Fastenzeit – im ‘Weniger’ entsteht Raum, in dem Hoffnung atmet
Fastenzeit im Spital? Nein, danke, es reicht. Genug Leid, genug Schmerz und Ungewissheit.
Der Körper ist geschwächt, Gewohntes fällt weg; Fragen nach Sinn, Geduld und Hoffnung werden lauter.
Die Fastenzeit lädt uns dennoch ein, sanft innezuhalten und den Blick zu wenden. Sie ermutigt, nicht Leistung zu steigern, sondern Ballast loszulassen: Sorgen auszusprechen, Erwartungen zu mildern, dem eigenen Tempo zu vertrauen. Vielleicht zeigt sich Fasten hier als achtsames Hören auf das, was gut tut, als dankbares Wahrnehmen kleiner Schritte oder als stilles Hoffen mitten im Ungewissen.
Möge diese Zeit Raum öffnen für Atem, Zuversicht und die Erfahrung, dass Sie getragen sind – auch jetzt.
Mirjam Walser
Pfarrerin und Klinikseelsorgerin