Ein geplanter Kaiserschnitt ist ein bedeutender Schritt – für viele werdende Eltern mit gemischten Gefühlen verbunden. Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen rund um den geplanten Eingriff: vom Eintritt in die Klinik über die Narkoseverfahren, die medikamentöse und körperliche Vorbereitung bis hin zum Aufenthalt, der Verpflegung und der Zeit nach der Geburt. Unser Ziel ist es, Ihnen mit klaren, verständlichen Informationen Sicherheit zu geben und offene Fragen im Vorfeld zu klären – damit Sie diesem besonderen Moment mit Ruhe und Vertrauen begegnen können.

Eintritt

Etwa 24 Stunden vor dem Eingriff erwartet Sie die Hebamme zur Blutentnahme und zum Anästhesiegespräch (wichtig wegen des Antikörpersuchtests). Danach dürfen Sie wieder nach Hause gehen. In der Regel treten Sie 4 Stunden vor dem Kaiserschnitt in die Klinik ein. Die Hebamme kontrolliert das Kind, bereitet Sie für den Eingriff vor und bespricht mit Ihnen den Ablauf des Kaiserschnitts.

Essen

Am Tag des Kaiserschnitts dürfen Sie in der Regel 6 Stunden vor der Operation keine Speisen oder Getränke mehr zu sich nehmen. Weitere Informationen erhalten Sie mit dem Einladungsbrief zum Kaiserschnitt.

Anästhesie

Die Anästhesieärztin oder der Anästhesiearzt bespricht mit Ihnen beim Klinikeintritt die Anästhesie und den Verlauf des Eingriffs und verordnet Ihnen Medikamente, die Sie vor dem Kaiserschnitt einnehmen müssen.

Anästhesie-Sprechstunde

Wünschen Sie vor dem Eintritt ein Gespräch mit einer Anästhesieärztin oder einem Anästhesiearzt, so haben Sie die Möglichkeit, sich via Patientenaufnahme (T +41 44 209 22 71) zur Anästhesie-Sprechstunde anzumelden. Bei spezieller Krankheitsgeschichte oder besonderen kulturellen oder religiösen Wünschen bitten wir Sie, uns frühzeitig zu kontaktieren.

Körperliche Vorbereitung

Damit der Kaiserschnitt optimal durchgeführt werden kann, bitten wir Sie, folgende Vorbereitungen zu treffen:

  • Haarentfernung am Schambein
  • Abschminken des Gesichts und Entfernen des Nagellacks (Hygiene)
  • Ablegen von Schmuck und Piercings (Anschwellungsgefahr der Gelenke), Haarspangen und Haarteilen (Hygiene)
  • Entfernen von Kontaktlinsen (Entzündungsgefahr für die Augen)

Der Kaiserschnitt

Es ist so weit: Die Hebamme bringt Sie in den in die Geburtenabteilung integrierten Operationssaal. In der warmen, geschützten Atmosphäre dieses Saals bereitet die Anästhesie-Fachperson die Überwachung Ihrer Herztätigkeit und des Kreislaufs vor. Zusammen mit der Anästhesieärztin oder dem Anästhesiearzt übernimmt sie auch Ihre persönliche Betreuung während des Kaiserschnitts, der von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt durchgeführt wird. Selbstverständlich kann Ihnen Ihr Partner während des Kaiserschnitts zur Seite stehen.

Unmittelbare Betreuung

Das Kind wird nach dem Kaiserschnitt durch die kinderärztliche Fachperson und die Hebamme betreut. Die Hebamme fördert den Bondingprozess und unterstützt Sie beim Stillen, indem sie Ihnen und dem Neugeborenen bereits während der Operation Hautkontakt ermöglicht. Das Neugeborene darf während des gesamten Kaiserschnittes die Nähe zu seiner Mutter geniessen. Hierfür wird es in ein spezielles Bonding-Top auf die Haut der Mutter gelegt. Das erste Ansetzen erfolgt unmittelbar in der ersten Stunde nach dem Kaiserschnitt.

Persönliche Pflege und Betreuung

Als eingespieltes Team überwachen die Fachärztin oder der Facharzt Anästhesie, Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe und die Hebamme Ihr Wohlergehen vor, während und in den ersten Stunden nach dem Kaiserschnitt. Uns ist es wichtig, dass die kleine Familie in einer ungestörten Atmosphäre zusammenbleiben und sich erholen kann.

Anästhesie bei Kaiserschnitt

Wenn immer möglich, wird ein Verfahren der Regionalanästhesie gewählt, am häufigsten die Spinalanästhesie. Auch eine Periduralanästhesie (PDA) kann angewendet werden; vor allem wenn zuvor zur Linderung der Wehenschmerzen ein Periduralkatheter gelegt wurde, sich aber im Laufe der Geburt ein Kaiserschnitt als notwendig erweist. Bei beiden Verfahren bleiben Sie während des Kaiserschnitts wach und können die Geburt Ihres Kindes bewusst miterleben. Selten einmal kann bei einem Kaiserschnitt eine Allgemeinanästhesie notwendig werden. Dabei werden das Schmerzempfinden und das Bewusstsein ausgeschaltet, und Sie schlafen.

Was ist der Unterschied einer Regionalanästhesie bei einer spontanen Geburt und einer für einen Kaiserschnitt?

Da bei einem Kaiserschnitt die Schmerzempfindung vollständig aufgehoben werden muss, ist hier der Grad der Betäubung viel stärker. Dies wird durch den Einsatz stärkerer Medikamente ermöglicht. Während bei der Spontangeburt die Fähigkeit zum Pressen erhalten bleiben soll, wird beim Kaiserschnitt die Beweglichkeit der unteren Körperhälfte meist vollständig ausgeschaltet. Was Technik, Ablauf, Risiken und Nebenwirkungen betrifft, besteht kein Unterschied.

Wann wird für den Kaiserschnitt eine Allgemeinanästhesie durchgeführt?

Eine Allgemeinanästhesie kann notwendig werden, wenn eine Regionalanästhesie technisch nicht möglich ist oder wenn medizinische Gründe (wie eine Störung der Blutgerinnung, Infektion usw.) dagegensprechen. Auch können gewisse geburtshilfliche Faktoren wie eine akute Blutungsgefahr eine Allgemeinanästhesie notwendig machen.

Welches sind die Risiken einer Allgemeinanästhesie?

Zu den Risiken einer Allgemeinanästhesie gehört der Übertritt von Mageninhalt in die Lungen, was zu einer schweren Lungenentzündung führen kann. Gerade während der Schwangerschaft wird Ihre Anästhesieärztin oder Ihr Anästhesiearzt besondere Vorkehrungen zu Ihrem Schutze treffen. Sehr selten sind allergiebedingte Unverträglichkeitsreaktionen, die ernsthafte Herz-, Kreislauf- oder Beatmungsprobleme auslösen können. Schliesslich kann es – ebenfalls sehr selten – zur Beschädigung von Zähnen und Zahnersatz oder zu Verletzungen im Mund oder Kehlkopf kommen. Auch Nervenschäden durch die Lagerung während der Operation sind glücklicherweise selten.

Schadet die Allgemeinanästhesie meinem Kind?

Allgemeinanästhesien für Kaiserschnitte werden seit vielen Jahrzehnten weltweit durchgeführt und sind für Mutter und Kind sehr sicher. Fachgerecht durchgeführt, stellen sie für das Neugeborene keine relevante Belastung dar.

Anästhesie-Sprechstunde

Im persönlichen Gespräch wird Ihre Anästhesieärztin oder Ihr Anästhesiearzt sich bemühen, auf alle Ihre Fragen einzugehen. Aus rechtlichen Gründen ist es notwendig, dass Sie Ihre schriftliche Einwilligung zu den Massnahmen geben. Zögern Sie deshalb nicht, frühzeitig mit uns Kontakt aufzunehmen, sodass wir im Rahmen der Anästhesie-Sprechstunde Ihre Fragen beantworten und Unklarheiten beseitigen können. Wichtig ist, dass Sie vor der Geburt Ihres Kindes informiert sind und dem Ereignis ohne Ängste oder Befürchtungen entgegensehen können. Terminvereinbarung Anästhesie-Sprechstunde: T +41 44 209 22 71.