Studien & Forschung

Belegärzte der Hirslanden Klinik Aarau engagieren sich im Bereich Forschung und sind in verschiedenen Projekten und Studien involviert.

SNF: Auswirkungen der Bewegung auf Stents in Beinarterien

Diese renommierte Studie ist ein Beispiel kollaborativer Forschung von öffentlichen und privaten Partnern (Public Private Partnership). Sie wurde von Prof. Dr. Nicolas Diehm vom Zentrum für Gefässmedizin Mittelland initiiert und wird mit Kollegen der Universität Bern durchgeführt. Der Schweizer Nationalfonds (SNF) unterstreicht die wissenschaftliche Bedeutung dieser Untersuchung mit einer Unterstützung von rund 300 000 CHF.

Verengungen und Verkalkungen der Beinarterien verursachen die Schaufensterkrankheit oder das Raucherbein und betreffen bis zu 10 % der Bevölkerung im Alter über 65 Jahren. Sie können u.a. mit sogenannten "Stents" behandelt werden: Ein winzig zusammengefaltetes "Drahtgitter" wird in das Blutgefäss eingeführt und mit einem Ballon aufgedehnt ("Ballöndle"). Durch die Aufdehnung und die Stützfunktion des "Drahtgitters" kann das Blut in der verkalkten Schlagader wieder fliessen.

Durch die Knie-Bewegung sind Stents in den Beinen grösseren Kräften ausgesetzt als Stents in Herzkranzgefässen. Die Studie "Patient-specific mechanical characterization of the femoro-popliteal arterial tract: Clinical implications for restenosis" untersucht, wie sich die Biomechanik auf die Wiederverengung von Stents in Beinarterien auswirkt. Dadurch soll die Behandlung von Verengungen der Beinarterien weiter verbessert werden. Dank weniger Nachfolgebehandlungen können zudem Kosten gespart werden.

Prof. Dr. med. Nicolas Diehm
Facharzt für Angiologie

Zentrum für Gefässmedizin Mittelland, Aarau
T +41 62 824 02 42
angiologie-aargau@hin.ch 
www.angiologie-aargau.ch

Behandlung verkalkter Arterien bei Erektiler Dysfunktion / Erektionsstörungen

Erektionsprobleme haben oft verschiedene Ursachen. Sie müssen genau abgeklärt werden, weil bis anhin unbekannte Erkrankungen für die Symptome verantwortlich sein können. Dies können zum Beispiel Diabetes mellitus oder Arterienverkalkungen sein, die zum Herzinfarkt führen können. Somit ist die erektile Dysfunktion nicht nur ein Symptom, sondern stellt auch eine wichtige Marker-Erkrankung für bislang unbekannte mögliche lebensbedrohliche Krankheiten dar.

Oft kann die Erektile Dysfunktion mit Medikamenten behandelt werden. Wenn verkalkte Arterien Ursache für die Erektionsprobleme sind, spricht man von einer "arteriellen Durchblutungsstörung". Die Durchblutung kann dann durch eine Ballonkatheter-Behandlung verbessert werden: Über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste kann mit örtlicher Betäubung ein Katheter in das Blutgefäss bis zur verengten Stelle geschoben werden. Ein Ballon dehnt die Verengung wieder aus. Aufgrund technischer Fortschritte können heute auch Penis-versorgende Arterien wiedereröffnet werden, die einen sehr geringen Durchmesser haben. Der Eingriff findet in einem Katheterlabor unter örtlicher Betäubung statt.

Die Aufdehnung von Gefässen bei Erektiler Dysfunktion ist im Moment noch Pionier-Arbeit. In einer Studie testet Prof. Dr. Nicolas Diehm eine Methode, wie die verkalkten Arterien optimal behandelt werden können.

Prof. Dr. med. Nicolas Diehm
Facharzt für Angiologie

Zentrum für Gefässmedizin Mittelland, Aarau
T +41 62 824 02 42
M angiologie-aargau@hin.ch
www.angiologie-aargau.ch

Medienbericht "Der Penis als Frühwarnsystem", Aargauer Zeitung, 10.08.2017

SAPALDIA - von der "Luftverschmutzungs-Studie" zur "Altersgesundheits-Studie"

Die epidemiologische Langzeitstudie SAPALDIA untersucht Auswirkungen der Luftschadstoffbelastung und anderer Umweltfaktoren sowie des Lebensstils auf die Gesundheit der Menschen. Die Studie läuft seit über 25 Jahren und ist die wichtigste bevölkerungsbezogene Langzeitstudie der Schweiz.

Der Fokus der Studie wurde auf Herz-Kreislauferkrankungen und andere chronische Krankheiten erweitert. Chronische Krankheiten sind die häufigste Todesursache in der Schweiz und stellen eine ernstzunehmende und steigende globale Belastung dar. Damit der öffentliche Gesundheitssektor präventive Strategien oder klinisch relevante Massnahmen entwickeln kann, braucht es als Entscheidungsgrundlage prospektive und bevölkerungsbasierte Daten und Forschungsergebnisse. Laufend werden neue Studien publiziert, die auf der SAPALDIA-Webseite zu finden sind.

Dr. med. Robert Bettschart gehört zum wissenschaftlichen Team von SAPALDIA und ist Direktor des SAPALDIA-Regionalzentrums Aarau.

Dr. med. Robert Bettschart
Facharzt für Pneumologie

Lungen Zentrum, Aarau
T +41 62 836 75 80
M pneumo@hin.ch
www.hirslanden.ch/aarau/lungenzentrum

Medienbericht "Studie zur Luftverschmutzung: Seit 26 Jahren lässt sich Urs Hofmann testen", Aargauer Zeitung, 09.08.2017