Die Schwangerschaftsrate nach einem Embryotransfer liegt bei 30 bis 40%, wobei die kumulative Schwangerschaftsrate, das heisst die Schwangerschaftsrate nach mehreren Embryonentransfers, bei bis zu 70% liegt. Die Schwangerschaftsrate ist jedoch stark altersabhängig, so liegen die Schwangerschaftsraten bei Frauen unter 35 Jahren höher und bei Frauen über 40 Jahren deutlich tiefer. Gerne erörtern wir diese Fragestellung in einem persönlichen Gespräch. Nachfolgend finden Sie alle Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung.

Hormonelle Stimulation im Rahmen der künstlichen Befruchtung (IVF/ICSI)

Das Ziel der hormonellen Stimulationsbehandlung ist das Heranreifen von mehreren Eibläschen im Eierstock pro Zyklus anstelle von normalerweise nur einem Eibläschen pro Zyklus. Die hormonelle Stimulation wird nach verschiedenen Protokollen, die individuell auf Sie angepasst werden, durchgeführt.

Die hormonelle Behandlung - eine Spritzenbehandlung - dauert durchschnittlich 9 bis 13 Tage und wird in der Regel, bis auf eine leichte Müdigkeit, Reizbarkeit und einem leichten Ziehen im Unterbauch, sehr gut vertragen. Die Spritzenschulung erfolgt durch unsere erfahrenen Mitarbeiterinnen, sodass Sie sich sicher fühlen bei der Injektion, die Sie zu Hause durchführen.

Die Dosis der Hormone wird so niedrig wie nötig gehalten, um mögliche Nebenwirkungen einzudämmen.

Überwacht wird die hormonelle Stimulationsbehandlung durch regelmässige Ultraschalluntersuchungen und die Bestimmung der weiblichen Hormone. Im Anschluss an jede Kontrolle werden die weiteren Schritte festgelegt. 

Eizellentnahme

Die Eizellentnahme wird in Zusammenarbeit mit dem Team der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie durchgeführt, um eine schmerzfreie Entnahme der Eizellen zu ermöglichen. Die Eizellentnahme findet in den Räumlichkeiten unseres KinderwunschZentrums und im Beisein des Partners statt.

Um den für Sie idealen Zeitpunkt für die Eizellentnahme nicht zu verpassen, sind wir auch am Wochenende für Sie da.

Am Tag nach der Punktion kann die Befruchtung der Eizellen beurteilt werden. In der Regel lassen wir alle befruchteten Eizellen zum Embryo (Blastozyste) weiterentwickeln, dies ist am fünften Tag nach der Entnahme soweit. Sollten mehr als 12 Eizellen befruchtet worden sein, müssen die überzähligen befruchteten Eizellen (Zygoten) gemäss Gesetz (FMedG/FMEdV) eingefroren werden.

Einfrieren von Eizellen, befruchteten Eizellen und Embryonen im Rahmen der IVF/ICSI-Behandlung

Die überzähligen, nicht im Frischzyklus verwerteten Eizellen oder nicht übertragenen befruchteten Eizellen und Embryonen werden in flüssigem Stickstoff eingefroren und aufbewahrt. Sie können zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und in die Gebärmutter zurückgegeben werden. Die Lagerung von Eizellen, Zygoten und Embryonen ist gesetzlich geregelt und erstreckt sich auf maximal 10 Jahre.

Der Auftauzyklus mit Rückgabe der Embryonen erfolgt in der Regel ohne hormonelle Stimulation im natürlichen Zyklus.

Unterschied IVF versus ICSI Behandlung

Der Unterschied zwischen IVF und ICSI ist rein labortechnisch und hat keinen Einfluss auf den Ablauf der hormonellen Behandlung, der Eizellentnahme oder des Embryotransfers.

IVF

Diese Methode wird bei einem Eileiterverschluss, einer eingeschränkten Eierstockreserve oder einer ungeklärten Sterilitätsursache angewandt. Dabei werden die Eizellen aus dem Eierstock der Frau entnommen und in einer speziellen Nährlösung mit den aufbereiteten Spermien des Mannes zusammengebracht. Die Befruchtung der Eizelle findet durch die Samenzelle selber statt.

ICSI

Die ICSI wird bei einer stark eingeschränkten Spermienqualität durchgeführt. Dabei wird ein einzelnes Spermium unter dem Mikroskop in die Eizelle injiziert und somit die Befruchtung der Eizelle unterstützt.

Embryotransfer

Von den entstehenden Embryonen wird in der Regel ein Embryo («single embryo transfer») in die Gebärmutterhöhle fünf Tage nach der Eizellentnahme übertragen (Embryotransfer) und die überzähligen Embryonen, die sich bis zum 5./6. Tag entwickelt haben, werden eingefroren. Der Embryotransfer ist meist unkompliziert und schmerzfrei. Ihr Partner darf Sie gerne bei diesem sehr wichtigen und emotionalen Moment begleiten.

Die eingefrorenen Embryonen können zu einem späteren Zeitpunkt in einem sogenannten Auftauzyklus übertragen werden, denn die IVF- bzw. ICSI-Behandlung ist nicht immer erfolgreich, sodass mehrere Embryonentransfers oder aber auch mehrere IVF-/ICSI-Behandlungen notwendig sein können, bis die gewünschte Schwangerschaft eintritt.