HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN - PLÖTZLICH SPINNT DAS HERZ

Patientengeschichten

Hansjörg Brücker ist 37 Jahre alt und passionierter Laufsportler, als er plötzlich Herzbeschwerden bekommt. Die Diagnose lautet Vorhofflimmern. Über viele Jahre kämpft er für seine Lebensqualität. Am Ende hat er die Herzrhythmusstörung überstanden – dank einer Katheterablation.

Es erwischte ihn mitten im Training: Bis zu sieben Mal pro Woche geht Hansjörg Brücker laufen. Zwischen fünf und einundzwanzig Kilometer legt er pro Einheit zurück, manchmal schnürt er sogar mehrmals am Tag die Laufschuhe. Er ist ein gesunder, vitaler Mann in der Mitte seines Lebens, der regelmässig Halbmarathons bestreitet – alles andere als ein Risikopatient für Herzkrankheiten. Doch Ende 2000 war da plötzlich diese Kurzatmigkeit: als wäre sein Herz ins Stolpern geraten …

Das EKG verrät es: Vorhofflimmern

«Ich hatte keine Ahnung, was das sein könnte», erinnert sich Brücker. «Ich dachte zunächst, dass dieses Herzrasen mit dem Kreislauf zu tun haben könnte.» Die merkwürdige Beklemmung verging zwar schon bald wieder, doch in den nächsten Wochen trat sie immer wieder sporadisch auf. Brücker suchte den Hausarzt auf, der per Elektrokardiogramm (EKG) ein Vorhofflimmern  diagnostizierte. Weitere Untersuchungen, auch bei Fachärzten für Kardiologie , bestätigten den Befund.

Verstörende Unsicherheit

Brücker wurde zunächst medikamentös behandelt: Antiarrhythmika sorgten dafür, dass die einzelnen Ereignisfälle eingedämmt werden konnten. Doch das Vorhofflimmern blieb unvorhersehbar: Die Attacken kamen in immer kürzeren Abständen, auch traten sie nicht nur beim Training, sondern bald auch bei niedriger Belastung und sogar im Schlaf auf. Für Brücker war diese Entwicklung beunruhigend: «Ich wusste nie, wann die nächste Welle kommt. Das war beängstigend.» Der Sicherheitsbeauftragte war nie in seiner beruflichen Tätigkeit eingeschränkt und auch den täglichen Sport konnte er wie gewohnt ausüben. Doch das ungute Gefühl, dass es jederzeit zu einem neuen Vorhofflimmern kommen konnte, setzte ihm zu. «Immer war da diese Unsicherheit, dass es doch passieren könnte», so der heute 54-Jährige im Rückblick.

Katheterablation als Lösung gegen das Vorhofflimmern

Um endlich dauerhafte Abhilfe zu schaffen, wurde ab 2004 eine Katheterablation als Behandlungsoption diskutiert. «Der medizinische Fortschritt in diesen Jahren war enorm», so Brücker. Ein Veröden der impulsgebenden Gewebeplätze wurde immer mehr eine reale Möglichkeit, das Vorhofflimmern dauerhaft zu beheben. Er nahm Kontakt zu der Hirslanden Klinik Aarau  auf und lernte PD Dr. med. Sven Reek vom Hirslanden Medical Center kennen. Der Mediziner sollte Brücker in den folgenden Jahren während seiner Therapie begleiten.

Zweiter Eingriff wurde notwendig

Im Jahr 2007 wurde der Eingriff schliesslich vorgenommen: Brücker sah der Operation gefasst entgegen, er fühlte sich gut aufgeklärt und vertraute den Ärzten und der Technik. Die Ablation selbst wurde ohne Narkose durchgeführt. «Ich bekam ein Beruhigungsmittel», meint Brücker, «denn eine gewisse Anspannung war da natürlich vorhanden.» Doch der Eingriff brachte noch nicht den gewünschten Effekt: Das Gewebe, von dem die falschen Impulse ausgingen, konnte nicht stark genug isoliert werden oder war nach der Verödung genesen. Eine zweite Katheterablation wurde notwendig.

Glückliches Finale

Allerdings machte sich auch nach dieser das Vorhofflimmern wieder bemerkbar. «Das war schon eine kleine Ernüchterung, dass es wieder nicht geklappt hatte», räumt Brücker ein. «Ich habe mich in dieser Zeit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, ich sass oft stundenlang vor dem Computer und las alles, was ich recherchieren konnte. Einiges blieb mir als Laien unverständlich, vieles verunsicherte mich auch, aber die meisten Informationen machten mir gleichzeitig Hoffnung. Ich nahm mir vor, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Problem endlich in den Griff zu bekommen.» Brücker unterzog sich einem dritten Eingriff, der schliesslich das gewünschte Resultat brachte. «Seit meiner Operation 2013 bin ich beschwerdefrei», erklärt Brücker stolz. «Ich hatte Glück, dass der medizinische Fortschritt parallel zu meiner Erkrankung verlief und ich dadurch das Vorhofflimmern hinter mir lassen konnte.»

Brücker ist zufrieden: «Ich kann wieder völlig unbeschwert sein, ich habe mein altes Leben zurück .»

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