Uns liegt es besonders am Herzen, dass Sie sich vor dem Austritt aus der Klinik gut vorbereitet und sicher im Umgang mit Ihrem Baby fühlen. Daher möchten wir Ihnen alle wichtigen Informationen für die Zeit zu Hause mitgeben. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht zu verschiedenen Themen rund um Mutter, Baby und Vater – wie z.B. Ernährung, Medikamente, Stillberatung, Trinkmenge und vieles mehr. So sind Sie bestens informiert und können sich mit gutem Gefühl auf die Zeit nach der Geburt einlassen.
Für die Mutter
Ernährung während der Stillzeit
Grundsätzlich besteht kein Anlass, während der Stillzeit die gewohnte Ernährung zu ändern. Wir empfehlen Ihnen eine ausgewogene, reichhaltige und gesunde Ernährung, das heisst viel Obst, Gemüse, Vollkorn und Milchprodukte, Fleisch oder Fisch auf 5–6 Mahlzeiten verteilt. Die Qualität und Menge der Muttermilch können Sie nicht wesentlich beeinflussen.
Trinken Sie genug (etwa 2 1/2 Liter/Tag). Pfefferminz- und Salbeitee eignen sich nicht, da sie die Milchproduktion beeinträchtigen. Kaffee ist bis zu 5 Tassen unbedenklich. Eine gewisse Zurückhaltung empfehlen wir Ihnen gegenüber Milchprodukten wegen des erhöhten Allergierisikos und gegenüber Nahrungsmitteln, die den Geschmack der Muttermilch beeinflussen können. Dazu gehören Spargeln, Zwiebeln, Knoblauch, Rhabarber. Rohes Fleisch, Sushi und Tatar hingegen können wieder unbedenklich konsumiert werden.
Körperhygiene
In den ersten 6 Wochen nach der Geburt ist Ihr Körper anfälliger für Infektionen, daher sollten Sie Ihrer Körperhygiene noch mehr Aufmerksamkeit schenken als sonst. Die Blutung nach der Geburt dauert bis zu 4 Wochen, wobei sie stets abnimmt. Falls die Blutung länger andauert oder sich verstärkt, nehmen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Kontakt auf.
Medikamente
Nehmen Sie Medikamente nur nach Absprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt ein. Nächste ärztliche Kontrolle: Bitte vereinbaren Sie einen Termin zur Nachkontrolle nach etwa 6 Wochen.
Hebamme zu Hause
Wir empfehlen Ihnen, schon frühzeitig eine Hebamme für die Betreuung zu Hause nach der Geburt zu organisieren. Die Hebammen des Teams der Klinik Im Park können eine begrenzte Anzahl an Wöchnerinnen betreuen, die in der Stadt Zürich oder am linken Zürichseeufer wohnen.
Bitte kontaktieren Sie uns diesbezüglich über T +41 79 819 32 85. Ansonsten finden Sie freiberufliche Hebammen auf der Website des Schweizerischen Hebammenverbandes: www.hebamme.ch
Stillberatung nach Ihrem Austritt
Nach Ihrem Austritt übernimmt die Krankenkasse zusätzlich zur Hebammenbetreuung 3 Stillberatungen. Diese können Sie entweder bei Ihrer nachbetreuenden Hebamme oder bei uns in der Klinik im Rahmen der ambulanten Stillberatung wahrnehmen.
Stillberatung Klinik Im Park T +41 44 209 2300
Mütter- und Väterberatung
Die Mütter- und Väterberatung steht Ihnen in Ihrer Wohngemeinde zur Verfügung und unterstützt Sie bei Fragen rund um Ihr Baby. Die Mütter- und Väterberatung ist eine gute Ergänzung nach dem Wochenbett und für die Kinderärztin oder den Kinderarzt. Die Anmeldung erfolgt auf Wunsch in der Klinik.
Baby-Blues
Durch die hormonelle Umstellung kann Ihre Gefühlswelt für ein paar Tage ins Wanken geraten. Lassen Sie die Tränen zu, dies ist ganz normal. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie mit jemandem über Ängste oder Sorgen sprechen können; die Pflegefachpersonen, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt oder die Mütterberatung können Sie in dieser Situation unterstützen.
Tragen von schweren Gegenständen
Nach der Geburt sollten Sie nicht schwer tragen, das heisst etwa das Gewicht Ihres Babys, jedoch keine Getränkekisten, schweren Einkaufstaschen oder Ähnliches.
Wochenbettgymnastik ab der 1. bis 2. Woche
Alle Übungen sollen schmerzfrei und anfangs mit minimaler Spannung durchgeführt werden (vor allem Übungen 1a–e). Sie sind aufbauend zusammengestellt und eignen sich für die ersten 8 Wochen nach der Geburt. Anfangs sollten Sie insgesamt maximal 20–30 Minuten am Tag üben, nach 4–5 Wochen dürfen die Übungen im Bereich von 3 x 12 Wiederholungen gemacht werden. Nach der ärztlichen Abschlusskontrolle (ca. nach 6–8 Wochen) können Sie wieder mit Sport beginnen und/oder mit der Rückbildungsgymnastik starten.
1. Rückenlage
a) Stoffwechsel anregen/Thromboseprophylaxe/Entstauung der Beine:
Abwechselnd die Füsse nach innen und aussen kreisen. Beugen und strecken Sie zwischendurch Ihre Füsse und Ihre Knie. Wechseln Sie das Bein, sobald die eine Seite müde wird. Führen Sie diese Übung so lange durch, bis die Waden- und Fussmuskulatur erwärmt ist.
b) Bauchatmung/Zwerchfellaktivierung:
Legen Sie die Hände auf den Bauch. Atmen Sie langsam ein und aus. Spüren Sie, wie sich Ihr Bauch beim Einatmen hebt (das Zwerchfell schiebt die Bauchorgane nach unten) und beim Ausatmen wieder senkt. Bei Kaiserschnitt: Durch den Kaiserschnitt ist eine Wunde entstanden, die mindestens 10 Tage zum Heilen braucht. Beachten Sie in diesen ersten Tagen beim Aufstehen, Husten, Niesen, Pressen und Lachen, dass Sie mit beiden Händen (oder mit einer Tuchrolle) flächig Gegendruck auf die Narbe geben.
c) Bauchspannung/-aktivierung:
Legen Sie die Hände auf Ihren Unterbauch. Versuchen Sie, beim Ausatmen eine leichte Spannung aufzubauen, indem Sie den Bauchnabel nach innen zur Wirbelsäule hin ziehen und beim Einatmen wieder entspannen. Machen Sie zwei Atemzüge lang Pause und beginnen Sie die Übung erneut.
d) Beckenbodenspannung/-aktivierung:
Versuchen Sie, beim Ausatmen Ihren Beckenboden zu aktivieren. Verhalten Sie sich dazu so, wie wenn Sie auf der Toilette den Urinfluss unterbrechen würden. Beim Einatmen die Spannung langsam wieder lösen.
e) Brücke:
Nach dem Einatmen spannen Sie Ihre Bauch- und Beckenbodenmuskulatur leicht an. Während des Ausatmens heben Sie nun das Becken so ab, dass sich ein Wirbel nach dem anderen von der Unterlage löst. Legen Sie das Becken danach in einer fliessenden Bewegung wieder ab (versuchen Sie dabei die Spannung während der ganzen Bewegung beizubehalten). Machen Sie 2 Atemzüge lang Pause, entspannen Sie sich und beginnen Sie dann die Übung erneut.
2. Knie-Ellbogen-Stand
a) Platzieren Sie Ihre Knie unterhalb der Hüftgelenke und etwa hüftbreit auseinander, die Ellbogen unterhalb der Schultergelenke und halten Sie den Rücken gerade. Der Beckenboden wird in dieser Position grundsätzlich entlastet, die Gebärmutter kehrt an ihren ursprünglichen Platz zurück und der Wochenfluss kann gut abfliessen. Atmen Sie ruhig ein und aus. Bleiben Sie in dieser Haltung, solange es für Sie angenehm ist.
b) Spannen Sie beim Ausatmen den Beckenboden leicht an und lassen Sie ihn beim Einatmen in den Bauch wieder los.
3. 4-Füssler-Stand
a) Versuchen Sie, auch aus dieser Position gut in den Bauch zu atmen. Während des Ausatmens die Beckenboden- und Bauchmuskulatur aktivieren und während des Einatmens loslassen.
b) Beim Einatmen die Ausgangsposition halten. Beim Ausatmen einen runden Rücken (Katzenbuckel) machen und zum Bauchnabel schauen.
c) Beim Ausatmen (Beckenboden und Bauch sind dabei aktiviert) den linken Arm und das rechte Bein nach vorne bzw. hinten wegstrecken. Dabei sollte der Rücken stabil und gerade bleiben. Beim Einatmen wieder die Ausgangsposition einnehmen und anschliessend wechseln (rechter Arm/linkes Bein).
4. Stand
a) Stehen Sie hüftbreit, die Hände liegen auf Ihrem Brustbein. Gehen Sie nun während des Ausatmens in die Knie – der Rücken muss dabei gerade bleiben und die Belastung über die gesamten Fusssohlen verteilt sein. Beim Einatmen (Beckenboden und Bauch sind dabei gespannt) kehren Sie in die Ausgangsposition zurück. Gehen Sie nicht tiefer in die Knie, als Ihre Beinmuskulatur zulässt und wieder hochstossen kann.
b) Liegestützen zur Wand: Platzieren Sie Ihre Hände an der Wand auf Schulterhöhe, etwa schulterbreit, und halten Sie den Rücken gerade.
1. Stützen Sie sich während des Einatmens zur Wand nach vorne (der ganze Körper ist dabei angespannt). Während des Ausatmens stossen Sie sich über die Arme wieder zurück in die Ausgangsposition. Beckenboden und Bauch sind dabei angespannt.
2. Bleiben Sie in der «Liegestützposition» an der Wand und heben Sie, ohne Rumpf oder Becken zu bewegen, abwechselnd die Hände etwas von der Wand. Bei Beschwerden am Bewegungsapparat (z. B. Symphysenlockerung oder Iliosakralgelenkschmerz) fragen Sie bitte nach einer individuellen Physiotherapie-Beratung.
Für das Baby
Stillen, Schoppen & mehr
Stillen
Wir empfehlen, die Mahlzeiten nach dem Trinkbedürfnis Ihres Babys zu richten. Nach kurzer Zeit wird es seinen eigenen Rhythmus finden, so ist die Häufigkeit sehr individuell (5 bis 8 Mal/Tag). In den ersten Monaten während der Wachstumsschübe hilft häufigeres Stillen. Die Milchproduktion wird gesteigert und an den Bedarf Ihres Babys angepasst.
Umgang mit Muttermilch
Die Muttermilch kann wie folgt aufbewahrt werden:
• 4 bis 6 Stunden bei Raumtemperatur
• 3 Tage im Kühlschrank
• 3 Monate im Tiefkühlabteil des Kühlschranks
• 6 Monate im Gefrierschrank
Gefrorene Muttermilch sollte zunächst unter fliessend kaltem und dann unter fliessend warmem Wasser aufgetaut werden. Danach wird sie im Wasserbad erwärmt. Das Gleiche gilt für Muttermilch aus dem Kühlschrank. Die Muttermilch nicht in der Mikrowelle erwärmen. Bereits erwärmte Muttermilch darf nicht mehr in den Kühlschrank zurückgestellt und danach wieder erwärmt werden. Es empfiehlt sich, eine nicht allzu grosse Menge von Muttermilch zu erwärmen. Lieber wärmen Sie nochmals eine kleinere Menge nach, falls das Kind noch Hunger hat.
Ernährung mit Pulvermilch
Bei der Ernährung Ihres Babys mit Pulvermilch richtet sich die Trinkmenge nach dem aktuellen Körpergewicht, aber vor allem nach dem Bedürfnis. Die Tagesmenge liegt etwa bei 1/6 des Körpergewichts, verteilt auf 5 bis 6 Mahlzeiten. Die Anleitung zur Zubereitung finden Sie auf jeder Packungsbeilage. Sie können die Trinkmenge für einen Tag zubereiten und diese im Kühlschrank während 24 Stunden aufbewahren.
Aufbewahrung von Muttermilch
Im Spital kann die Muttermilch aus hygienischen Gründen nur 48 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Zu Hause dürfen Sie die Muttermilch bis 5 Tage im Kühlschrank hinten an der Wand lagern oder im Gefrierfach des Kühlschranks bis zu 3 Monate. In einem separaten Gefrierer (bis –19 °C) können Sie die Muttermilch bis zu 6 Monate einfrieren. Wichtig ist, dass nur gleich temperierte Milch zusammen gelagert wird. Es zählt stets das Datum der ältesten Muttermilch. In Ausnahmefällen kann die Muttermilch bis zu 8 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen werden. Aufgetaute Muttermilch muss innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht und darf nur einmal erwärmt werden.
Tagestrinkmenge:
4. Tag: 6 × 40 ml = 240 ml
5. Tag: 6 × 50 ml = 300 ml
6. Tag: 6 × 60 ml = 360 ml
7. Tag: 6 × 70 ml = 420 ml
8. Tag: 6 × 80 ml = 480 ml
9. Tag: 5 × 100 ml = 500 ml
10. Tag: 5 × 110 ml = 550 ml
Ab dem 11. Tag beträgt die Tagestrinkmenge 1/6 des Körpergewichts.
Zum Beispiel:
3000 g : 6 = 500 ml
500 ml : 6 = 84 ml
(Wenn das Kind alle 4 Stunden trinkt)
500 ml : 8 = 63 ml
(Wenn das Kind alle 3 Stunden trinkt)
Das Kind darf immer mehr trinken als die vorgeschriebene Trinkmenge, weniger ist nicht gut.
Reinigen von Schoppenflaschen, Saugern und Nuggis (Schnullern)
Reinigen Sie die Schoppenflaschen (Babyflaschen) mit einer Flaschenbürste und spülen Sie sie anschliessend heiss aus. 2 × pro Woche empfiehlt sich ein Auskochen oder ein Waschgang im Geschirrspüler. Ein zusätzlicher Spülgang ist sinnvoll, um allfällige Rückstande des Glanzmittels zu entfernen. Milchreste in den Saugern lösen sich besser, wenn Sie vor dem Reinigen etwas Salz in die Sauger geben.
Flüssigkeitsbedarf
Ihr Baby braucht grundsätzlich keine zusätzliche Flüssigkeit, unabhängig davon, ob Sie es stillen oder mit Pulvermilch ernähren. Als therapeutische Massnahme bei Bauchschmerzen können Sie Ihrem Baby ein wenig schwachen, ungesüssten Fencheloder Kümmeltee geben.
Gewicht
In der Klinik wurde Ihr Baby regelmässig nackt gewogen. Zu Hause genügt eine wöchentliche Kontrolle bei der Mütter- und Väterberatung. Laut Empfehlung der WHO sollte die Gewichtszunahme in den ersten 3 Monaten bei 30 g/Tag bzw. 210 g/Woche liegen. Die Mindestgewichtszunahme sollte 20 g/Tag bzw. 140 g/Woche betragen.
Ausscheidung
Ihr Baby sollte eine regelmässige Urinausscheidung (nasse Windeln) haben. Der Stuhlgang ist sehr weich und die Häufigkeit sehr individuell (bei gestillten Babys einmal pro Woche bis mehrmals täglich).
Kinderärztin/Kinderarzt
Nach dem Austritt aus der Klinik findet die erste Kontrolle bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt im Alter von etwa einem Monat statt. Ihr Kinderarzt informiert Sie über die Impfungen. Die erste Impfung wird mit etwa zwei Monaten gemacht. Die weiteren Kontrollen wird Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt mit Ihnen besprechen.
Milchschorf
Milchschorf ist eine Hautausschuppung bei Säuglingen, die meist normal ist. Die Ursache ist bislang unbekannt. Häufig ist sie aber eine Anlage zur Entwicklung von Allergien. Solange der Milchschorf nur die Kopfhaut bedeckt, ist er meist harmlos. Zieht er sich aber ins Gesicht hinein – typischerweise in die Augenbrauen –, sollten Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt aufsuchen. Der normale Milchschorf kann mit einem hochwertigen Öl (Oliven- oder Mandelöl) eingeölt werden. Massieren Sie das Öl zum Beispiel abends in die Kopfhaut ein und waschen Sie es am anderen Morgen nach dem Auskämmen der Schuppen mit einem milden Babyshampoo aus.
Mit dem Baby unterwegs
Sie entscheiden selbst, wie oft und wie Sie mit Ihrem Baby nach draussen gehen. Vom Tragetuch, Babybjörn oder Ergo Carrier über den Kinderwagen bis hin zum Autositz gibt es viele Möglichkeiten. Kleiden Sie Ihr Baby dem Wetter entsprechend. Wichtig ist, dass Ihr Baby anfangs nicht stundenlang im Transportmittel sein muss, da dies für den Rücken nicht das Beste ist. Lassen Sie sich im Fachhandel genau zeigen, wie der Autositz richtig in Ihrem Fahrzeug befestigt wird. Für Fragen steht Ihnen natürlich auch das Pflegefachpersonal der Klinik zur Verfügung.
Sonnenschutz
Chemische Sonnenschutzmittel sollten im ersten Lebensjahr möglichst nicht angewandt werden, weil die UV-Filter eine zu grosse Belastung für die Babyhaut darstellen. Jedoch ist es wichtig, dass Ihr Baby keinen Sonnenbrand bekommt, da das Risiko für späteren Hautkrebs gross ist. Die beste Vorbeugung ist das Spielen im Schatten unter einem Sonnenschirm, dazu luftige, aber schützende Kleidung inklusive Sonnenhut und Sonnenbrille. Die noch freie Haut (Arme, Hände, Gesicht) sollte mit einem Sonnenschutzmittel mit Mikropigmenten eingecremt werden, welche die UV-Strahlen nicht chemisch ausfiltern, sondern wie ein Spiegel reflektieren. Es gibt auch spezielle UV-Schutz-Anzüge, die kurze Ärmel und Beine haben und die empfindlichen Zonen optimal schützen. Zwischen 11 und 16 Uhr sollte die Sonne generell gemieden werden.
Tag- und Nacht-Rhythmus
Der ausgeprägte Schlaf-wach-Rhythmus stellt sich erst im Laufe des ersten Lebensjahres ein. Vorher gibt es den Tag-und-Nacht-Rhythmus noch nicht. Das Baby wacht auf, wenn es ausgeschlafen ist, und schläft ein, wenn es müde ist. Sie können Ihr Baby dabei unterstützen, den richtigen Rhythmus zu finden, wenn Sie die natürlichen Gegebenheiten nicht durchbrechen. Wacht Ihr Baby nachts auf, machen Sie möglichst wenig Licht an, sprechen Sie wenig und leise. Nachts müssen Sie Ihr Baby nicht unbedingt wickeln (ausser es hat einen wunden Po).
Ein Baby braucht in den ersten Lebenswochen etwa 14–18 Stunden Schlaf. Meistens sind die Babys nur zu den Mahlzeiten, beim Wickeln und beim Baden wach. Empfohlen wird zum Schlafen die Rückenlage. Legen Sie Ihr Baby am Tag gelegentlich auf die Seite (nur wenn keine Hüftprobleme vorliegen!) und unter Aufsicht auf den Bauch. Unbeaufsichtigt sollte Ihr Baby nicht auf dem Bauch liegen, wegen des erhöhten Risikos des plötzlichen Kindstodes (siehe nachfolgendes Unterkapitel). Tagsüber, wenn Sie Ihr Baby beaufsichtigen, dürfen Sie es ruhig so betten. Dies stärkt seine Nacken-, Rücken- und Bauchmuskulatur.
Als Raumtemperatur für Ihr Baby sind 18 Grad Celsius optimal. Sie können selbst entscheiden, ob Sie für Ihr Baby ein Duvet, einen Schlafsack oder eine Zewi-Decke benutzen möchten. Achten Sie darauf, dass keine Schnüre oder Bänder (z. B. von Schlafsachen) in der Reichweite Ihres Babys sind. Ein Kopfkissen braucht es in den ersten zwei Lebensjahren nicht. Auch wird von Fellen eher abgeraten, da diese eine Überwärmung provozieren können. Ein Fell eignet sich jedoch gut als Kälteschutz im Kinderwagen.
Der plötzliche Kindstod
Der plötzliche Kindstod (SIDS) ist der plötzliche, unerwartete Tod eines anscheinend gesunden Babys. Der Tod tritt während des Schlafes ein und trifft vor allem Babys im ersten Lebensjahr. Vom plötzlichen Kindstod spricht man nur, wenn bei der Obduktion keine andere Ursache festgestellt werden konnte. Vom plötzlichen Kindstod sind weniger als 0,1 % der Babys betroffen. Mit zunehmender Reife des Babys verringert sich dieses Risiko. Der plötzliche Kindstod ist immer noch ungeklärt und unvorhersehbar. Vermutet wird ein multifaktorielles Geschehen, das zum plötzlichen Herz-/Atemstillstand führt.
Empfehlungen der Swiss Society of Paediatrics:
• Vermeiden Sie das Rauchen und achten Sie auf eine rauchfreie Umgebung.
• Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken.
• Schützen Sie Ihr Baby vor Überwärmung.
• Bemühen Sie sich um einen geregelten Tagesablauf für Ihr Baby im ersten Lebensjahr.
• Versuchen Sie möglichst, Ihr Baby zu stillen.
• Behalten Sie Ihr Baby wenn immer möglich in Ihrer Nähe und pflegen Sie Körperkontakt mit ihm.
• Gehen Sie mit Ihrem Baby regelmässig zur ärztlichen Abklärung.
(www.swiss-paediatrics.org)
Für den Vater
Kurz nach der Geburt
- Verbringen Sie viel Zeit mit Ihrer Frau und dem Kind.
- Ihre Frau wird sehr erschöpft sein. Verwöhnen Sie sie.
- Nehmen Sie z. B. Telefonanrufe entgegen und schützen Sie Ihre Frau und Ihr Kind vor zu viel Besuch.
Rund um Ihr Baby
- Helfen Sie in der Babypflege mit. Gerade während der ersten Tage können Sie Ihrer Frau dies abnehmen, insbesondere nach einem Kaiserschnitt.
- Lassen Sie sich die Babypflege von der Pflegefachperson auf der Station erklären.
- Lassen Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten des Tragens instruieren.
So können Sie Ihr Baby beruhigen
- Nehmen Sie es auf den Arm.
- Wiegen Sie es im Arm.
- Reden Sie beruhigend mit ihm.
- Machen Sie mit dem Kind im Tragetuch einen kleinen Spaziergang.
Ernährung des Kindes
Wenn das Kind gestillt wird:
- Falls das Baby beim Stillen immer wieder einschläft, können Sie es an den Händen und Füssen stimulieren, damit es wach bleibt und weitertrinkt.
- Bieten Sie Ihrer Frau etwas zu trinken an. Durch das Stillen bekommt sie Durst.
- Halten Sie Ihr Kind nach dem Stillen hoch, damit es aufstossen kann.
Wenn das Kind die Flasche bekommt:
- Wechseln Sie sich mit Ihrer Frau ab beim Schoppengeben und lassen Sie sich vom Pflegefachpersonal instruieren.
So können Sie Ihre Frau unterstützen
Die Zeit im Wochenbett ist sehr aufregend für Ihre Partnerin und auch für Sie. Das Kennenlernen Ihres Kindes steht im Vordergrund. Die hormonelle Umstellung Ihrer Partnerin kann ihre Gefühle ins Schwanken bringen, und es könnte sein, dass sie manchmal weint. Seien Sie sich bewusst, dass diese Gefühle ganz normal sind. In solchen Momenten ist es wichtig, dass Sie für Ihre Partnerin da sind. Falls Sie verunsichert sind, sprechen Sie die Pflegefachperson an. Versuchen Sie auch, die Besuche aus Familien- und Freundeskreis so zu planen, dass es für Sie und Ihre Partnerin nicht zu viel wird. Sie lernen Ihr Kind kennen, die Nahrungsaufnahme des Säuglings muss einen Rhythmus bekommen, die Sicherheit der Säuglingspflege muss hergestellt werden. Es ist wichtig, dass Sie beide sich diese Zeit nehmen. Natürlich können Sie während des Klinikaufenthalts Ihr Baby auch im Kinderzimmer abgeben, um mit Ihrer Partnerin einige Schritte zu gehen oder in unserer Lobby etwas zu trinken.
Kurs- und Behandlungsangebot nach der Geburt
Rückbildungsgymnastik und Beckenbodentraining
Akupunktur hilft gegen Stillprobleme wie Milchstau, wunde Brustwarzen und mangelnde Milchbildung.
Fussreflexzonen-Massage und Kinesiotaping sind auch nach der Geburt hilfreiche Methoden, um diverse Probleme zu behandeln und zum Wohlbefinden beizutragen.
Ayurveda-Massagen wirken stärkend bei Erschöpfungszuständen nach der Geburt und verwöhnen Ihren Körper.
Detaillierte Informationen über unser vielfältiges Kursangebot vor und nach der Geburt finden Sie auf unserer Website: www.hirslanden.ch/impark/kurse
Tipps und Tricks für den Alltag
Rückenschonende Trage- und Hebetechniken zur Unterstützung Ihres Körpers in der besonderen Zeit der Rückbildung.
Aufstehen
Immer über die Seite drehend aufsitzen.
Stillen
Wählen Sie die Position so, dass Ihre Arme bequem aufliegen können und keine Haltearbeit verrichten müssen. Verwenden Sie daher immer genügend Kissen zum Unterlagern sowohl des Babys als auch Ihrer eigenen Arme (im Sitzen sollte das Kissen bis auf Brusthöhe reichen, damit Sie sich nicht nach vorne/unten beugen müssen).
Wickeln
Die Wickelfläche sollte immer auf der richtigen Arbeitshöhe liegen, sodass Sie Ihren Rücken gerade halten können. Im Stehen ist diese auf Beckenhöhe. Wenn möglich stützen Sie sich mit Ihrem Becken an der Arbeitsfläche ab.
Gewichte heben und tragen
Wann immer möglich, lassen Sie andere Personen für Sie heben und tragen. Wenn keine Hilfe da ist, beachten Sie vor allem Folgendes: in die Knie gehen, das Gewicht möglichst nahe zum eigenen Körper nehmen, den Rücken während der gesamten Bewegung gerade halten und nicht über 6–8 kg heben (gilt nach dem Kaiserschnitt, ist aber auch nach einer Spontangeburt empfehlenswert).
1. Zuerst in die Knie gehen, den Maxicosi mit dem Baby zu sich nehmen und sich erst dann mit geradem Rücken über die Beine hochstossen.
2. Mit dem Becken oder den Beinen am Kinderbett anlehnen, sich mit geradem Rücken vorneigen, das Baby heben und nahe zu sich nehmen, sich erst dann aufrichten und das volle Gewicht wieder übernehmen. Der gleiche Ablauf gilt auch für ältere Geschwister im Kinderbett (das Kind kann dabei mithelfen, wenn es sich an Ihnen festhält).
3. Das ältere Kind heben, Varianten a–c: a) Selber sitzen, das Kind auf den Schoss klettern lassen und erst dann nach vorne geneigt über die Kraft der Beine aufstehen.
b) Das Kind auf einen Stuhl klettern lassen, leicht in die Knie gehen, das Kind zu sich nehmen und erst dann mit geradem Rücken über die Beine aufstehen.
c) Selber in die Knie gehen, das Kind zu sich nehmen und dann über die Beine hochstossen. Der Rücken bleibt auch hier die ganze Zeit gerade.
4. Tragetuch und Babycarrier: Tragetuch und Babycarrier vor allem um die Hüften gut festmachen. So wird das Gewicht hauptsächlich vom Becken getragen und der Schultergürtel entlastet.
Hier gelangen Sie zu der Tragetuch-Anleitung: