Ein weinendes Baby kann Eltern zur Verzweiflung bringen. Die Eltern fühlen sich oft hilflos und überfordert. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Babys weinen, und einige sind schnell zu beheben. Es braucht immer viel Geduld, innere Ruhe und Belastbarkeit. Versuchen Sie, nicht nervös zu werden, ein Baby darf weinen. Vielleicht hat es auch einfach nur Hunger!

Hunger oder volle Windel

Am häufigsten weinen Babys, weil sie Hunger haben. Also zögern Sie nicht, dem Baby Nahrung anzubieten. Wenn es hungrig ist, wird es sich mit dem Saugen an der Brust oder, falls Sie nicht stillen, an der Flasche beruhigen. Lassen Sie das Baby nach der Mahlzeit oder auch zwischendurch gut aufstossen.

Einigen Babys ist es nicht mehr wohl, wenn die Windel voll ist. Dies ist schnell zu beheben, indem Sie Ihrem Kind eine frische Windel anziehen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihrem Baby bei angenehmer Raumtemperatur die Windeln wechseln und ihm nur so viel wie nötig ausziehen. Babys frieren schnell.

Körperkontakt

Gut vorstellbar ist auch, dass es dem Baby in seiner Position nicht mehr bequem ist. Die Neugeborenen können sich noch nicht selber drehen. Sie sind auf Ihre Hilfe angewiesen. Versuchen Sie, das Baby anders hinzulegen oder es eine Weile zu sich zu nehmen.

Babys weinen auch, wenn es ihnen langweilig ist oder sie auf den Arm genommen werden wollen. Scheuen Sie sich nicht, Ihr Kind herumzutragen. Die Kleinen brauchen den Körperkontakt, um sich geborgen und sicher zu fühlen.

Neue Eindrücke und Reize

Babys weinen oftmals auch nach einem anspruchsvollen Tag. Hatten Sie viel Besuch? Waren Sie lange unterwegs? War es laut? Solche und noch andere Reize können ein Baby irritieren und überfordern. Das soll nicht heissen, dass Sie nur noch zu Hause sitzen dürfen. Versuchen Sie jedoch, nach intensiven Tagen mehr Geduld und Verständnis für Ihr Baby aufzubringen. Tragen Sie es mit sich herum oder versuchen Sie, eine ruhige und entspannte Atmosphäre zu schaffen. So wird sich Ihr Baby langsam beruhigen können.

Verständnis zeigen

Will sich Ihr Baby nicht beruhigen, so nehmen Sie es fest in die Arme. Tun Sie dies auch, wenn es sich vorerst dagegen zu wehren scheint. Ein Baby darf auch einmal weinen. Vergleichen wir es mit uns Erwachsenen: Es gibt auch bei uns Tage, an denen wir schlechter Laune oder mit dem «falschen Bein» aufgestanden sind. Wahrscheinlich gibt es solche Tage auch bei Babys. Zeigen Sie hier Verständnis, nehmen Sie Ihr Kind in die Arme oder tragen Sie es im Tragetuch umher. Es soll spüren, dass Sie für Ihr Baby da sind. Versuchen Sie es mit sanfter Musik, die Sie während der Schwangerschaft bereits gehört haben.

Anfangs weinen Babys sehr oft. Der Höhepunkt des Weinens ist ungefähr im Alter von 6 Wochen. Danach sollte das Weinen wieder abnehmen. Testen Sie verschiedene Methoden und Techniken, die Ihnen persönlich zusagen. Nehmen Sie die gut gemeinten Ratschläge von Verwandten und aus dem Freundeskreis dankend entgegen. Jedoch sollten Sie selbst entscheiden, was für Ihr Kind und auch für Sie gerade richtig ist. Vielleicht können die Ratschläge zu einem späteren Zeitpunkt ganz nützlich sein. Es gibt so viele verschiedene Gründe, weshalb Kinder weinen, wie es Kinder gibt. Und ebenso viele Möglichkeiten, ein Kind zu trösten und zu beruhigen.

Schreibabys

Es gibt Babys, die übermässig und anhaltend über einen längeren Zeitraum weinen und sich durch nichts trösten lassen. Diese Kinder werden umgangssprachlich «Schreibabys» genannt. Als grobe Definition eines Schreibabys können folgende Anhaltspunkte dienen: Das Baby

schreit …

• mehr als 3 Stunden pro Tag

• an mehr als 3 Tagen pro Woche

• während mehr als 3 aufeinanderfolgenden Wochen

Den Stress, der von einem dauernd weinenden, schreienden oder quengelnden Baby ausgeht, darf man nicht unterschätzen – auch wenn das Baby weniger schreit als oben beschrieben. Es beeinflusst das körperliche und seelische Wohlbefinden aller Beteiligten. Nutzen Sie in diesem Fall bestehende Institutionen wie z. B.

• Konsultation Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes

• Besuch der Mütter-/Väterberatung

• Kontakt mit der Stillberatung

• Websites wie www.schreibaby.ch oder www.schreibabyhilfe.ch

Schreiendes Baby