Kompetenzen

Das HernienZentrum Zürich bietet das gesamte Spektrum der Hernienchirurgie. Die Spezialisten des Zentrums untersuchen und behandeln alle Arten von Hernien

Leistenbruch

Der Leistenbruch oder in der Fachsprache die Inguinalhernie ist eine Lücke im Bereich des Samenstrangdurchtritts (bei der Frau des runden Gebärmutterbandes) durch die Bauchdecke. Wir bevorzugen den Eingriff mittels der laparoskopischen bzw. endoskopischen Netzeinlage (TAPP/TEP) aufgrund der kürzeren Rehabilitation, geringeren Schmerzen und frühzeitigen Mobilisation nach dem Eingriff. In speziellen Fällen ist auch ein offenes Verfahren ohne Netzeinlage sinnvoll, beispielsweise bei sehr jungen Patienten, jungen Sportlern oder bei Patienten, die eine Netzimplantation aus subjektivem Grund ablehnen. Bei diesen Patienten, aber auch bei Patienten mit ausgedehnten Voroperationen im Bauchraum, bei Ablehnung einer Allgemeinnarkose oder bei Hernien-Rückfall nach einer endoskopischer Netzeinlage kommt die Minimal-Repair-Methode nach Muschaweck, die modifizierte Nick-Barwell-Plastik, die Shouldice-Plastik oder die offene Netzeinlage nach Lichtenstein in Frage.

Schenkelbruch

Der Schenkelbruch oder in der Fachsprache die Femoralhernie ist eine Lücke im Bereich des Durchtritts der Beinblutgefässe. Sie tritt gehäuft bei Frauen auf. Diese Lücke kann praktisch nur mit endoskopischer Netzeinlage zuverlässig abgedeckt werden. Nur wenn dieses Verfahren nicht möglich ist, sind alternative Verfahren zu erwägen.

Nabelbruch

Der Nabelbruch oder in der Fachsprache die Umbilicalhernie ist eine Lücke im Bereich des Bauchnabels. Kleine Nabelbrüche können mittels Naht verschlossen werden. Grössere Nabelbrüche und insbesondere Rückfälle erfordern eine Netzeinlage. Diese kann konventionell in einer offenen Operation über einen Bauchnabelschnitt oder minimalinvasiv mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgen.

Narbenbruch

Insbesondere bei grossen Narbenbrüchen kann die Bauchdeckenrekonstruktion sehr anspruchsvoll sein. Wir bevorzugen auch hier minimalinvasive laparoskopische Techniken. Diese können jedoch ab einer gewissen Grösse des Bruches an ihre Grenzen stossen. Oft ist ein kombiniertes Verfahren oder ein rein offenes Verfahren notwendig. Zur Spannungsentlastung bzw. zum spannungsfreien Verschluss/Überbrückung der Lücke muss die Bauchdeckenmuskulatur teilweise in verschiedene Schichten aufgespalten werden (Komponentenseparation). Der Vorbereitung des Eingriffes und der anatomischen Analyse der Bauchdecke ist entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken. In gewissen Fällen ist eine Relaxation / Entspannung der Bauchdeckenmuskulatur mittels Botulinum-Toxin A (BTA) oder ein Pneumoperitoneum (Einblasen von Luft in den Bauchraum zur Dehnung der Bauchdecke) als Vorbereitung für den Eingriff indiziert.

Bauchwandbruch

Beim Bauchwandbruch oder in der Fachsprache ventrale oder epigastrische Hernie hängt die Verfahrenswahl vor allem von der Grösse und der genauen Lokalisation der Lücke ab. Hier stehen alle Hernien-Operationsverfahren und Operationszugänge zur Verfügung. Die optimale Behandlung wird dem Patienten nach eingehender Abklärung und Untersuchung durch den Arzt vorgeschlagen.

Parastomale Hernie

Die Entstehung einer Hernie neben einer Darmausleitungsstelle (Bruch im Bereich eines künstlichen Darmausganges) ist aus verschiedenen Gründen ausserordentlich häufig. Es wird sogar eine prophylaktische (vorbeugende) Netzeinlage bei der Erstoperation empfohlen. Trotz des etwas höheren Infektrisikos kann zur Behandlung dieser Hernie kaum auf die Netzimplantation verzichtet werden.

Rückfall

In der Situation eines Hernien-Rückfalls ist wegen der zu hohen erneuten Rückfallquote sowohl bei der Narbenbruch- wie auch bei der Leistenbruchchirurgie eine Netzverstärkung unabdingbar.

 

Wenn die Erst-Operation von aussen (offen) durchgeführt wurde, sollte der Rückfall minimalinvasiv mittels Bauchspiegelungs-Eingriff (Laparoskopie) operiert werden. Wurde die Erst-Operation minimalinvasiv durchgeführt, sollte ein Hernienrückfall in einem offenen Eingriff (Laparotomie) behandelt werden.

Chronischer Leistenschmerz / Neurektomie

Die meisten Menschen denken bei Leistenschmerz sofort an einen Leistenbruch. Dieser ist jedoch selten wirklich schmerzhaft. In Wirklichkeit sind zahlreiche andere Erkrankungen für einen akuten oder chronischen Leistenschmerz verantwortlich. Dazu gehören orthopädische Ursachen (Bandscheibenvorfall, Veränderungen im Bereich der oberen Lendenwirbel, des Beckens und Hüftgelenkes, Schambeinastentzündung, Muskel- und Sehnenansatzreizungen im Bereich der Oberschenkel-Innenseite, Beckenschiefstand oder Beinverkürzungen) sowie auch urologische Ursachen (Blasen- und Harnleiter-Steine, Hydrozelen und Varikozelen, Hoden- und Nebenhodenentzündungen) sowie gynäkologische Ursachen (Eileitererkrankungen, Gebärmuttermyome). Selten können auch Leistenbruch-Eingriffe selbst für ein chronisches Schmerzbild verantwortlich sein.

 

In solchen Fällen ist es deshalb sehr wichtig, eine genaue Schmerzbefragung und eine exakte klinische Untersuchung durchzuführen. Unter Umständen sind weitere Untersuchungen (Ultraschall, CT, MRI, Szintigraphie) notwendig. Meistens können diese Schmerzen durch nicht-operative Massnamen (Physiotherapie, Chiropraktik, medikamentöse Behandlung, Manualtherapie, Neuraltherapie, Osteopathie, Akupunktur oder andere alternative Methoden) gut beeinflusst werden. Selten ist eine Operation notwendig (Narbenresektion, Netzentfernung, Absetzen von Nerven d.h. Neurektomie offen sowie minimalinvasiv laparoskopisch). Insbesondere ist in diesen Fällen ein gutes Netzwerk mit den entsprechenden Spezialisten und Schmerztherapeuten wichtig. Ein entsprechendes Netzwerk haben sich die Ärzte des HernienZentrums Zürich im Verlaufe ihrer langjährigen Spezialisierung in diesem Gebiet aufgebaut mit Sportmedizinern, Rheumatologen, Orthopäden, Radiologen, Ultraschallspezialisten, Schmerztherapeuten, Chiropraktoren, TCM-Spezialisten, Anästhesisten, Radiologen, Ultraschallspezialisten, Physiotherapeuten und weiteren alternativen Therapeuten.

Allgemeine Bauchchirurgie

Nebst unseres Fokus auf die Hernienproblematik ist die Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) selbstverständlich ebenso unsere Kernkompetenz. Die Viszeralchirurgie umfasst gutartige und bösartige Erkankungen des Magen-Darm-Trakts. Dazu gehörigen Speiseröhre, Magen, Gallenblase, Dünn- und Dickdarm sowie Mastdarm (Rektum). Unsere Ärzte sind spezialisiert auf minimalinvasive laparoskopische Operationstechniken und bieten genauso auch die offenen Operationsverfahren an.