Wir alle brauchen Auferstehung!
Die letzten Monate, ja sogar Jahre, sind stark geprägt durch die Kultur des Todes.
Wir werden mit Kriegen konfrontiert: in der Ukraine und auch im Nahen Osten. Viele Länder und Nationen leben in Angst, angegriffen zu werden. Viele Menschen müssen kämpfen, viele flüchten, und viele kommen dabei ums Leben. Furcht, Angst, Unsicherheit und damit verbundene Krankheiten sind zu unseren täglichen Begleitern geworden. Eine Welt, die unseren Vorstellungen und Erwartungen nicht entspricht, in der man kaum leben will. Und doch: Es muss weitergehen. Die Sehnsucht nach einer neuen, besseren, friedlicheren und gerechteren Zukunft ist gross.
Angesichts dieser Situation feiert die Christenheit ihr wichtigstes Fest: Ostern. Dieses Fest wird immer im Frühling gefeiert, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Die Natur erwacht dann aus dem Winterschlaf und bringt neues Leben hervor. Das verweist auch auf die wesentliche Botschaft von Ostern, die lautet: Jesus lebt. Er ist vom Tod auferweckt worden. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben. Obwohl die Auferstehung Jesu historisch nicht bewiesen wurde, sind die Überzeugung und der Glaube seiner Jünger und Zeitgenossen belegt. Und eben dieser Glaube prägte ihre Haltung und Taten. Er gab ihnen eine so grosse Wirkungskraft, dass wir sie heute noch in Form des Christentums erleben. Das feiern wir an Ostern.
Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben. Der Tote lebt! Das Unmögliche ist möglich geworden. Eine unvorstellbare, unglaubliche Botschaft und damit verbundene Lebenskraft, die uns Ostern schenkt.
Wo wir Menschen keine Worte mehr finden, fängt Gott an. Wo eine Wand war, öffnet sich ein Tor. Wo die Mauer undurchdringlich schien, beginnt ein Weg. Denen, die sich mit Trauer und dem Ende ihrer Hoffnungen abgefunden haben, tut sich ein unermesslicher Raum auf. Sie hören die Aufforderung, sich auf das Neue vor ihren Augen und in ihren Herzen einzulassen. Das ist die unglaubliche, auch etwas erschreckende, zugleich aber Hoffnung spendende Osterbotschaft: ein Sieg des Lebens über den Tod. Ein Aufbruch zur Kultur des Lebens.
Frohe Ostertage wünscht Ihnen
Josef Sowinski, Klinikseelsorger
Diakon, Theologe