Erektile Dysfunktion als Markersymptom für Schlaganfälle und Myokardinfarkten

Lernten wir vor 25 Jahren im Studium noch, dass erektile Dysfunktion (ED) vor allem eine psychosomatische Störung sei, wissen wir heute, dass in den meisten Fällen eine arterielle Verschlusskrankheit vorliegt. Die Krankheitsursache, Risikofaktoren und auch die Risikokonstellation sind stark mit denen von der generalisierten Arteriosklerose wie bei Schlaganfall und Herzinfarkt vergesellschaftet. Heute sehen wir, dass vor allem bei jungen Patienten (jünger als 50 Jahre) die ED eine Erstmanifestation einer koronaren Herzerkrankung sein kann.

So hat die systematische Untersuchung von neu diagnostizierten ED-Patienten ergeben, dass bis zu zwei Drittel dieser Patienten bereits eine nachweisbare Koronarsklerose haben. Weiter ist bekannt, dass nach Auftreten einer ED in vielen Fällen innerhalb der nächsten 2 Jahre ein Myokardinfarkt oder Schlaganfall auftritt.

Aus diesem Grunde erscheint es sehr wichtig, dass wir Patienten mit neu diagnostizierter ED frühzeitig auf relevante Gefässleiden untersuchen und testen. Dazu gehören ein kardiovaskuläres Risikoprofil und Labor sowie entsprechende Untersuchungen wie Ergometrie und Herzecho.

In vielen Fällen finden wir hier bereits Hinweise für das Vorliegen einer Gefässkrankheit. Eine aggressive Therapie der Risikofaktoren sind hier für die Prognose entscheidend. Die Frage nach einer ED erscheint unter diesem Gesichtspunkt doch sehr entscheidend zu sein und hat nicht primär mit lifestyle zu tun.