Hüftsonographie, bei der mittels Ultraschall eine Fehlstellung der Hüfte festgestellt werden kann.

Viele Babys bekommen nach der Geburt eine fast immer harmlos verlaufende, so genannte "Neugeborenen-Gelbsucht". Ab einem bestimmten Grad wird sie auf Anordnung des Kinderarztes mit speziellem, völlig ungefährlichem Licht behandelt (Fototherapie).

Wenn ein Baby besondere medizinische Pflege oder Überwachung braucht, ist es bei unseren Pädiatern und spezialisierten Pflegenden bestens aufgehoben. Die moderne medizintechnische Infrastruktur unserer Kliniken bietet Gewähr für eine grösstmögliche Sicherheit der Neugeborenen.

Stillen

Die Hirslanden-Kliniken beschäftigen Stillberaterinnen, die Sie unterstützen und Ihnen zeigen, worauf Sie achten sollten. Sie informieren Sie anlässlich einer gemeinsamen Stillberatung und betreuen Sie individuell in Ihrem Zimmer.

Auch nach dem Spitalaufenthalt steht Ihnen die Stillberaterin Ihrer Geburtsklinik oder eine unabhängige Stillberatung bei Fragen und Unsicherheiten zur Verfügung.

Wir empfehlen, die Mahlzeiten nach dem Trinkbedürfnis Ihres Kindes zu richten. Nach kurzer Zeit wird es seinen eigenen Rhythmus von Trinken, Schlafen und Wachsein finden. Die Stillhäufigkeit und die Trinkmenge sind also sehr individuell.

Stillen Sie Ihr Kind mind. 5- bis 6-mal innerhalb von 24 Stunden, davon mindestens einmal in der Nacht. Dadurch können Sie Ihre Milchproduktion im gewünschten Mass aufrechterhalten. Nach Bedarf können Sie häufiger stillen.

Wenn Ihr Baby während des Stillens einschläft, so wickeln Sie es. Dadurch wacht es wieder auf, und Sie können mit dem Stillen fortfahren. Nehmen Sie eine für Sie und ihr Kind bequeme Position ein. Unterstützen Sie Ihre Position mit einem Stillkissen oder einem normalen Kissen, damit Sie Nacken und Rückenschmerzen vermeiden können.

Vor allem während der Wachstumsschübe Ihres Kindes – jeweils im Alter von 2 bis 3 Wochen, 4 bis 6 Wochen und drei bis vier Monaten – hilft häufiges Stillen, die Milchproduktion zu steigern und sie dem wachsenden Bedarf Ihres Kindes anzupassen.

Die meisten Kliniken – und selbstverständlich alle Hirslanden Kliniken – beschäftigen eine Stillberaterin, die Sie während Ihres Aufenthalts, aber auch zu Hause unterstützen und Ihnen zeigen, worauf Sie achten sollten. Auch nach dem Spitalaufenthalt steht Ihnen die Stillberaterin Ihrer Geburtsklinik oder eine unabhängige Stillberatung bei Fragen und Unsicherheiten zur Verfügung.

Wochenbettdepression

Nach einer Geburt erlebt fast jede Frau Gefühlsschwankungen. Sie erleben Phasen, in welchen Sie sich erschöpft und traurig fühlen und Phasen, in denen Sie überglücklich sind. Dieses "Wechselbad der Gefühle" ist ganz normal. Teilen Sie Ihre Gedanken mit. Falls Sie sich von einem kraftlosen, niedergeschlagenen Zustand nicht erholen können, wenden Sie sich an Ihren Partner, die Mütter- und Väterberatungsstelle oder an Ihren Gynäkologen.

Beim so genannten Baby Blues handelt es sich um ein kurzfristiges Stimmungstief, das normalerweise drei Tage nach der Geburt auftritt. Häufiges Weinen, Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Gereiztheit, Erschöpfung, Angstzustände und Befürchtungen, keine gute Mutter zu sein, sind typische Symptome.

All diese Gefühle sind während zwei Wochen nach der Schwangerschaft normal. Der Grund für das seelisch-körperliche Ungleichgewicht ist oft die hormonelle Umstellung nach der Geburt. Aber auch die neuen Lebensumstände können für den Baby Blues mitverantwortlich sein.

Verständnis, Zuwendung und viel Geduld helfen der Mutter das seelische Tief zu überwinden. Gerade in dieser Zeit sollte man sich im Haushalt und bei der Babypflege vom Partner, der Familie und Freunden unterstützen lassen.

Halten die Symptome des Baby Blues weiter an, kann sich eine postnatale Depression entwickeln. Die postnatale Depression ist wesentlich schwerwiegender als der Baby Blues. Dann ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen.

Wochenbettgymastik

Während den ersten acht Wochen nach der Geburt (Wochenbett) sollten Sie sich körperlich schonen. Versuchen Sie Arbeiten zu delegieren und gönnen Sie sich Ruhephasen. Wenn Sie mit einem Kaiserschnitt entbunden haben, dann heben Sie die ersten sechs Wochen danach keine Lasten über fünf Kilogramm.

Physiotherapeutinnen und -therapeuten zeigen Ihnen spezielle Übungen, damit Sie sich körperlich schneller wieder fit fühlen. Die spezielle Rückbildungsgymnastik hilft, Ihre Bauchmuskulatur zu straffen, den Beckenboden zu stärken und fördert Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden. Achten Sie darauf, den Körper in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt nicht unnötig zu belasten.

Körperhygiene

In den ersten sechs Wochen nach der Geburt sollten Sie Ihrer Körperhygiene besondere Aufmerksamkeit schenken. In dieser Zeit ist Ihr Körper anfälliger für Infektionen. Wechseln Sie die Monatsbinden häufig und benutzen Sie in der Klinik nach jedem Wasserlösen die Spülflasche für den Intimbereich. Bis der Wochenfluss versiegt, dauert es etwa vier bis sechs Wochen. Wir empfehlen Ihnen auch, sich während dieser Zeit nur zu duschen oder sich zu waschen, und kein Vollbad zu nehmen.

Rooming-in

Die Hirslanden Geburtenabteilungen bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihr Baby rund um die Uhr in Ihrem Zimmer zu haben. Auf diese Weise lernen Sie das Wesen Ihres Kindes und seine Bedürfnisse am besten kennen. Wenn Sie sich jedoch zwischendurch ausruhen möchten, wacht das Pflegefachpersonal im Babyzimmer aufmerksam über Ihr Baby.