Harnröhrenbänder für Frauen

Das spannungsfreie Harnröhrenband wird in der englischen Fachsprache als Tension-free Vaginal Tape oder abgekürzt TVT bezeichnet. Die Einlage eines solchen Kunststoffbandes wird als TVT-Operation bezeichnet, diese gilt als einfaches und schonendes Operationsverfahren zur Behandlung der Inkontinenz unter Husten und körperlichen Belastung. Die Operationstechnik wurde Anfang der 1990iger Jahre vom schwedischen Arzt Ulf Ulmsten entwickelt und seit 1995 in Skandinavien eingesetzt. Seither hat sich die Technik weltweit verbreitet und man schätzt, dass mittlerweile schon mehrere Millionen Frauen von dieser Methode profitieren. Für welche Frauen eignet sich die TVT-Methode? Das wichtige Einsatzgebiet der TVT-Methode ist die Belastungsinkontinenz, also der unfreiwillige Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen und unter körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Sport, Tanzen, Treppensteigen oder Heben einer Last.


Diese Form der Harninkontinenz der Frau ist kann unter anderem auf einen gedehnten und gelockerten Beckenbodens nach mehreren Geburten, eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Übergewicht zurückgeführt werden. In einer Belastungssituation erhöht sich der Druck im Bauchraum, der unmittelbar auch auf die Blase einwirkt. Ein intakter und straffer Beckenboden bietet der Unterseite der Harnblase und der Harnröhre ein Gegenlager, so dass zu jeder Zeit ein wasserdichter Verschluss der Harnröhre gewährleistet ist. Sind die Haltebänder von Harnröhre und Blase jedoch gedehnt oder gar gerissen und ist der der Beckenboden dadurch geschwächt, so hält der Verschlussapparat dem Druck nicht stand und Urin tritt ungewollt aus der Blase. Vor einer Operation muss eine sorgfältige Abklärung und Untersuchung der Harninkontinenz durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. Mit Hilfe eines einfachen Testes kann der Untersucher während der Untersuchung herausfinden, ob der Eingriff gerechtfertigt ist und Erfolg verspricht. Die Operation selbst wird meist in einem kurzen stationären Aufenthalt vorgenommen.


Die Einlage des Bandes kann in einer kurzen Vollnarkose oder in einer lokalen Betäubung über einen kleinen Schnitt in der Scheide vorgenommen werden. Das unter der Harnröhre in der Form eines U nach oben zum Schambein verlaufende Kunststoffband unterstützt und stabilisiert das mittlere Drittel der Harnröhre und verhindert ein Absinken. Dabei kompensiert das Band den gelockerten Bandapparat und verhindert so einen ungewollten Harnverlust. Diese Operation ist die zurzeit am häufigsten durchgeführte Operation zur Behandlung der Belastungsinkontinenz. Die Erfolgsraten der TVT-Operation liegen zwischen 85 und 95% und sind somit vergleichbar mit denen der klassischen Operationsverfahren. Neben der Originalmethode wird mittlerweile das transobturatorische Band angewendet. Im Unterschied zur U-förmigen Lage des TVT liegt das transobturatorische fast waagerecht und wird durch seitlich zum Becken eingelegt. In der Effektivität sind beide Verfahren gleichwertig.

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